Lässig und chic gestylt im Home Office

Zwischen Schlafanzug und Business-Outfit liegt das perfekte Styling

Wer im Home Office arbeitet, braucht den Schlafanzug gar nicht mehr auszuziehen. Dieses Klischee ist beinahe schon sprichwörtlich geworden. Aber wie passt das Arbeiten in Pyjama und Jogginghose zu „Dress for Success“? Bequem muss nicht gleich schlampig bedeuten, und auch im Home Office kann das richtige Outfit den Arbeitsalltag positiv beeinflussen. Wir zeigen ein paar schicke Alternativen zwischen Schlabberlook und Business Outfit.

Im Home Office gibt es keinen Dresscode. Oder doch?

Das Home Office stellt Berufstätige vor neue Herausforderungen. Neben dem passenden Equipment können auch die tägliche Zeitplanung und ausreichend Ruhe für konzentriertes Arbeiten wesentliche Themen sein. Wer regelmäßig einen Heimarbeitsplatz nutzt, hat vermutlich Routinen entwickelt, die den Arbeitsalltag strukturieren. Für Berufstätige, die mit dem Home Office Neuland betreten, kann es einige Zeit dauern, bis ein Rhythmus gefunden ist. 

Ein großer Vorteil, den das Home Office bietet, ist die Tatsache, dass der Dresscode wegfällt. Die Arbeit auf der Couch im Schlafanzug oder in der Jogginghose gehört zu den am besten gepflegten Klischees rund um das Home Office. Aber gibt es in den eigenen vier Wänden tatsächlich keinen Dresscode? 

Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach. Grundsätzlich schreibt uns zu Hause natürlich niemand vor, was wir zu tragen haben. Während der Kernarbeitszeiten im Home Office kann es je nach Tagesstruktur und Aufgabenbereich trotzdem so etwas wie eine Kleiderempfehlung geben. Wer beispielsweise häufiger an Videokonferenzen teilnimmt, sollte nicht im Schlabberlook vor der Webcam sitzen. Auch Geschäftstelefonate erledigen sich besser in Kleidung, die grundsätzlich ausgehtauglich ist. Verhaltenspsychologen haben herausgefunden, dass die Kleidung, die wir tragen, durchaus Einfluss auf unsere Körperhaltung, unseren Tonfall und unsere grundsätzliche Außenwirkung hat. Das bedeutet, dass man nicht nur die Mimik am Telefon hören kann, sondern auch das Outfit sich in gewissem Maße auf den Gesamteindruck im Telefonat auswirkt. Vor der Videokonferenz, aber auch vor dem Geschäftstelefonat, empfiehlt es sich deshalb, in ein businesstaugliches Outfit zu schlüpfen, die Frisur zu richten und den sichtbaren Teil des Arbeitsplatzes aufzuräumen. Ein seriöser Eindruck ist schließlich auch im heimischen Arbeitsumfeld wichtig. 

Anders sieht es aus, wenn der Arbeitsalltag im Home Office komplett ohne geschäftliche Telefonate oder Videokonferenzen gestaltet werden kann. Ist die Außenwirkung egal, kann das bequeme Lieblingsoutfit genau das Richtige sein. Warum das so ist, erklärt Autorin Julia Beil in ihrer Kolumne auf businessinsider.de. Sie spricht von Selbstbestimmung und wie die Möglichkeit, sich auch im beruflichen Alltag wieder mehr auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu besinnen, die Kreativität und Produktivität enorm steigern kann. Bequeme Kleidung und ein angenehm eingerichteter Arbeitsplatz können also durchaus mehr Schaffenskraft hervorbringen als starre Vorgaben und aufgezwungene Routinen. 

Und dann gibt es natürlich noch Charaktere, die nicht für die Arbeit im Home Office geschaffen sind oder sich mit der Umstellung zunächst schwer tun. Sie schätzen die tägliche Routine am Arbeitsplatz, den Ortswechsel, der dabei hilft, bewusst zwischen Arbeit und Privatleben zu trennen und nicht zuletzt auch den regen Austausch mit Kollegen, Vorgesetzten und Geschäftskontakten. Wer sich mit der Umgewöhnung an den heimischen Arbeitsplatz besonders schwer tut, kann sich durch die Wahl eines offizielleren Kleidungsstils eine Brücke zum gewohnten Arbeitsumfeld schlagen und sich so die Implementierung neuer täglicher Routinen erleichtern. 

Einen eindeutigen Dresscode für das Home Office gibt es also nicht, aber durchaus Indikatoren, die bei der richtigen Kleiderwahl helfen. 

Bequem und trotzdem gestylt: So schön kann das Home Office sein

Es muss nicht immer Schwarz oder Weiß sein. Das gilt auch für das Outfit im Home Office. Zwischen Schlabberlook und Business Dress liegt eine große Bandbreite an Outfits, mit denen sich der Arbeitsalltag bequem und trotzdem top gestylt gestalten lässt. 

