E-Zigarette vs. Tabak — wo liegen die Unterschiede?

Sind die elektronischen Pendants zu Zigaretten gesünder?

13. Oktober 2017

Rauchen ist rauchen? So verpönt, wie das Laster heute in einigen Bereichen ist, wundert eine solche Aussage nicht. Doch nicht nur würden Pfeifenliebhaber und Zigarrenfreunde bei dem Ausspruch die Hände überm Kopf zusammenschlagen, auch Dampfer drehen sich mit hochgezogenen Augenbrauen ab. Denn Rauchen ist garantiert nicht Rauchen. Gerade, wenn die E-Zigarette ins Spiel kommt, gibt es kaum noch eine Gemeinsamkeit. Schließlich gibt es bei ihr nichts, was wirklich raucht. Dieser Artikel zeigt auf, welche Unterschiede zwischen den Tabak- und E-Zigaretten bestehen.

Was passiert beim Dampfen?

Die E-Zigarette könnte problemlos Dampfzigarette genannt werden. Sie ist letztendlich nichts anderes, denn in ihr verbrennt nichts. Zumindest nicht, wenn die elektrische Variante zugrunde gelegt wird, die mit Liquid befüllt wird. Mittlerweile gibt es von Tabakkonzernen E-Zigaretten mit Tabakkapseln, die jedoch wieder verbrannt werden. Von dieser E-Zigarette ist in diesem Artikel nicht die Rede. Beim Genuss der elektrischen, mit Liquid befüllten E-Zigarette geschieht Folgendes:

-    Feuerung — über den aufgeladenen Akku wird eine Heizspirale erhitzt, sobald der Knopf gedrückt wird. Die Heizspirale befindet sich im sogenannten Verdampfer.
-    Liquid — das Liquid, das in den Verdampfer gefüllt wird, träufelt auf die Heizspirale. Hier erhitzt es sich und wird - bedingt durch die Inhaltsstoffe - zu Wasserdampf.
-    Einatmen — der generierte Wasserdampf wird nun inhaliert. Einzig dieser Punkt stimmt mit der normalen Zigarette überein, da auch hier der Rauch eingeatmet wird.

Viele Außenstehende wissen nicht, dass die E-Zigaretten nur Dampf produzieren. Sie sehen eine Wolke und schließen direkt darauf, dass es Rauch sein muss. Ist es aber nicht. Zudem sondert die E-Zigarette Dampf nur während des Betriebs ab. Wird der Powerknopf nicht gedrückt, liegt das Dampfgerät brach und nichts geschieht. Da ist sie klar im Vorteil gegenüber der Tabakzigarette. Die qualmt nun mal munter vor sich hin, sobald sie angezündet ist.

Ist die E-Zigarette gesünder?

Ja, sie ist gesünder (weniger schädlich). Nein, sie ist nicht gesund. Wer als Nichtraucher glaubt, er kann die E-Zigarette nehmen und lebt weiterhin so gesund, wie bisher, liegt falsch. Wer aber als Raucher teilweise oder komplett auf die E-Zigarette umsteigt, lebt gesünder. Und nicht nur er selbst, sondern auch seine Umwelt. Grundsätzlich ist die elektrische Zigarette in den folgenden Punkten vorteilhaft:

-    Schadstoffe — unbestritten hat die elektrische Variante der Zigarette wesentlich weniger Schadstoffe, als eine übliche Tabakzigarette. Je nach Liquid ist nicht einmal Nikotin vorhanden. Jedoch kann noch nicht gesagt werden, ob in dem Dampf schädliche Stoffe vorkommen oder ob diese bei einigen Personen reizend wirken können.
-    Nikotin — in Tabakzigaretten ist immer Nikotin, bei der E-Zigarette kann darauf verzichtet werden. Gleichfalls ist es möglich, den Nikotingehalt der Liquids selbst zu steuern, wahlweise, indem gleich eine niedrige Stärke gewählt wird, oder aber, indem verschiedene Liquids gemischt und der Nikotingehalt heruntergesetzt wird.
-    Umweltbelastung — hiermit ist die Gefährdung von Passivrauchern gemeint. Bei der typischen Tabakzigarette wird immer Rauch abgegeben, sobald sie angezündet ist. Ein Großteil des Tabaks verbrennt, ganz ohne dass der Raucher tätig ist. Bei der E-Zigarette sieht das anders aus. Sie ist aus, sofern nicht der Powerknopf gedrückt und am Mundstück gezogen wird. Die Außenwelt bekommt nur noch den Dampf ab, den der Dampfer ausatmet. Studien ergaben, dass in diesem Dampf kaum noch Nikotin vorhanden ist und dass er die Außenwelt nicht schädigt. Gleichzeitig wirkt sich der verminderte Geruch natürlich positiv auf die Umgebung aus. Im Klartext: Es stinkt nicht.

