Lebenshaltungskosten langfristig – Diese Veränderungen kündigen sich an

11. Oktober 2019

Nichts ist umsonst. Die Realität des modernen Lebens ist, dass alles im Geld zusammenläuft – alles hat seinen Preis. Unser Leben ist zu einem großen Teil darauf ausgerichtet, die Kosten aller alltäglichen Aspekte stemmen zu können. Doch auf der gesamten Breite des gesellschaftlichen Lebens kündigen sich große Veränderungen an. Diese haben auch einen Einfluss darauf, was wie viel kosten wird und wie viel wir für bestimmte Dinge ausgeben müssen beziehungsweise möchten. Es gibt bereits einige Tendenzen, die sich klar abzeichnen.

Veränderung von Lebenshaltungskosten

Um die durchschnittlichen Ausgaben für das alltägliche Leben in Deutschland zu bestimmen, ist ein Index für die Lebenshaltungskosten notwendig. Dieses Stichwort hört man immer wieder, und zumeist im Rahmen wenig erfreulicher Neuigkeiten. 

Das Statistische Bundesamt ermittelt diesen Wert regelmäßig neu. Offiziell heißt er „Verbraucherpreisindex für Deutschland“ (VPI) und wird mit Hilfe des Laspeyres-Index, also einer bestimmten mathematischen Formel anhand der Kosten für üblicherweise von Privatpersonen gekauften Produkten und Dienstleistungen, errechnet.

Ein Jahr – aktuell ist dies auf 2015 festgelegt – dient dabei immer als Basisjahr, um prozentuale Veränderungen leichter erkennbar zu machen. Ist so der Index des Jahres auf 100 angelegt, war der Wert im August 2019 bereits auf 106 – also ein Anstieg der Inflation um sechs Prozent.

Die größten Preistreiber dabei waren Nahrungs- und Genussmittel – der Preis für Gemüse stieg beispielsweise um 11,6 Prozent an. Der Index ist zwar nicht perfekt, da er auf Veränderungen im realen „Warenkorb“ nicht sofort reagiert, zeigt dennoch eine klare Tendenz an.

Doch wie sieht es in den nächsten Jahren aus? Werden weitere Kostensteigerungen erwartet und wenn ja, in welchen Lebensbereichen sollte man damit rechnen?

Fixkosten sind nicht fix

Ein Problem des steigenden Preisniveaus: Es ist zu einem großen Teil auch von nicht ersetz- oder vermeidbaren Kosten abhängig. Zu den drei größten Faktoren des Indexes zählen folgende Punkte: 

•    Wohnkosten
•    Ausgaben für Transport und Mobilität
•    Ausgaben für Lebensmittel 

Derartige Fixkosten sind in der Realität nicht vermeidbar, aber leider auch nicht konstant. Somit kann man im Alltag den Preissteigerungen nicht entgehen. Einige der wichtigsten Konsumgüter werden in absehbarer Zukunft auch weiter dazu beitragen, dass die Preise steigen werden.

Entwicklung von Miet- und Wohnkosten 

Dass die Mietpreise und ebenso die Kosten für Immobilien insbesondere in Stadtgebieten enorm ansteigen, dürfte allgemein bekannt sein. Da insbesondere bei jungen Arbeitnehmern Stadtkerne und Metropolen wie Berlin immer wichtiger werden und beim Wohnraummangel kein Ende in Sicht ist, werden die Preise aufgrund des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage weiter steigen.


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Die Mietpreise vor allem in Städten verschlingen einen immer größeren Teil unseres Budgets

In verschiedenen Städten Europas, in denen ein hoher durchschnittlicher Lebensstandard herrscht und die attraktive Ziele für junge Menschen sind – gute Beispiele sind München, aber auch Dublin – liegen die Mieten bereits heute über 1.000 Euro für eine durchschnittliche Ein-Zimmer-Wohnung.
In London wurde vor einigen Jahren eine große Garage für 550.000 Pfund verkauft, obwohl sie gesetzlich nicht zu einem Wohnhaus ausgebaut werden darf. Alleine das Grundstück in einem aufstrebenden Viertel konnte wohl bereits diesen Preis rechtfertigen.

