Diese Vorbereitungen sind während der Schwangerschaft angesagt

So bereiten Eltern sich optimal auf den Nachwuchs vor

Für Paare, die zum ersten Mal Eltern werden, ist das Warten auf das Baby ganz besonders aufregend. Sie wollen sich bestmöglich auf den Nachwuchs vorbereiten und sind immer um das Wohl des Kindes besorgt. Hier erfahren Sie, welche Vorbereitungen während der Schwangerschaft wichtig sind. 

Regelmäßig zur Vorsorge gehen

Werdende Eltern sorgen sich immer darum, wie es ihrem Baby geht und ob es sich im Bauch der Mama normal entwickelt. Das wird bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig überprüft. Wenn Sie die Termine einhalten, kann der Frauenarzt außerdem frühzeitig Risiken erkennen und Erkrankungen behandeln. Deswegen sollten Sie auch dann zur Vorsorge gehen, wenn Sie sich rundum wohl fühlen. Die Vorsorgeuntersuchungen finden anfangs einmal im Monat statt. 

Die erste Untersuchung ist zwischen der sechsten und der zwölften Schwangerschaftswoche. Diese Untersuchung ist besonders ausführlich. Bei diesem Termin stellt der Arzt viele wichtige Fragen zu den Lebensumständen der Schwangeren und zu der gesundheitlichen Vorgeschichte, um zu ermitteln, ob es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt. Dann ist unter Umständen eine intensivere medizinische Überwachung von Mutter und Kind nötig. 
Ab der 32. Schwangerschaftswoche erfolgen die Vorsorgeuntersuchungen dann alle zwei Wochen und kurz vor der Geburt sogar jede Woche. Die Kosten für die Routineuntersuchungen übernimmt die Krankenkasse. Es werden noch zusätzliche Untersuchungen angeboten, mit denen bestimmte Krankheiten diagnostiziert werden können. Diese zählen allerdings nicht zu den Standarduntersuchungen und müssen aus eigener Tasche gezahlt werden.

Auf die richtige Ernährung achten

Sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, sollten Sie für das Wohl des Kindes Ihre Ernährung umstellen. Dass eine schwangere Frau keinen Alkohol trinken und nicht rauchen sollte, dürfte jedem bekannt sein. Doch es gibt auch einige Lebensmittel, die während der Schwangerschaft tabu sind oder nur in sehr geringen Mengen verzehrt werden dürfen. Sie können Bakterien enthalten, die für das Baby gefährlich werden können. 

Dazu gehören:

  • Rohmilchprodukte (Brie, Camembert, Feta, Edelpilzkäse, Rohmilch-Mozzarella, Käserinde)
  • Rohfleischprodukte (Carpaccio, Tartar, Mett, Innereien, roher Schinken, Salami, Mettwurst, Teewurst, Fleischsalate ohne Konservierungsstoffe)
  • roher Fisch (Feinkostsalate mit Fisch, Sushi, Sashimi, eingelegter Hering, kaltgeräucherter Fisch)
  • rohe oder halbrohe Eier

Lebensmittel, die nur in Maßen verzehrt werden sollten: Kaffee, schwarzer Tee, Cola, Mohn und Lakritz. 

Grundsätzlich sollte eine Schwangere auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, damit sich das Baby gut entwickeln kann und im Bauch sowie später über die Muttermilch optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Aber es ist nicht nur wichtig, was während der Schwangerschaft alles auf den Teller kommt, sondern auch wie viel. Für zwei zu denken heißt nicht, auch für zwei zu essen. Der Energiebedarf steigt nur leicht an: Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel um etwa 250 Kilokalorien, ab dem dritten Schwangerschaftsdrittel dann um 500 Kilokalorien. 

Ratgeber lesen

Dieser Punkt sorgt immer wieder für Diskussionen zwischen werdenden und erfahrenen Eltern. Paare, die ihr erstes Kind erwarten und einen Ratgeber nach dem anderen lesen, werden häufig belächelt und müssen sich auch die ein oder andere abfällige Bemerkung anhören. Dabei wird nicht selten durchklingen gelassen, dass man sich nicht mehr auf das Kind konzentriert, wenn man nur nach dem geht, was man in einem Ratgeber aufgeschnappt hat, oder dass Frauen nur auf ihren Mutterinstinkt vertrauen müssten und im Grunde das nötige Wissen von Natur aus in sich haben. Bis zu einem gewissen Grad mag das auch stimmen. In vielen Situationen wissen Mütter intuitiv, was das Kind braucht und was zu tun ist. 

In vielen anderen Situationen aber sind sie dafür völlig ratlos. Schließlich ist es heutzutage nicht mehr üblich, dass mehrere Familiengenerationen in einem Haus leben und das Wissen über die Pflege und Entwicklung von Babys weitergegeben wird. Und es hat nicht jede Frau die Möglichkeit und das Glück, ihre eigene Mutter oder Großmutter um Rat fragen zu können. Da ist es nicht verwerflich, sich das Wissen über Bücher anzueignen. Noch dazu hat sich seit der Schwangerschaft vorangehender Generationen einiges in der Forschung getan. 

Natürlich sollten es Eltern mit dem Bücherwälzen nicht übertreiben und sich verrückt machen. Aber der ein oder andere Ratgeber, der objektiv wichtige Informationen über die Entwicklung des Babys liefert, kann sicher nicht schaden. Das ist immer noch besser, als völlig unvorbereitet in eine neue Entwicklungsphase des Babys zu geraten und sich unnötig Sorgen zu machen und schon wieder mit dem Baby zum Kinderarzt zu fahren, weil man nicht weiß, was vor sich geht. 