Was ist zu beachten?

Wichtig ist zu wissen, dass die E-Zigarette kein Rauchentwöhnungsprodukt ist. Teilweise wird sie immer noch so beworben, doch ist das schlichtweg falsch. Sie ist ein Ersatz zur typischen Tabakzigarette und dient keinesfalls dazu, mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist natürlich möglich - ebenso, wie es möglich ist, einfach mit den Tabakzigaretten aufzuhören. Wer mit dem Gedanken spielt, sich die elektrische Variante zuzulegen, sollte Folgendes beachten:

-    Auswahl — nicht jeder kommt mit jeder E-Zigarette zurecht. Die heutigen Produkte sind vielseitig und in der Regel sehr einfach zu bedienen. Trotzdem hilft es, sich vor dem Kauf mehrere Modelle anzusehen und zu testen.
-    Rauchverhaltenviele Umsteiger haben das Problem, dass sich das Dampfen nicht echt anfühlt, beziehungsweise, dass sie nicht von der Tabakzigarette loskommen. Oftmals liegt das daran, dass zum falschen Zeitpunkt gedampft wird. Das Nikotin im Liquid wirkt langsamer als das einer Tabakzigarette. Wer also akuten »Schmacht« hat, wird länger benötigen, um sich wieder befriedigt zu fühlen. Dampfer sollten daher immer wieder zwischendurch einige Züge nehmen, damit sich das Verlangen nach Nikotin gar nicht erst aufbaut.
-    Vorsicht — bei der Aufbewahrung der Liquids sollten Dampfer ein wenig Vorsicht walten lassen und sie nicht in der Reichweite von Kindern aufbewahren. Zwar sind die Fläschchen mit einer Kindersicherung ausgestattet, doch können Kinder diese durchaus öffnen. Da die Liquids oft lecker riechen, könnten gerade Kleinkinder auf den Gedanken kommen, sie zu trinken.
-    Akku — jeder Dampfer sollte immer einen aufgeladenen Ersatzakku dabeihaben. Denn, ist der Akku leer, kann nicht geraucht werden.
-    Nikotinstärken testen — für Umsteiger empfiehlt es sich, zuerst ein Liquid mit einer höheren Nikotinstärke zu wählen. Gleichzeitig sollte dieses Liquid komplett ohne Nikotin gekauft werden. Auf diese Weise kann die Stärke daheim selbst reguliert und verringert werden.

Nichtraucher können natürlich auf eine E-Zigarette zurückgreifen, doch ist für sie der gesündere Effekt nicht gegeben. Immerhin bleibt es trotz aller Technik bei einem Fakt: Wer gar nicht raucht, dampft oder sonstige Stoffe einatmet, lebt immer noch am gesündesten.

Fazit — für Raucher hat die E-Zigarette Vorteile

Wer seit Jahren zu Tabak greift, nicht unbedingt aufhören will, aber trotzdem an seine Gesundheit denken möchte, der ist gut beraten, die elektrische Variante auszuprobieren. Sie ist definitiv gesünder und im Unterhalt gleich günstiger. Trotzdem sollte er die Studien zukünftig genau verfolgen, weil noch nicht alle Inhaltsstoffe im Dampf von E-Zigaretten endgültig geklärt wurden. Für Nichtraucher ist die elektrische Zigarette jedoch ebenso ungeeignet, wie die Tabakzigarette.