Solche Extreme haben wir in Deutschland zwar noch nicht erreicht, aber die Situation ist dennoch nicht besonders positiv. Besonders in wirtschaftlich wichtigen Stadtkernen oder im umliegenden Wohngebiet für Familien dürften die Preise weiter steigen. Möglicherweise nicht mehr ganz so rasant wie in den letzten zehn Jahren, aber wirklich besser wird die Situation dadurch nicht.

Da Wohnkosten inklusive der Energieversorgung des Haushalts bereits heute knapp ein Drittel des VPI ausmacht, dürften sie also weiter ein treibender Faktor bleiben – so lange, bis der Wohnungsmarkt in der Realität mehr Wohnungen anbietet, als benötigt werden.

Preissteigerungen bei Lebensmitteln

Da wir täglich Nahrungsmittel konsumieren müssen, sind diese ein großer Teil des VPI-Warenkorbes. Preissteigerungen in diesem Bereich betreffen uns also direkt. Häufig wird über eine Steigerung der Preise für Milch, Fisch oder Obst in den Nachrichten berichtet.

Zwischen August 2018 und dem gleichen Monats des aktuellen Jahres stiegen die Kosten für Gemüse um 12,7 Prozent an. Das hat viele verschiedene Gründe – neue Verträge zwischen Lieferanten und Landwirten wie etwa bei den Milchpreisen, oder kurzfristige Preiserhöhungen aufgrund von Ernteausfällen. Dabei gibt es natürlich auch immer mal wieder Korrekturen nach unten. Dennoch ist hauptsächlich ein Anstieg zu beobachten, der häufig über der Inflationsrate liegt. 

Transportkosten: Unvermeidlich und unbeständig

Ein weiterer großer Faktor der monatlichen Ausgaben sind die Kosten für unsere Mobilität – also das eigene Auto oder für öffentliche Transportmittel. Die Ausgaben sind in den meisten Situationen kaum vermeidlich. Leider sind auch diese von einem fortlaufenden Trend betroffen, der nur eine Richtung kennt. Laut VPI steigen die Kosten für Verkehrsausgaben konstant an, nicht zuletzt dank wachsender Rohstoffpreise.


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Bus und Bahn werden immer teurer, während Autofahrer vom Spritpreis abhängig sind.

Die Kosten für Kraftstoff sind ein großer Teil dieser Entwicklungen. Doch alleine schon der Rohstoffpreis für Öl unterliegt zusätzlich noch starken Schwankungen, die an vielen Faktoren festgemacht werden. Hier spielen auch aktuelle (politische) Entwicklungen eine Rolle

Wenn man derartige große Schwankungen bei der Entwicklung des Ölpreises außen vorlässt, lässt sich immer noch ein Trend beobachten: Die Kosten für ein Barrel Rohöl sind in den letzten 50 Jahren um ein Vielfaches angestiegen.

Dazu kommen noch hohe Steuern auf Verkehr und Kraftstoffe, insbesondere im Rahmen der immer wichtiger werdenden Klimapolitik. Im Rahmen des Klimapakets werden zudem Änderungen bei der KFZ-Steuer in Abhängigkeit der CO2-Emissionen diskutiert, wodurch zusätzliche Preissteigerungen entstehen würden.
Das hat große Auswirkungen auf die Verkehrskosten, die uns im Alltag auf zwei Wegen erreichen:

•    Private Transportkosten: Für unsere eigene Fortbewegung fallen natürlich direkte Kosten an. Egal ob Spritkosten fürs Auto oder Zug- und Bustickets, jeder Weg in einem Verkehrsmittel will auch bezahlt werden. 

•    Logistikkosten: Sie wirken sich auch in der Industrie und dem Handel aus. Die höheren Kosten werden mit steigenden Preisen für Produkte und Dienstleistungen zumindest teilweise auf Konsumenten abgewälzt. In jedem Lebensbereich tragen wir also diese Kostensteigerung zu einem kleinen Teil mit.

