Umweltbewusst leben: Wie können wir der Natur wirklich helfen?

Wir gehen sieben Mythen auf den Grund

Nachhaltiger und umweltbewusst leben für uns und unsere Natur – ein klasse Vorsatz. Doch manch gut gemeinter Ratschlag ist überhaupt nicht sinnvoll. Nur weil „Bio“ draufsteht, muss ein Produkt zum Beispiel noch lange nicht die Umwelt schonen: Das gilt beispielsweise bei Kartoffeln aus Ägypten, die dort erst stark bewässert werden und dann einen langen Transportweg überstehen müssen. Was gilt sonst noch?

Umweltbewusst leben ist gar nicht so schwierig. Es gibt ein paar einfache die Dinge, die jeder von uns in seinen Alltag einbauen kann. Wir klären Sie über sieben gängige Umwelt-Mythen auf und fragen uns: Stimmt es eigentlich, dass ...

... wir Obst immer regional kaufen sollten?

Das stimmt nicht immer. Obst aus der Region zu kaufen, wird nur dann die Umwelt schonen, wenn es nicht in Kühlhäusern gelagert wird. Dies ist aber nur in der Erntezeit und kurz danach der Fall. Obst und Gemüse deshalb am besten immer saisonal einkaufen. Die Kohlendioxid-Belastung beim Transport von Ware aus Übersee ist geringer als die energieintensive Lagerung von heimischem Obst.

... es umweltschonender ist, das Geschirr von Hand zu spülen? 

Nein, denn wenn wir einzelne Teile unter fließend heißem Wasser abspülen, wird dabei mehr Energie und Wasser verbraucht, als wenn wir den Geschirrspüler nutzen. Am sinnvollsten ist es, die Maschine immer ganz zu befüllen, auf eine Vorwäsche zu verzichten und ein Sparprogramm bei niedriger Temperatur auszuwählen. Hier können wir also die bequemere Reinigungs-Variante wählen – und zwar mit gutem Gewissen.

... wir lieber zu Flaschen aus Glas greifen sollten?

Wichtiger als die Unterscheidung zwischen Plastik und Glas ist die zwischen Einweg und Mehrweg. Einwegflaschen legen laut Studie der Deutschen Umwelthilfe von der Produktion bis zum Kunden und von dort zur Entsorgung rund doppelt so viele Kilometer zurück wie Mehrwegflaschen. Diese werden außerdem bis zu 50-mal wiederbefüllt.

... beim Rausgehen gilt: Licht aus?

Stimmt nicht ganz: Wer nur für wenige Minuten den Raum verlässt, sollte das Licht ruhig anlassen. Beim Anschalten wird selbst bei Energiesparlampen so viel Energie verbraucht, wie sie anschließend für drei bis fünf Minuten Betrieb benötigen.

...Wasser sparen wichtig ist?

„Beim Zähneputzen kein Wasser laufen lassen“, heißt es oft. Im Haushalt lohnt es sich ja auch, wenn wir Wasser sparen – für unseren eigenen Geldbeutel. Doch wenn insgesamt zu wenig Wasser durch die Kanalisation fließt, um die Rohre freizuhalten, müssen die Wasserwerke nachspülen. Damit ist niemandem gedient.

... Papier besser ist als Plastik?

Klar, Plastik ist der Umweltsünder Nummer 1. Es verrottet nicht, verschmutzt die Meere und hat tödliche Folgen für Tiere. Deshalb sollten wie möglichst ganz auf Plastiktüten verzichten und im Supermarkt zu unverpackter Ware greifen. Papiertüten bauen sich zwar ab, für die Herstellung braucht man aber sehr viel Energie, Wasser und Chemikalien. Die beste Lösung lautet deshalb: auf wiederverwendbare Jute- oder Stoffbeutel zurückgreifen.

... das Wasch-Kurzprogramm Energie spart?

Nein! Um schneller als gewöhnlich ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird im Kurzprogramm reichlich Energie verbraucht. Am sparsamsten sind die so genannten Eco-Programme. Sie laufen bis zu drei Stunden lang. Dadurch hat das Waschmittel mehr Zeit, zu wirken, sodass niedrigere Temperaturen für eine gründliche Reinigung ausreichen. Auf das Kurzprogramm also ab jetzt besser verzichten.