Geld falsch überwiesen? Was Sie jetzt unternehmen sollten

3 Fragen an Rechtsanwalt Markus Mingers

Das kann manchmal schnell gehen – einmal nicht richtig aufgepasst oder die Daten nicht ordentlich nachkontrolliert und schon geht die Überweisung an den falschen Empfänger raus. Markus Mingers ist Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Mingers & Kreuzer in Köln. Er ist Experte für Verbraucherfragen und sagt, was in so einem Fall zu tun ist.

Warum sollte ich schnell handeln? 

Eine Fehlbuchung ist ärgerlich, doch im Regelfall kann man Überweisungen problemlos zurückholen, solange sie noch nicht vollzogen sind – dies passiert üblicherweise innerhalb eines Tages, sodass Sie 24 Stunden Zeit dafür haben. Danach wird der Vorgang komplizierter. 

Was, wenn ich es zu spät merke? 

Dann sind Sie auf die Bank angewiesen, die den Empfänger ausmachen muss und diesen bittet, den Betrag zurückzuschicken. Die Bank selber kann dies nicht veranlassen. Sie müssen also auf einen kooperationswilligen Empfänger hoffen. Eine Garantie auf Erstattung gibt es nicht. 

Empfänger weigert sich – was nun? 

Will der Empfänger nicht zurückzahlen, sollten Sie rechtliche Schritte einleiten und Anzeige erstatten. Dazu muss die jeweilige Hausbank Ihnen die Adresse des Empfängers herausgeben. Den gesamten Vorgang nennt man Überweisungswiderruf, er kostet ungefähr fünf bis zehn Euro.