Neues Jahr, neues Glück – dank Umschulung?

Ein Jobwechsel kann neue Chancen bieten

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und dieser ist für viele Menschen ein Anlass, ihre private sowie berufliche Situation auf den Prüfstand stellen. Es herrscht Aufbruchsstimmung und die alljährlich gefassten guten Vorsätze sollen dabei helfen, das eigene Leben zum Besseren zu wenden. Nur allzu oft geraten diese aber schnell wieder in Vergessenheit und führen somit nicht zu nachhaltigen Veränderungen. Sollten sie aber…zumindest dann, wenn Sie in Ihrem Job unzufrieden sind. Handelt es sich dabei nicht nur um eine Phase, sondern um eine dauerhafte Situation ohne Aussicht auf Besserung, müssen Sie nämlich Ihrem Lebensglück und Ihrer Gesundheit zuliebe die Notbremse ziehen. Eine Umschulung kann dann die Lösung sein. Dennoch gilt es, diese Entscheidung sorgfältig abzuwägen. 

Wann ist es an der Zeit für eine Kündigung?

Unzufriedenheit im Job ist ein Phänomen, das fast jeder Berufstätige kennt. Jeder hat mal schlechte Phasen oder ein Projekt, das keinen Spaß macht. Stress, Konflikte, Langeweile…diese und weitere negative Begleiterscheinungen gehören zu beinahe jedem Job. Dennoch sollten sie eher die Ausnahme darstellen als die Regel. Wenn Sie hingegen schon seit langer Zeit unzufrieden mit Ihrer beruflichen Position sind, beim Gedanken an den nächsten Arbeitstag Bauchschmerzen bekommen oder sich zunehmend krank fühlen – sei es psychisch oder physisch – müssen Sie dringend etwas an Ihrer Situation ändern. Ein Aussitzen würde dann nur in eine Abwärtsspirale führen, die beispielsweise in einem Burnout endet. Es gibt also konkrete Anzeichen, wann Sie einen internen oder sogar externen Jobwechsel vornehmen sollten:

•    ständige Langeweile und Unterforderung
•    fehlende Perspektiven oder Förderung
•    Verstoß der Tätigkeit gegen die eigene Moral
•    zwischenmenschliche Konflikte wie Mobbing oder Bossing
•    Stagnation der persönlichen Weiterentwicklung
•    Angstgefühle beim Gedanken an die Arbeit, den Chef oder andere Belastungen
•    Geldsorgen oder das ständige Gefühl fehlender Wertschätzung

Diese sind nur einige von vielen möglichen Gründen, weshalb Sie sich für die Kündigung entscheiden sollten und welche im Einzelfall abgewogen werden müssen. Die Geldsorgen sind dafür ein gutes Beispiel: Der Verdienst sollte nicht das wichtigste Entscheidungskriterium Ihrer Berufswahl darstellen. Doch reichen die Einnahmen nicht aus, um sorgenfrei zu leben, oder Sie stecken sogar deshalb in der Schuldenfalle, ist eine Umschulung oftmals die bessere Wahl. Selbiges gilt, wenn Sie das Gefühl haben, in Ihrem erlernten Beruf niemals glücklich werden zu können – weil er beispielsweise gegen Ihre Werte verstößt und Sie dadurch jeden Tag mit einem schlechten Gewissen arbeiten. Um ein drastisches Beispiel aufzuführen: Nehmen Sie an, Sie sind Tierfreund, aber müssen als Schlachter arbeiten. Und zuletzt kann es auch sinnvoll sein, von einem sinkenden Schiff abzuspringen, wenn das Unternehmen oder die gesamte Branche keine Zukunft mehr zu haben scheint. Tatsächlich gibt es nämlich Berufe, welche mit großer Wahrscheinlichkeit schon jetzt oder spätestens in wenigen Jahren aussterben

Den Jahreswechsel zur Reflektion nutzen

Das Ende eines Jahres ist also eine optimale Gelegenheit, um die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und sich zu fragen, was gut lief und was weniger. Zudem sollten Sie einen ehrlichen Blick auf sich selbst werfen: Wie glücklich bin ich? Habe ich mich weiterentwickelt? Was belastet mich? Welche Ziele habe ich? Diese und weitere Fragen können Ihnen dabei helfen, alarmierende Anzeichen zu erkennen, zum Beispiel für eine Überlastung oder eine nahende Erkrankung. Zudem gilt es, den Blick in die Zukunft zu richten und sich zu fragen: Was soll sich im kommenden Jahr ändern oder welche neuen beziehungsweise veränderten Ziele möchten Sie verfolgen? Vielleicht wollen oder müssen Sie beruflich kürzer treten. Oder Sie sind schon viel zu lange bei demselben Arbeitgeber. Oder Sie wünschen sich eine Umschulung, um endlich Ihren Traumberuf zu erlernen. Oder Sie möchten dadurch Ihre berufliche und finanzielle Zukunft sichern. Die Möglichkeiten sind beinahe endlos.

Nutzen Sie den Jahreswechsel also zur Reflektion, aber auch, um Ziele für das nächste Jahr zu definieren. Ob diese nun als gute Vorsätze oder einfach als Karriereplanung bezeichnet werden, ist dabei irrelevant. Hauptsache, Sie setzen diese anschließend auch in die Tat um!

