Schriftstellerinnen, die Frau kennen muss

Von Austen bis Rowling

20. April 2020

Heutzutage ist es ganz normal, dass herausragende Bücher von Frauen regelmäßig auf internationalen Bestsellerlisten landen. Das war aber nicht immer so. 

Wie viele andere Bereiche des Lebens auch, war die Welt der Literatur von Anfang an ein männerdominiertes Feld. Damals schrieben sogar die meisten talentierten Autorinnen unter einem männlichen Pseudonym, damit sie von Lesern und Kritikern überhaupt ernst genommen werden würden. Obwohl Frauen noch einen weiten Weg zur Chancengleichheit im Beruf haben, sind diese Zeiten zum Glück vorbei. Denn viele der besten Bücher aller Zeiten wurden von Frauen verfasst, was gebührende Anerkennung verdient. Wir haben uns einmal schlau gemacht, welche Autorinnen man unbedingt kennenlernen sollte.

Jane Austen (1775 – 1817)

Sie gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern des frühen 19. Jahrhunderts. Die Britin Jane Austen wurde in Hampshire, England in eine überdurchschnittlich gebildete Familie hineingeboren und fing schon früh mit dem Schreiben an. Dabei konzentrierte sie sich zunächst auf satirische Kurzprosa und Persiflagen. Ihren allerersten Roman verfasste sie im jungen Alter von 20 Jahren. Dass sie eine schreibende Frau war, verbarg Jane nicht: Ihre Werke veröffentlichte sie unter dem Pseudonym „By a Lady“. Jane war bekannt für ihre Schlagfertigkeit und überaus kreativen Gebrauch von Metaphern. In Büchern wie „Stolz und Vorurteil“ (1813) nutzt sie zum Beispiel verschiedene Kartenspiele, um die Persönlichkeit ihrer Charaktere zu beschreiben

Virginia Woolf (1882 – 1941)

Sie war nicht nur eine begnadete Schriftstellerin, sondern auch Literaturkritikerin und ihre eigene Verlegerin. Die britische Alleskönnerin Virginia Woolf wuchs im Viktorianischen England auf und bekam die Einschränkungen, die damals für Mädchen und Frauen galten, am eigenen Leib zu spüren. Über die Ungerechtigkeiten zu schreiben war für sie deshalb nicht nur ein bloßer Zeitvertreib, sondern auch eine Form der Rebellion. Tatsächlich gehörte ihr Werk „Ein Zimmer für sich allein“ (1929) zu den Texten, die im Rahmen der damaligen Frauenbewegung am meisten zitiert wurden. Virginias Stil zeichnet sich durch den Gebrauch von Bewusstseinsströmen aus – ein Stilmittel, dass nach ihr immer mehr in Mode kam. 

Toni Morrison (1931 – 2019)

Die in New York geborene Schriftstellerin Toni Morrison stammte aus einer afroamerikanischen Arbeiterfamilie und wurde in den Südstaaten der USA schon im frühen Alter mit extremer Armut und Rassismus konfrontiert. So flüchtete sich Toni in die Welt der Literatur, in der ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt waren. Zu ihren Lieblingsautoren gehörten dabei Jane Austen und Leo Tolstoi. Später fing sie selbst das Schreiben an und verarbeitete ihre traumatischen Erlebnisse in Romanen wie „Sehr blaue Augen“ (1979), Menschenkind (1989) oder „Liebe“ (2003). Im Jahr 1993 erhielt sie sogar einen Literaturnobelpreis und wurde offiziell zur bedeutendsten Vertreterin der afroamerikanischen Literatur ernannt.

Joanne K. Rowling (1965)

Auch Joanne K. Rowling wuchs in sehr armen Verhältnissen auf. Als Erwachsene lebte die alleinerziehende Mutter sogar von der Sozialhilfe und konnte sich und ihr Kind kaum über Wasser halten. In ihrer Freizeit dachte sich die in England geborene Schriftstellerin gerne Geschichten aus und brachte diese irgendwann zu Papier. Zum Glück: Mit der Veröffentlichung ihres ersten Harry Potter-Romans „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (1998) wurde die damals 33-jährige über Nacht zum Star. Heute ist sie die wohlhabendste Schriftstellerin der Welt und hat mit ihren Charakteren Harry, Ron und Hermine ein regelrechtes Emporium geschaffen.

Chimamanda Ngozi Adichie (1977)

Viel zu selten werden in westlichen Ländern Romane von afrikanischen Schriftstellern gelesen. Dass von diesem Kontinent wahre Schätze in unseren Buchläden landen, beweist die Nigerianerin Chimamanda Ngozi Adichie. Die im nigerianischen Bundesstaat Anambra geborene Autorin wuchs zusammen mit ihren fünf Geschwistern auf und zog im jungen Alter von 19 Jahren für ein Studium in die USA. Die Erfahrungen, die sie dort als junge Afrikanerin machte, dienten als perfekte Grundlage für ihren bisher bekanntesten Roman „Americanah“ (2013). In ihrer Literatur spricht Chimamanda Ngozi nicht nur für und über sich, sondern gibt auch ihrem Herkunftsland und besonders den dortigen Frauen eine Stimme, die dringend gehört werden sollten.
Natürlich gibt es noch viele weitere Autorinnen, die es auf diese Liste verdient hätten. Die aufgeführten Beispiele sind jedoch der beste Beweis dafür, was für einen großen Einfluss Frauen schon immer auf die Welt Literatur hatten. 
 

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