Weniger CO2-Ausstoß: Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Zuletzt ist die Menge der CO2-Emissionen weltweit etwas zurückgegangen. Als Grund dafür gilt in erster Linie das geringere Verkehrsaufkommen während der Pandemie. Entwarnung für das Klima? Nein. Forscher prognostizieren, dass sich der CO2-Ausstoß nach Beendigung der Krise wieder auf altem Niveau einpendeln wird. Deshalb ist es nach wie vor wichtig, umweltbewusst zu handeln. Schon kleine Maßnahmen können eine große Wirkung erzielen – wenn viele mitmachen.

Zum Beispiel beim Papierverbrauch: Für die private Korrespondenz am Computer ist es deutlich umweltschonender, wenn nur die Dokumente ausgedruckt werden, die wirklich benötigt werden. Sollen die Papiere nur abgeheftet werden, muss es kein gebleichtes Papier mit dem höchsten Weiß-Grad sein – hier genügt oft Recycling-Papier oder die Rückseite von bereits bedruckten Seiten. Auch bei Küchen- oder Toilettenpapier sollte der Recyclinggedanke im Vordergrund stehen. Hilfreich ist außerdem, unerwünschte Werbung einfach abzubestellen. Noch mehr Papier kann durch folgende Maßnahmen eingespart werden:

  • Geschenke kreativ verpacken (zum Beispiel mit bunten Kalenderblättern oder bemaltem Zeitungspapier, Tapetenresten oder mit Stoffen)
  • Mehrweggeschirr aus Glas und Metall statt Einweggeschirr aus Pappe und Plastik
  • Zeitschriften und Bücher leihen oder gemeinsam abonnieren

Jeder kann dazu beitragen, Emissionen zu senken

In Deutschland sind im Jahr 2020 über 42 Prozent weniger schädliche Treibhausgase als noch zehn Jahre zuvor an die Atmosphäre abgegeben worden. Alles in allem waren es 722 Millionen Tonnen Kohlendioxyd (CO2) und damit 80 Millionen Tonnen weniger als noch 2019. Das Klimaziel wurde damit nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Ein erfreulicher Trend, der nach Beendigung der Corona-Pandemie wieder enden dürfte. Nicht umsonst ist klimabewusstes Verhalten wichtiger denn je, und jeder kann dazu beitragen, die schädlichen Emissionen zu senken. Egal, ob beim Einkaufen, im Haushalt oder Garten. Wer zum Beispiel regelmäßig stoßlüftet und die Fenster während der Heizperiode nicht den ganzen Tag gekippt lässt, spart nicht nur Heizkosten, sondern senkt dabei auch die CO2-Emissionen.

Richtiges Lüften und effizientes Heizen sind also Pflicht, denn hier besteht ein enormes CO“-Einsparpotenzial. Wer elektronische Heizkörperthermostate nutzt, die Heizkörper regelmäßig entlüftet und die Räume nicht überheizt (bis 20 Grad Celsius), verhält sich klimabewusst und verbessert seinen ökologischen Fußabdruck – und das ohne großen Aufwand. Der ökologische Fußabdruck zeigt an, wie viele Hektar Wald und Land benötigt werden, um die jeweils verbrauchten Ressourcen zu erneuern und entstandene Abbauprodukte zu absorbieren. Auf diese Weise lässt sich ein Vergleich zwischen unseren Konsumgewohnheiten mit den derzeitigen Ressourcen auf der Erde ziehen. Der ökologische Fußabdruck lässt sich sowohl für Unternehmen, Privathaushalte, Städte und Länder, aber auch verschiedene Aktivitäten berechnen.

Heizen und Strom führen zu erheblichen CO2-Emissionen

In Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß in Privathaushalten wird zwischen direkten und indirekten Emissionen unterschieden: Während ein direkter CO2-Ausstoß beim Heizen und bei der Warmwasserbereitung entsteht (Verbrennung von Energieträgern), führt die Energiebereitstellung zum Beispiel für den Stromverbrauch zu indirekten Emissionen (Erzeugung von Strom in Kraftwerken, Fernwärme). Wer viel Strom verbraucht, sorgt demnach indirekt für höhere CO2-Emissionen der Kraftwerke und Fernwärmeanlagen. Genauso werden viele Produkte wie zum Beispiel Putzmittel, die im Haushalt zu finden sind, unter hohen CO2-Emissionen hergestellt.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, im Haushalt Strom einzusparen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu senken:

