Früher in Rente: Finanzielle Auswirkungen und Checkliste für Antragsteller

Worauf Sie sich einstellen müssen – Tipps und Infos!

Das reguläre Renteneintrittsalter liegt für Arbeitnehmer ab Geburtsjahr 1964 bei 67 Jahren. Viele Arbeitnehmer möchten ihren Ruhestand aber früher genießen. Kein Wunder – egal ob körperliche Arbeit oder Büro: In der heutigen Arbeitswelt fühlen sich viele Menschen durch immer steigende Anforderungen schneller ausgebrannt. Die Zahl der psychosomatischen Erkrankungen steigt stetig. Und: Wer bekommt denn noch ab 60 Jahren einen Job? Bereits ab 50 Jahren wird es auf dem Arbeitsmarkt schwer. Da ist es verlockend, früher in Rente zu gehen – oder?

Früher in Rente gehen – ein Traum! Problemlos klappt das bei allen, die vor 1953 geboren sind und mindestens 45 Jahre rentenversichert waren: Sie können mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Alle anderen müssen mit Einbußen rechnen.

Finanzielle Auswirkungen

Bei der vorgezogenen Altersrente fällt die Rente für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme um 0,3 Prozent niedriger aus. Beispiel: Bei einem Rentenanspruch von 1.000 Euro monatlich wird jemandem, der mit 63 statt mit 67 in Rente geht, die Rente auf 856 Euro gekürzt (48 Monate x 0,3 Prozent).

Generell gibt es drei Möglichkeiten, früher in Rente zu gehen

1. Vorgezogene Altersrente: Sie kann von jedem Arbeitnehmer ab 63 beantragt werden, der 35 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat. Die Rente wird dann allerdings mit Abschlägen ausgezahlt.

2. Erwerbsminderungsrente: Wer aus Krankheitsgründen weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann, hat einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Die Höhe wird individuell ermittelt.

3. Schwerbehinderung: Diese Form der Frührente kann von Personen beantragt werden, die einen Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent und 35 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben.

29 Prozent der Deutschen wollen früher in Rente, auch wenn finanzielle Einbußen drohen.

Checkliste für Antragsteller

  • Die Rente wird nicht automatisch ausgezahlt. Sie sollte drei Monate vor dem gewünschten Beginn beantragt werden
  • Vorab beraten lassen und durchrechnen, welche Ansprüche Sie haben.
  • Formulare für den Antrag gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung.
  • Eine Mitgliedschaft im Sozialverband VdK kann sich lohnen: Sie bekommen dort Rechtsbeistand und Unterstützung.
  • Wird Ihr antrag abgelehnt, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Wird dieser auch abgelehnt, reichen Sie Klage beim Sozialgericht ein.

Wann um die Frührente kümmern?

Interessierte an einer Frührente sollten sich ab dem 50. Geburtstag um das Thema kümmern, dann bleibt genügend Zeit zum Planen. Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Beratungsgespräche an und hilft auch beim Ausfüllen der Antragsformulare. Termine kann man entweder online oder telefonisch vereinbaren unter 08 00/10 00 48 00.

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