Das „Frauen-Sorgen-Syndrom“ und wie man ihm adieu sagt

Nie mehr typisch-weibliche Alltagssorgen

Mal wieder „Sorgen um Gott und die Welt“? Das ist zwar typisch-weiblich, muss aber nicht sein – wenn man einige Dinge beachtet. Um sich nicht ständig um die eigene Gesundheit Gedanken machen zu müssen, empfiehlt sich ein ausführlicher Gesundheitscheck einmal im Jahr. Wenn etwas passieren würde, würde sich jemand melden. Und solange sich keiner meldet, ist auch nichts passiert. Einfache aber funktionierende Logik.

Im Vergleich zu Männern machen sich Frauen meistens viel mehr Gedanken über all die großen und kleinen Probleme, die auf sie, ihre Lieben oder die Welt zukommen können. Das ist zwar zutiefst mitmenschlich, kann aber dafür sorgen, dass man sich regelrecht verbrennt. Wir zeigen, wie man dem Sorgen-Syndrom byebye sagen kann.

Frauen-Kümmerer-Syndrom?

Interessant ist dabei, dass viele Frauen nicht einmal wissen, dass sie unter diesem Syndrom leiden. Es hat viel mit Evolution zu tun, ist also ein Automatismus. Also, beim Frauen-Kümmerer-Syndrom handelt es sich um die Tatsache, dass sich eine überwiegende Zahl an Frauen im Alltag wesentlich mehr Gedanken/Sorgen macht als Männer in einer vergleichbaren Lebenssituation. Um die eigene Sicherheit, um das Finanzielle, um die Familie, Freunde, Umwelt Menschheit. Bei vielen geht das sogar soweit, dass sie selbst in den schönsten Situationen noch unter regelrechten Grübelattacken leiden. Gerade mit dem Traummann im Urlaub am Strand? „Ob wohl zuhause alles okay ist?“. Jede von uns dürfte diese Situationen kennen – und sie können richtig nerven, weil sie selbst dem schönsten Lebensabschnitt immer einen bitteren Beigeschmack geben können.

An diesem Punkt kommt die Evolution auf die Bühne: Letztendlich ist das weibliche Sorgen ein Überbleibsel aus der Zeit, in der buchstäblich „jeder Tag der letzte sein konnte“. Als die Männer auf der Jagd waren, erste Ackerbau-Gehversuche machten. Da brauchte es einen Part, der sich um die unzähligen Punkte des großen Ganzen sorgte, während der Mann sich mit den Details herumprügelte(oft nicht nur im übertragenen Sinn). Und dazu sind Frauen, nicht nur, aber auch wegen unseres Multitasking-Talents, einfach besser geeignet. Unsere Urzeit-Vorfahrinnen haben sich wahrscheinlich zwar eher um Nahrung und ähnliche Grundbedürfnisse gesorgt, wo wir uns heute den „feineren“ Sorgen widmen. Doch prinzipiell hat sich seit damals nicht viel geändert.

Viele fassen das als typisches Frauen-Grübeln zusammen und raten zu direkter Abhilfe. Allerdings ist das nur Symptombekämpfung und selten von langer Dauer. Um wirklich dem Frauen-Kümmerer-Syndrom den Garaus zu machen, muss man das Übel an der Wurzel packen und das beseitigen, was einem selbst in den schönsten Situationen mit der Zurückhaltung einer Planierraupe durchs Oberstübchen fährt.

1. Keine Nachrichten sind gute Nachrichten

Viele weibliche Sorgen drehen sich darum, dass wir in Abwesenheit nicht genau wissen, wie es zuhause aussieht. Nicht nur im Urlaub, sondern meistens schon auf der Arbeit, beim Einkauf usw. Um das zu kontern, sollte man einfach nach der Maxime verfahren „keine Nachrichten sind gute Nachrichten“. Es gibt keinen Anruf, dass das eigene Kind sich gerade den Kopf gestoßen hat? Kein Nachbar klingelt durch, weil die Feuerwehr gerade in die Wohnung gestürmt ist? Also ist alles so lange gut, bis das Gegenteil bewiesen wurde.

2. Die Meldekette

Unser „Grübelzentrum“ im Gehirn wird nun den Finger heben „aber was ist, wenn sich bloß nochkeiner gemeldet hat?“ Ja, auch das beziehen wir mit ein und informieren alle, die wichtig sind, dass sie bei Problemen sofort Meldung erstatten sollen – immerhin gibt es dafür dank Smartphone ja viele Möglichkeiten.

3. Sicher versichert

Viele Sorgen entstehen doch dadurch, dass wir Angst haben, dass wir im Fall der Fälle auf den Nachwirkungen sitzenbleiben, oder? Dabei ist es eigentlich so leicht und vor allem ein wichtiger Bestandteil für jeden einzelnen von uns. Krankenversicherung, Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeitsversicherung, eventuell ergänzt um eine Risikolebensversicherung, damit ist man gegen wirklich alle Eventualitäten, die einem passieren könnten, abgesichert und kann sich sicher sein, im Extremfall nicht vor dem finanziellen Ruin zu stehen.