Der Gedanke, im Schlafanzug auf der Couch arbeiten zu können, klingt verlockend. Der Reiz des Arbeitens im Gammellook ist allerdings meist schnell verflogen, denn die meisten Menschen fühlen sich leistungsfähiger, wenn sie zumindest eine gewisse Morgenroutine absolviert haben, und dazu gehört auch die tägliche Dusche mit dem Wechsel zu tagestauglicher Kleidung. 

Ein echter Allrounder im Home Office sind bequeme Freizeithosen oder Jogpants in dezenten Styles, die sich gut mit einer großen Vielfalt an Oberbekleidung kombinieren lassen. So lässt sich bei Bedarf jederzeit ein eher lässiger oder ein businesstauglicher Look kreieren. 

Als Oberbekleidung eignet sich je nach Jahreszeit ein ausgehtaugliches Shirt oder ein Pullover, der auch für den Arbeitsplatz geeignet wäre. Der Blazer darf im Home Office allerdings gerne gegen einen gemütlichen Cardigan oder eine Shirtjacke getauscht werden. 

Auf eher unbequeme Accessoires wie Gürtel, Strumpfhose und festes Schuhwerk dürfen Berufstätige im Home Office gerne verzichten. Selbst bei einer Videokonferenz ist in den meisten Fällen nur der obere Bildausschnitt sichtbar, deshalb stören die bequeme Hose und Hausschuhe oder Kuschelsocken das Gegenüber wenig. Wer im Videochat vom Schreibtisch aufstehen muss, um Arbeitsmaterial zu holen oder eine Präsentation am Flipchart zu halten, sollte dies bei der Kleiderwahl berücksichtigen und auch den unteren Bereich der Bekleidung dem offiziellen Anlass anpassen. Elegante Straßenschuhe erwartet im Home Office sicher niemand, aber eine gepflegte Hose ist Pflicht. Bei Damen darf es auch ein seriöser Rock sein, der in der kurzen Variante allerdings auch in der Videokonferenz mit Strümpfen ergänzt werden sollte. 

Der sichtbare Teil des Arbeitsplatzes sollte aufgeräumt sein

Wer die Arbeit im Home Office nicht gewöhnt ist, vergisst häufig, dass bei einer Videokonferenz nicht nur die Teilnehmer selbst zu sehen sind, sondern auch ein gewisser Bereich ihres Arbeitsplatzes. Es empfiehlt sich deshalb, für den Video-Call einen Ort in der Wohnung zu wählen, der eine neutrale und ordentliche Umgebung aufweist. Chaos und Unordnung im Hintergrund machen keinen guten Eindruck, ebenso wenig wie ein ungemachtes Bett, allzu private Fotos an der Wand im Hintergrund, die leere Bierflasche auf dem Tisch oder Wäscheberge im Korb. Schon Kleinigkeiten wie Pyjama und BH auf der Stuhllehne können einen unseriösen Eindruck hinterlassen. 

Checken Sie deshalb vor jedem Video-Call den Bildausschnitt, der während der Konferenz zu sehen sein wird und sorgen Sie dafür, dass dieser Bereich einen aufgeräumten Arbeitsplatz repräsentiert. 

Frisur und Make-Up dem Anlass anpassen

Frisur und Make-Up werden im heimischen Arbeitszimmer tendenziell auch eher vernachlässig. Für Berufstätige, die keinerlei Sichtkontakt zu Kollegen, Vorgesetzten oder Geschäftskontakten haben, ist das völlig in Ordnung. Für eine Videokonferenz sollte das Styling allerdings ein wenig angepasst werden. Ein komplettes Make-Up ist in der Regel nicht nötig, ein ebenmäßiger Teint und etwas Rouge können allerdings mit wenigen Handgriffen ein frisches und gesundes Aussehen zaubern, das seriöser wirkt als der Nude-Look für die Freizeit. 

Die Haare sollten für eine Videokonferenz sauber und gepflegt sein. Der strenge Business-Look ist auch hier nicht notwendig, aber fettiges und ungekämmtes Haar macht keinen guten Eindruck. Wer langes Haar hat, kann mit einem gepflegte Zopf oder einer Hochsteckfrisur einen guten Eindruck machen, ohne einen großen Stylingaufwand betreiben zu müssen. Aber auch Kurzhaarfrisuren sollten vor dem Call mit dem Chef unbedingt noch einmal in Form gebracht werden. 

Der beste Richtwert für das Styling im Home Office ist der gewohnte Look, der auch sonst am Arbeitsplatz getragen wird. Wer sich zur Videokonferenz stärker schminkt als sonst oder sich besonders in Schale wirft, kommt dadurch nicht unbedingt seriöser rüber. Weniger ist mehr, das gilt auch für das Styling im Home Office.