Eine Erhöhung der Steuern auf ölbasierte Kraftstoffe oder anhand des CO2-Verbrauchs wäre somit eine große zusätzliche finanzielle Belastung, insofern unsere Gesellschaft weiterhin so stark davon abhängt.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen der Zukunft

Doch über das grundsätzliche Preisniveau hinaus gibt es noch weitere Faktoren die darüber entscheiden, wie teuer uns der Alltag zu stehen kommt. Da sich unser Leben und die Gesellschaft darum stets verändert, kommt es auch immer wieder zu Bewegungen in finanziellen Fragen.

Steuern: Werden sie weiter steigen?

Soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit sind immer wichtigere Themen – Skandinavien macht es vor. Dort sind soziale Dienste wie die bedingungslose Unterstützung von Studenten mit Zuschüssen ohne Rückzahlung selbstverständlich. Doch das geht nur, wenn Geld da ist – im Umkehrschluss herrscht dort also ein hohes Steuerniveau.

Auch in Deutschland steigt die Steuerlast trotz den erwirtschafteten Überschüssen seit 2014 stetig an. Auch die Sozialabgaben steigen kontinuierlich an, zusammen mit der Sozialleistungsquote. Diese Zahl bezeichnet, wie groß der Anteil des Bruttoinlandsproduktes ist, der für soziale Unterstützungen vom Staat genutzt wird.

Die Gesellschaft wird also fairer für Hilfsbedürftige, was allerdings nun mal Geld kostet. Hinsichtlich der Entwicklungen in Richtung Sozialstaat und der größer werdenden Unterstützungslast im Alter ist es auch kaum vorstellbar, dass sich dieser Trend in naher Zukunft umkehren wird.

Auch die unsichtbare Steuererhöhung, die dadurch entsteht, dass mehr Menschen dank höherer Löhne in einen höheren Steuersatz rutschen, trägt ihren Teil dazu bei, dass uns trotz guter Jahre immer höhere Steuern erwarten. Dabei weist jedoch vieles darauf hin, dass trotz den hohen Kosten der allgemeine Wohlstand und das Wohlergehen der Bürger im Fall von hohen Steuersätzen ansteigen – wenn diese für soziale Zwecke eingesetzt werden.

Im Index zur allgemeinen Lebenszufriedenheit, der jedes Jahr von der UN aufgestellt wird, befinden sich Finnland, Dänemark, Norwegen, Schweden und die Schweiz allesamt an der Spitze unter den Top Ten. Zum Vergleich: Deutschland befindet sich aktuell auf Rang 17.

Die persönliche Entscheidungsfreiheit und das soziale Rettungsnetz spielen dabei eine große Rolle. Steigende Lebenshaltungskosten müssen also nicht unbedingt negativ betrachtet werden, wenn dabei diese Faktoren begünstigt werden.

Pflegekosten und Co


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Die Notwendigkeit von Pflegediensten wird in Zukunft vermutlich wachsen.

Selbst, wenn die Kosten für die Pflege grundsätzlich gleichbleiben, werden die gesamten Aufwendungen in diesem Bereich aller Wahrscheinlichkeit nach steigen. Aufgrund der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft und einer immer höheren Lebenserwartung dank medizinischer Fortschritte werden die Zahlen älterer, pflegebedürftiger Menschen vermutlich bald höher sein denn je.

Die Aufwendungen dafür müssen irgendwo herkommen, weshalb Anstiege im Beitragssatz der Pflegeversicherungen bei den Sozialbeiträgen zu erwarten sind. Bereits am 01.01.2019 wurde der Beitragssatz von 2,55 Prozent auf 3,05 Prozent erhöht.

Dies war eine Reaktion auf bereits spürbare Mehrausgaben im Pflegebereich, die nicht mehr durch die Einnahmen aus den Sozialbeiträgen gedeckt werden konnten. Doch in den nächsten Jahren dürften die Kosten erneut über die Einnahmen hinausgehen.

Dank der Überalterung hat sich die Bevölkerungspyramide stark verändert. Ab 2050 werden laut Prognosen etwa 27 Prozent der Bevölkerung im Rentenalter sein. Zur Verdeutlichung: Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei 18 Prozent.