Wann ist eine Umschulung sinnvoll…

Ob und wann eine Umschulung für Sie Sinn macht und welchen Beruf Sie erlernen möchten, müssen Sie prinzipiell selbst entscheiden. Es gibt aber durchaus Anhaltspunkte, wann diese Entscheidung richtig sein kann:

•    Sie suchen ohnehin einen neuen Job, weil Sie beispielsweise gekündigt haben oder wurden.
•    Sie streben neue Karriereziele an, welche mit Ihrem aktuellen Beruf unerreichbar sind.
•    Sie haben ausreichend finanzielle Mittel, um die Umschulung zu finanzieren.
•    Sie sind noch möglichst jung, jedoch sind einige Umschulungen auch noch kurz vor der Rente machbar.
•    Sie können in Ihrem aktuellen Beruf Ihre Stärken und Talente nicht zur Geltung bringen.
•    Sie sind unglücklich in Ihrem jetzigen Job und/oder werden durch ihn krank.
•    Sie können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Ihrem aktuellen Beruf arbeiten.
•    Ihr Job gehört – wie bereits erwähnt – zu den Berufen mit schlechten Zukunftsperspektiven.
•    Sie können sich moralisch oder auf andere Art und Weise nicht mit Ihrem Beruf identifizieren.
•    Sie verdienen nicht ausreichend, um davon Ihren Lebensunterhalt stemmen zu können.

…und wann eher nicht?

Gleichzeitig gibt es natürlich auch private oder berufliche Situationen, in welche eine Umschulung zumindest momentan eher weniger zu empfehlen ist:

•    Sie sind jünger als 18 oder mehr als 60 Jahre alt.
•    Sie sprechen nicht ausreichend gut Deutsch.
•    Ihre Umschulung wird nicht gefördert und Sie verfügen nicht über ausreichend finanzielle Mittel, um diese selbst zu finanzieren.
•    Sie interessieren sich für einen Beruf, der Ihnen zwar Spaß machen würde, allerdings wäre der Verdienst nicht für den Lebensunterhalt ausreichend.
•    Sie sind gesundheitlich nicht in der Lage.
•    Sie haben Probleme mit dem Erlernen sowie Umsetzen theoretischer und praktischer Inhalte.
•    Sie müssten einen sicheren Job aufgeben, obwohl Sie große Verpflichtungen haben – zum Beispiel Schulden oder ein neugeborenes Kind.

Diese sind nur einige Möglichkeiten von vielen und sie stellen natürlich keine Ausschlusskriterien dar. Dennoch ist es in solchen Fällen sinnvoll, die Umschulung gut zu durchdenken, sorgfältig zu planen und gegebenenfalls noch für einige Zeit aufzuschieben…vielleicht, weil Sie zuerst einen Deutschkurs belegen oder etwas Geld auf die Seite bringen möchten. 

Alternative Jobs mit Zukunftspotenzial

Die Antwort auf die Frage, ob eine Umschulung in Ihrem Fall sinnvoll ist oder nicht, hängt also zu großen Teilen von Ihrer individuellen Situation und Ihrem Beruf ab – von jenem, den Sie aktuell ausüben sowie demjenigen, auf welchen Sie umschulen möchten. Sie sollten sich daher nicht nur fragen, ob Sie sich eine Umschulung im Allgemeinen vorstellen können, sondern auch zu welchem Berufsbild. Es gibt durchaus attraktive Jobs mit Zukunftspotenzial, welche Ihnen beste Karrierechancen, finanzielle Sicherheit sowie spannende Tätigkeitsfelder bieten. Dazu gehören zum Beispiel:

•    Gefragt sind sowohl jetzt als auch in Zukunft IT-Spezialisten in verschiedenen Fachgebieten. Denn beinahe jedes Unternehmen braucht Unterstützung beim Aufbau, der Entwicklung oder Pflege seiner internen IT-Infrastruktur. Wer sich also für das Programmieren & Co interessiert, findet in der IT eine große Jobsicherheit und optimale Möglichkeiten für die Selbständigkeit als Freelancer mit attraktivem Verdienst.
•    Soll es hingegen eine handwerkliche Tätigkeit sein, sind die Perspektiven ebenfalls exzellent. In vielen handwerklichen Berufen fehlt es nämlich an Nachwuchs und so stehen Ihre Chancen sowohl auf eine Ausbildung als auch eine Anstellung – oder sogar ein eigenes Unternehmen – hervorragend. Das betrifft sowohl klassische Handwerksberufe wie Maler oder Klempner, aber ebenso gemischte Berufsbilder wie jene des Optikers, wo Sie auch, aber eben nicht nur, handwerklich tätig sind
•    In Sozialberufen wird Ihnen der Quereinstieg ebenfalls leichtgemacht – unabhängig von Ihrem Alter oder Ihrer Erfahrung. Denn Fachkräfte sind hier Mangelware und so wird Ihre Umschulung mit großer Wahrscheinlichkeit sogar vom Arbeitgeber gefördert. Sei es in der Kranken- oder Altenpflege: Hier können Sie Gutes tun und zugleich einen sicheren Job ausüben, bei welchem Sie meist viele Möglichkeiten genießen, Ihr Arbeitspensum gemäß Ihrer individuellen Wünsche zu bestimmen. 

Die Liste ist natürlich noch deutlich länger und betrifft viele verschiedene Branchen. Ob Sie nun handwerklich, sozial oder am Schreibtisch arbeiten möchten, gerne alleine oder im Team tätig sind, nach flexiblen Arbeitszeiten suchen oder „downshiften“ wollen…die Möglichkeiten sind beinahe endlos und so genießen Sie eine hohe Wahrscheinlichkeit, einen Beruf mit Zukunftspotenzial zu finden, der gut zu Ihnen passt – besser jedenfalls als Ihre bisherige Tätigkeit!