Das Kinderzimmer einrichten

Das Kinderzimmer sollten sich die werdenden Eltern rechtzeitig vornehmen. Denn dafür wird mehr Zeit benötigt, als man so meinen könnte. Je nachdem, wofür der Raum bisher genutzt wurde, muss er erst einmal ausgeräumt werden, bevor er zum Kinderzimmer umgestaltet werden kann. Sind die gewünschte Tapete und Wandfarbe besorgt, geht es ans Tapezieren und Anstreichen. Noch ein Grund, warum Sie das Thema Kinderzimmer nicht zu lange aufschieben sollten: Die Wandfarbe und die Möbel, falls sie neu sind, sollten etwa vier Wochen ausdünsten, ehe ein Baby in das Zimmer kommt. Denn die Gase der Lösungsmittel erhöhen das Allergierisiko von Neugeborenen und Kleinkindern.

Viele werdenden Eltern stehen allerdings etwas ratlos da bei der Frage, wie sie das Kinderzimmer am besten einrichten und was sie alles anschaffen müssen, damit der Nachwuchs optimal versorgt ist. Da ist es hilfreich, eine Übersicht zur Hand zu haben mit den Sachen, die Sie für die Erstausstattung Ihres Babys brauchen oder auf die Sie getrost verzichten können. Was die Kleidung angeht, sollten es vor allem praktische Sachen sein: Achten Sie darauf, dass möglichst wenige Kleidungsstücke über den Kopf angezogen werden müssen und stattdessen gewickelt oder im Schritt zugeknöpft werden. Auch bei den Pflegeprodukten für das Baby, besonders beim Windelkauf, sollten Sie immer vor Augen haben, wie schnell Ihr Kind wachsen wird und sich generell auf die Dinge beschränken, die wirklich notwendig sind. Beispielsweise einen Windeleimer, zwei Badetücher mit Kapuze, Wickelauflagen, Salbe und Öl. 

Das Kinderzimmer sollte natürlich kindgerecht und schön gestaltet sein, aber in den ersten beiden Jahren vor allem auch praktisch. Wichtig ist ein hochwertiges Gitterbettchen – idealerweise eines, das mitwächst und später zu einem Kinderbett umgebaut werden kann. Wichtig ist auch eine Wickelkommode, die groß und stabil genug ist. Kinder wachsen schnell und werden oft bis zum zweiten Lebensjahr gewickelt – da sind ausreichend Platz und Stabilität gefragt. Eine Zimmerecke sollten Sie zur Stillecke erklären und sie mit einem bequemen Sessel ausstatten. Hier können Sie Ihr Baby füttern, es beruhigen, wenn es nachts weint, oder sich einfach gemeinsam mit dem Baby ausruhen. Ein Kleiderschrank ist in den ersten zwei Lebensjahren noch nicht unbedingt nötig. 

Wichtige Kurse für die werdenden Eltern

Besonders, wenn Sie Ihr erstes Kind erwarten, ist es sinnvoll, einen Geburtsvorbereitungskurs zu belegen. Hier erhalten Sie viele Tipps über Schwangerschaftsbeschwerden, die Geburt und den Alltag mit Kind und können sich im Kurs mit anderen werdenden Müttern austauschen. Im Geburtsvorbereitungskurs können Sie viele Fragen rund um das Baby klären und damit einige Ängste und Sorgen aus der Welt schaffen. Außerdem erleben gut vorbereitete Eltern kürzere Geburten, weniger Komplikationen bei der Geburt und sind mit dem Geburtserlebnis insgesamt zufriedener. 

Die Kurse dauern in der Regel 14 Stunden, verteilt auf sieben Doppelstunden. Die meisten Schwangeren fangen etwa in der 25. Schwangerschaftswoche mit dem Kurs an. Anmelden sollten Sie sich aber frühzeitig. Am besten schon ab der 15. Schwangerschaftswoche, damit Sie in Ihrem Wunschkurs einen Platz bekommen. 

Außerdem ist es sinnvoll, sich als werdende Eltern mit dem Thema Erste Hilfe bei Babys und Kindern auseinanderzusetzen. Idealerweise in einem entsprechenden Erste-Hilfe-Kurs, in dem Sie die Maßnahmen nicht nur theoretisch lernen, sondern auch praktisch üben. Gerade bei Paaren, die zum ersten Mal Eltern werden, nimmt so ein Kurs die Angst davor, dass dem Kind etwas passiert und sie nicht wissen, was im Notfall zu tun ist

Die Wahl der Geburtsklinik

Viele Frauen tun sich schwer mit der Entscheidung, in welchem Krankenhaus sie ihr Baby entbinden wollen. Für die einen ist es wichtig, dass das Krankenhaus möglichst nah am Zuhause liegt, für die anderen muss die ideale Entbindungsklinik eine ganze Liste an Kriterien erfüllen. Es ist aber in jedem Fall sinnvoll, sich so früh wie möglich mit der Frage auseinanderzusetzen, wo das Baby auf die Welt kommen soll. Im besten Fall entscheiden Sie sich zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche für eine Klinik. 

Um die Auswahl einzugrenzen, sollten Sie die Informationstage der einzelnen Krankenhäuser in Ihrer Umgebung nutzen und sie sich bei einer Führung durch die Kreißsäle genauer anschauen. Die Termine hierfür finden Sie in der Regel auf der jeweiligen Internetseite des Krankenhauses. Allerdings muss die Geburt nicht zwingend in einem Krankenhaus stattfinden: Eine Entbindung im Geburtshaus oder zuhause ist ebenfalls möglich. 

Unabhängig davon, wo die Entbindung stattfindet, sollten Sie möglichst vorher entscheiden, in welcher Geburtsposition Sie entbinden möchten: im Stehen, im Liegen, in der Hocke, im Gebärstuhl, im Vierfüßlerstand oder im Wasser.