4. Unbesorgt vorgesorgt

Bei der Gesundheit kann man sich als Frau so richtig tief im Sorgen-Sumpf suhlen – obwohl die Königsklasse der Krankheitssorgen, die Hypochondrie, tatsächlich eher eine Männerdomäne ist. Aber auch unterhalb dieses Levels kann die Sorge um die eigene Gesundheit und die der Lieben uns gehörig vereinnahmen. Doch auch hier funktioniert einfachste Logik:

Wenn man sich einmal jährlich generell durchchecken lässt und seine Vorsorgetermine wahrnimmt, gibt es faktisch kein Restrisiko, dass etwas unentdeckt bleibt

  • Der menschliche Körper kann wesentlich mehr einstecken, als die meisten Laien es für möglich halten
  • Man ist für alle Fälle krankenversichert
  • Die heutige Medizin kann enorm viel heilen – und beinahe täglich kommt Neues hinzu

5. Andere denken nicht so komplex

Man ist neu im Betrieb, unterhält sich zum ersten Mal mit den Kollegen in der Pause – und verhaspelt sich beim Sprechen. Danach kommen die bösen Gedanken: „Ob die darüber jetzt lästern?“. Und die Situation lässt sich vom Versprecher im Kollegenkreis auf nahezu alles andere ausdehnen –den unbemerkten Fleck auf der Bluse ebenso wie den versehentlich in den Slip gesteckten Rock. Und die Wahrheit ist: Die meisten Menschen haben solche Situationen nach zehn Minuten wieder vergessen. Weder lästern sie darüber, noch urteilen sie negativ, weil jemandem ein menschlicher Fehler passiert ist.

6. Sicherheit macht sicher

„Hast Du schon gehört, zwei Häuser weiter haben sie die ganze Wohnung leergeräumt, während die einkaufen waren?!“.Solche Meldungen gibt es viel zu oft. Und sie machen uns Sorgen. Nicht ganz zu Unrecht, denn neben dem finanziellen Schaden (den die Versicherung ersetzt) ist es vor allem die psychologische Seite nach einem Einbruch, die einen fix und fertigmachen kann.

Doch Fakt ist: Die Einbrecher, die uns nachstellen, sind in der Regel keine Profis. Das sind oftmals eher Gelegenheitskriminelle, die mit einem Schraubenzieher Fenster aufhebeln. Sobald sie länger als fünf Minuten brauchen, um in eine Wohnung zu gelangen und/oder riskieren, dabei Radau zu machen, hauen sie ab. Ergo müssen wir dafür sorgen, dass man es den potentiellen Einbrechern nicht allzu leicht macht, zum Beispiel durch Blumentöpfe auf den Innen-Fensterbänken, durch gute Schlösser an den Türen und vielleicht zusätzliche Riegel an den Parterre-Fenstern und Hintertüren.

7. Medial Detox

Je mehr Schlechtes man hört, desto mehr gerät man darüber ins Grübeln. Und sind wir ehrlich, gerade heute hört man medial gesehen nur noch Katastrophen– und das auch noch in einer ungesund hohen Frequenz. Doch eigentlich ist das falsch. Statistisch gesehen passiert kaum mehr, es wird nur medial, unter anderem über das Internet und die sozialen Netze, wesentlich breiter ausgerollt, somit von allen Seiten ausgeleuchtet.

Daher ist die Lösung auch so einfach: Nachrichten sollte man einmal täglich gucken. Etwa die gute alte Tagesschau. Nicht alle paar Minuten die Nachrichten-App öffnen oder gar Push-Mitteilungen aufs Handy senden lassen. Und die ganzen anderen News, die man über Facebook und Co. so mitbekommt, sollte man im Zweifelsfall aus Selbstschutz einfach blocken.

8. Kann man nicht ändern

Zugegeben, dieser Punkt ist, wenn man eine offene, hilfsbereite Frau ist, etwas schwer zu verdauen. Aber Fakt ist nun mal, es gibt genügend Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben. Klar ist die Umweltverschmutzung dramatisch, klar bricht es einem das Herz, an Plastiktüten im Meer erstickte Schildkröten zu sehen und klar tut das Elend der Welt einem in der Seele weh. Aber: Sofern wir selbst und ferner unser direktes, beeinflussbares Umfeld (Familie, beste Freunde) uns nichts in dieser Hinsicht zuschulden kommen lassen. Sofern wir Müllvermeidung und Mülltrennung betreiben, keine Nahrung verschwenden und nicht im Überfluss leben. So lange gibt es auch nichts, was wir sonst noch tun könnten – und darüber auch keinen Grund, sich über solche globalen Probleme mehr zu sorgen, als es notwendig ist. Man kann es einfach nicht ändern, selbst wenn man sich noch so sorgt.

Und wenn man all das getan hat, sollte man sich vielleicht auch noch eine kleine Fleißaufgabe auferlegen: Positives Denken. Jeder Tag, an dem uns und unseren Lieben keine Katastrophen passieren, ist ein schöner. Und über den ganzen Rest kann man sich sorgen, „falls“ (nicht „wenn“) er jemals eintreffen sollte.