Das hat gleichzeitig einen großen Effekt auf die Rentenkasse. Je kleiner das Verhältnis zwischen Menschen im arbeitstätigen Alter und Menschen im Ruhestand ist, desto größer wird die Last, die theoretisch pro Person in die Rentenkasse fließen muss. Wenn die Beiträge für eine im Durchschnitt längere Zeit ausgezahlt werden müssen, verstärkt das diesen Effekt zusätzlich.

Die Rentenbeiträge sind heute bereits knapper bemessen als noch vor zehn Jahren. Damit sie in absehbarer Zeit nicht vollständig ausgehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch für die gesetzliche Rentenversicherung die Sozialabgaben deutlich steigen werden.

So gibt es Prognosen, die voraussagen, dass die Rentenbeiträge bis 2045 steigen werden, während gleichzeitig das Rentenniveau sinkt. Noch ist dies nicht spürbar – der aktuelle Beitragssatz von 18,6 Prozent wird bis 2023 beibehalten werden, da das aktuelle Rentenniveau damit gehalten werden kann.
Doch danach dürften Maßnahmen nötig werden, um die Rentenkassen voll genug zu halten, damit sich die größer werdende Bevölkerungsschicht im Rentenalter noch genügend versorgen lässt. Man kann also damit rechnen, dass in den nächsten fünf Jahren steigende oder zusätzliche Beiträge auf uns zukommen.

Die Energiewende

Die Energiekosten sind ein wichtiger Teil unserer Fixkosten. Der Verbrauch von Strom in Privathaushalten ist seit 1990 von 117 auf 129 Terawattstunden gestiegen. Gleichzeitig sind Strompreise gestiegen – erst dieses Jahr wurden Preissteigerungen von gut vier Prozent angekündigt.


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Die Energiewende belastet aktuell hauptsächlich Endverbraucher.

Diese liegen teilweise an den Mehrkosten die durch die Bemühungen der Energiewende entstehen, aber auch an steigenden Umlagen und höheren Margen für die Anbieter. Die EEG-Umlage aus dem Gesetz wird dabei auf Verbraucherpreise abgewälzt, wodurch der Strompreis im Endeffekt steigt, um den Umstieg zu finanzieren. 
Bis zum Jahr 2050 ist die vollständige Energiewende geplant, inklusive Verringerung des gesamten Energieverbrauchs und deutliche Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien am Netz. Ab dann sollen mindestens 60 Prozent unseres Energieverbrauchs durch grünen Strom abgedeckt werden. Doch auch ohne diese umfangreichen Maßnahmen würden die Strompreise steigen, da auch die Kosten für die fossilen Energieträger, die zur Herstellung des Stroms verwendet werden, immer weiter in die Höhe steigen.

Das Problem ist letztendlich die ungerechte Verteilung der Kosten: Private Verbraucher werden durch die EEG-Umlage stärker belastet als die Industrie, die insgesamt sogar mehr Energie verbraucht. Bei Eingreifen der Politik zu Gunsten der Bürger könnten also weitere Preissteigerungen vermieden werden. Ebenso könnte die Stromsteuer, die einen ökologischen Hintergrund hat, wegfallen, sobald ein größerer Anteil ohnehin grüner Energie durch das Netz fließt – das fordert zumindest die Verbraucherzentrale.

Ob auf Privatkunden auch in den kommenden Jahren steigende Strompreise zukommen werden, wird sich noch zeigen müssen. Im Idealfall könnten wir hier sogar geringfügige Vergünstigungen erfahren – etwas Optimismus vorausgesetzt.

Digitalisierung – ein notwendiges Übel?

Auch durch die Digitalisierung entstehen indirekte Effekte, die in Form von hinzukommenden Ausgaben im Alltag unsere Geldbeutel belasten. Sowohl die zusätzlichen Kosten für die Geräte selbst, für Kommunikationsdienstleister und der steigende Stromverbrauch für den Betrieb der Elektronik führen zu zusätzlichen Kosten.

Hier gilt nun zu beachten, dass wir keineswegs am Ende der Entwicklungen angekommen sind. Ständig neue Innovationen auf den Gebieten von Internet der Dinge, Künstlicher Intelligenz und Virtual Reality werden den Alltag immer wieder revolutionieren und mit neuen Möglichkeiten und digitalen Dienstleistungen daherkommen.

