Kostenfalle Auto!? Das macht die Kfz-Versicherung wirklich günstiger

Ratgeber

Eine Kfz-Versicherung ist Pflicht. Ohne diese ist es nicht möglich, ein Auto anzumelden. Doch zwischen Pflicht und Pflicht gibt es gerade bei diesem Thema Unterschiede, die sich kostentechnisch durchaus bemerkbar machen. Welche das sind und was die Autoversicherung wirklich günstiger machen könnte, verrät der folgende Beitrag.

Tipp 1: Die Pflicht-Versicherung ist nicht das Teuerste

Der eingangs erwähnte Pflicht-Teil, den eine Kfz-Versicherung haben muss, damit das Fahrzeug zugelassen werden kann, heißt Haftpflichtversicherung. Und gerade dieser Faktor ist der günstigere Teil der Autoversicherung. Wer also Geld sparen möchte bzw. versicherungstechnisch nur den Vertrag abschließen möchte, der Pflicht ist, um das Auto zuzulassen, wählt eine Kfz-Versicherung aus und schließt lediglich die Haftpflichtversicherung ab. Diese deckt die Schäden ab, die der Halter des Fahrzeugs Dritten zufügt. Der Schaden beim Unfallgegner würde als beglichen, der eigene Schaden nicht. 

Das Manko jedoch ist der Versicherungsschutz, der damit in Verbindung steht – und der lässt natürlich ein Stück weit zu wünschen übrig. Wer sich mehr Versicherungsschutz wünscht und leisten möchte, kann bei Vergleichsportalen wie tarifcheck.de prüfen, wie teuer die Absicherung mit der Teil- oder Vollkaskoversicherung wird, die eine freiwillige Zusatzversicherung ist. Was die Teilkaskoversicherung genau abdeckt, verrät der Blick in die jeweiligen Vertragsunterlagen. Meist sind es Schäden durch Explosion, Feuer, Unwetter, Wild, Marder oder Diebstahl. Die Vollkaskoversicherung macht ihrem Namen alle Ehre und fungiert als Vollversicherung für alle Schäden.

Tipp 2: Die Fahrzeugwahl auf die Versicherung abstimmen

In regelmäßigen Abständen bringt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Typklassenstatistik heraus, die aufzeigt, wie teuer die Kfz-Versicherung für ein Auto ist – und zwar mit Blick auf die wichtigsten Fahrzeugkennwerte. Die GDV sortiert quasi jedes Fahrzeug in eine spezielle Typklasse ein. Diese Typklasse soll den Kfz-Versicherern dabei helfen, eine dem Unfallrisiko entsprechende Versicherungssumme zu kalkulieren. Um hier zu validen Zahlen zu kommen, wertet der Verband Schadensbilanzen von zahlreichen Fahrzeugmodellen in einem bestimmten Zeitraum aus. Aus dieser Auswertung wird dann eine Typklasse und zwar nach dem Prinzip: Taucht ein Fahrzeug selten in der Unfallstatistik auf und sind darüber hinaus die Schadenskosten gering, landet das Fahrzeug in einer niedrigen Typklasse – und das macht die Versicherung günstiger.

Zwar ändert sich die Typklasse in regelmäßigen Abständen von meist zwei Jahren, allerdings bleibt die Mehrheit der Fahrzeuge in ihrer bisherigen Typklasse. Im September 2021 erklärte der GDV, dass sich bei über 30 Millionen Autofahrer mit Blick auf die Typklasse nichts ändern wird. Über vier Millionen Autofahrer profitierten von einer besseren Einstufung, sieben Millionen wurden höher eingestuft und müssen mit höheren Versicherungstarifen rechnen. Unter dieversicherer.de kann das Wunschauto dem Typklassen-Check unterzogen werden. Mithilfe von Marke, Baujahr, Kraftstoffart, Leistung, Hubraum und Fahrzeugsegment lässt sich die Typklasse des Fahrzeugs herausfinden, die sich dann auf die Versicherungskosten niederschlägt. 

Tipp 3: Fahrzeug selbst oder an einem anderen Ort versichern

Ein weiterer wichtiger Baustein, der über die Höhe der Kfz-Versicherung entscheidet, ist die Regionalklasse, die im Grunde genommen nicht beeinflusst werden kann, sondern qua Wohnort feststeht. Die Regionalklasse funktioniert wie die Typklasse. Allerdings geht es nicht um die Kennwerte des Fahrzeugs, sondern um die Unfallstatistik und um die Straßenverhältnisse am Wohnort bzw. im Zulassungsbezirk. Und genau an dieser Stelle gibt es – rein theoretisch – durchaus Sparpotential. Wer alle Sparoptionen akribisch genau prüfen möchte, könnte also auch die Regionalklasse prüfen. Unter gdv.de gibt es hierzu eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht, die zeigt, wo es mit Blick auf die Regionalklasse günstiger oder teurer wird.

Aber Achtung: Wer beispielsweise in einer Region lebt und das Fahrzeug zulassen würde, die recht teuer ist, müsste genau nachrechnen, ob es günstiger ist, das Fahrzeug beispielsweise auf die Eltern zuzulassen, die noch in der alten Heimat leben. Vielleicht ist dort die Regionalklasse ja günstiger, allerdings muss dann auch bedacht werden, dass der Versicherungsbeitrag deswegen steigen könnte, weil Fahrzeughalter und Fahrer zwei Personen sind. Was unterm Strich wirklich günstiger ist, kann auch an dieser Stelle nur ein Versicherungsvergleich zeigen.

Tipp 4: An diesen Stellschrauben lässt sich zusätzlich drehen

Es gibt einige kleine Stellschrauben bei der Kfz-Versicherung, über die jeder selbst entscheiden muss. 

  • Eines dieser Details ist die Selbstbeteiligung: Sie reduziert die Versicherungsprämie, bedeutet aber auch, dass der Versicherungsnehmer bei jedem Schadensfall immer finanziell mit zur Kasse gebeten wird – gedeckelt auf den Betrag, der als Selbstbeteiligung dokumentiert wird. 
     
  • Die Werkstattbindung, also das Versprechen, das Fahrzeug nur in einer bestimmten Werkstatt reparieren zu lassen, belohnen Versicherer mit satten Rabatten.
     
  • Wer Halter und Fahrer zugleich ist, kann den Einzelfahrerrabatt nutzen. Wer zudem nur wenige Kilometer im Jahr fährt und dennoch kein Fan von Carsharing ist, könnte den Wenigfahrerrabatt für sich verbuchen. Auch Details, wie etwa Kinder unter 14 Jahren im Haushalt, können sich kostenreduzierend auswirken, denn Statistiken zeigen: Eltern fahren vorsichtiger. Eine Mann-Frau-Unterscheidung gibt es bei Kfz-Versicherungen übrigens nicht.
     
  • Wer einen Neuwagen versichert, dem wird ebenfalls eine umsichtige Fahrweise unterstellt. Auch eine eigene Garage wird als positiv und kostenmindernd angesehen.