Bereits heute sind die Kosten für einen Internetanschluss und ein onlinefähiges Mobilgerät und den dazugehörigen Tarif praktisch nicht mehr wegzudenken. Mit weiter zunehmender Digitalisierung ist daher denkbar, dass weitere kostenpflichtige Angebote auf uns zukommen werden, die so selbstverständlich werden, dass sie praktisch zu Fixkosten werden.

Veränderungen in den Konsumgewohnheiten

Wie schon bei der Digitalisierung angedeutet, haben Veränderungen in unserem typischen Lifestyle auch große Auswirkungen darauf, welche Kosten wir bereit sind, auf uns zu nehmen.


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Nicht immer nur aufs Geld schauen – manchmal muss auch etwas Luxus sein.

Damit einher geht ein Argument, das den Anstieg der Lebenshaltungskosten relativiert: Uns geht es im Durchschnitt immer besser, weshalb es nicht sinnvoll sei, das Preisniveau als einzigen Messwert zu nehmen. Zusätzlich kommt es zu einer Verschiebung in unseren Prioritäten. So sind Trends zu Bio-Lebensmitteln oder vegetarischer beziehungsweise veganer Lebensweise häufig mit Mehrkosten verbunden, die allerdings nicht als vermeidbar angesehen werden.

Ähnlich verhält es sich mit der wachsenden Bedeutung von Qualität bei alltäglichen Lebensmitteln im Hinblick auf unsere Gesundheit und eine ethischere Lebensweise. Lokal hergestellte, natürliche Produkte laufen den Billigartikeln in Discountern langsam wieder den Rang ab – obwohl sie natürlich häufig teurer sind. 

Auch Luxus- und Genussartikeln kommt eine immer größere Bedeutung zu. Ein größerer Fokus fällt auf die Selbsterfüllung mit intensiven Hobbys, Reisen und ähnlichen Luxustätigkeiten, die über grundlegende Notwendigkeiten hinausgehen. Gleichzeitig gibt es damit eine Entwicklung, die vor allem junge Menschen vermehrt zu betreffen scheint – eine große, lukrative Karriere rückt als Lebenstraum immer mehr in den Hintergrund. 

Das ist häufig auch gut möglich, ohne große Einbußen im Lebensstandard zu verspüren. Noch ist gemessen an den Reallöhnen der Anstieg des VPI nämlich noch nicht hoch genug, um im Durchschnitt zu weniger tatsächlicher Kaufkraft zu führen. Doch das bedeutet wiederum nicht, dass es uns trotz der steigenden Lebenshaltungskosten gut geht – denn das ist nur an den durchschnittlichen Einkommen in Deutschland gemessen. Insbesondere für einkommensschwache Haushalte werden im Alltag die Herausforderungen zum Stemmen der Lebenskosten immer schwieriger. 

In teuren Städten ist es kaum mehr möglich, mit einem Beruf auf Mindestlohnbasis eine eigene Wohnung zu bezahlen. Sollten die Lebenshaltungskosten im Allgemeinen weiter ansteigen, kann dies immer mehr Menschen betreffen.

Fazit: 

In vielen Bereichen steigen die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren an, was mit Trends und Entwicklungen in Verbindung gebracht werden kann, die sich in absehbarer Zeit noch nicht umkehren werden. Demnach kann man damit rechnen, dass die Inflation vorerst noch nicht einhalten wird.

Insbesondere bei Mieten, Lebensmitteln und Transportkosten kann man fest davon ausgehen, dass weitere Preissteigerungen für die nächsten Jahre auf uns zukommen werden. Auch Sozialbeiträge für Pflege- und Rentenkassen dürften bald ansteigen und somit die effektive Kaufkraft verringern.

Bei Kosten von Energie und Telekommunikation ist noch vieles von zukünftigen Entwicklungen oder politischen Korrekturen abhängig. Doch ob diese effektiv sind, wird sich zeigen müssen – trotz Mietpreisbremse steigen die Preise immer mehr.