  • Wäsche mit niedrigerer Waschtemperatur waschen und auf der Leine trocknen anstatt im Trockner
  • Beim Geschirrspüler Umweltprogramm wählen. Nur spülen, wenn das Gerät voll ist
  • Standby-Modus beim Fernseher ausschalten
  • Akkus kaufen, die aufgeladen werden können
  • Netzschalter ausschalten
  • Nur das Bügeln, was gebügelt werden muss
  • Beim Kochen immer einen Deckel verwenden, bei kleineren Mengen Wasser Wasserkocher benutzen
  • Speisen vollständig erkalten lassen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden
  • Licht nicht in Räumen brennen lassen, die nicht genutzt werden
  • Bewegungsmelder einbauen, energiesparende Leuchtmittel kaufen
  • Kühlschranktemperatur auf 7 Grad Celsius einstellen
  • Kühlschrank nicht zu lange öffnen
  • Kühlschrank nicht neben Geräte stellen, die Wärme abstrahlen
  • Bei allen Küchengeräten generell auf Effizienzklassen achten
  • Backofen nicht vorheizen
  • Wasser nicht erst zum Kochen bringen (zum Beispiel beim Nudeln kochen)

Fortbewegung kostet Energie

Auch Fortbewegung kostet viel Energie. Laut Umweltbundesamt fallen bei einer Privatperson etwa 20 Prozent des CO-Ausstoßes auf den Straßenverkehr im Alltag, wohingegen Reisen und andere weitere Fahrten etwa 15 Prozent ausmachen, Flüge dagegen rund 5 Prozent. Über 2 Tonnen CO2-Ausstoß kommen so in einem Jahr zusammen (pro Privatperson). Am besten ist es natürlich, Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen. Allerdings ist das nicht immer möglich. Kleinere Strecken jedoch sind gut auch ohne motorisierte Hilfsmittel zu schaffen, außerdem tut die Bewegung dem Körper gut. Nicht umsonst werden in den Städten Deutschlands derzeit viele neue Konzepte für den Stadtverkehr entwickelt, die auch den Ausbau von Fahrradwegen vorsehen. Wer auf seine CO2-Bilanz achten möchte, nutzt da wo es geht auch öffentliche Verkehrsmittel. Längere Strecken mit mehreren Personen sind ebenfalls klimaschonender: Wer also Fahrgemeinschaften bildet oder die Dienste der Mitfahrerzentrale nutzt, schont ebenfalls die eigene CO2-Bilanz.

Ein weiterer erheblicher Punkt ist hierbei nicht nur die eigene Fortbewegung. Heutzutage kann nahezu alles online bestellt und bis nach Hause geliefert werden. Auch hier hat die Pandemie zu einem großen Wachstum der Branche geführt. Einfluss auf die einzelnen Lieferwege und-arten der verschiedenen Güter hat man nicht immer. Nach und nach werden aber auch in diesem Bereich neue Ideen entwickelt, um dennoch den eigenen CO2-Ausstoß so gering wie möglich zu halten, beispielsweise mit der Hilfe eines nachhaltigen Paket-Trackings. Hierbei soll durch das Pflanzen von Bäumen simultan zum Paketversand das Klima geschützt werden.

Verpackungsmüll vermeiden

Weit oben beim indirekten Ausstoß von CO2-Emissionen steht auch zu viel Müll, der durch die Verbraucher verursacht wird. Die Herstellung von Verpackungen ist aufwändig und mit CO2-Emissionen verbunden. Gerade hier gibt es unzählige Möglichkeiten, Abfall zu vermeiden. Und das beginnt schon beim Einkauf: Wer Mehrwegbehälter mit in den Supermarkt nimmt, spart Verpackungsmüll. Wer Tüten wiederverwendet, sorgt ebenfalls für eine Reduzierung von Abfall, und wer auf wieder nachfüllbare Produkte zurückgreift, schont ebenfalls die Umwelt. Generell sollten Verbraucher darauf achten, so gut es geht auf Plastikverpackungen zu verzichten.

Weitere Möglichkeiten für eine bessere CO2-Bilanz beim Einkaufen:

  • Regionale Produkte kaufen (spart Transportwege)
  • Naturbelassene Materialien aus zertifiziertem Anbau bevorzugen (Holz, Kork, Hanf, Sisal)
  • Mehrweg-Systeme nutzen (Wasser, Säfte)
  • Second Hand: Tauschbörsen und Flohmärkte nutzen
  • Dinge, die selten benötigt werden, leihen statt kaufen
  • Elektrogeräte: Stromsparende Varianten wählen
  • Auf Produkte, die Erdöl enthalten, verzichten (bei der Förderung entstehen hohe Emissionen)
  • Langlebige Produkte statt Billigware kaufen
  • Kleidung: Second Hand oder hochwertige, zeitlose Bekleidung kaufen, nicht jeden Modetrend mitmachen
  • Geräte reparieren lassen, statt neu zu kaufen

Klimabewusste Ernährung

Auch das, was wir tagtäglich verzehren, verursacht bei der Produktion hohe Emissionen. Generell sollten Produkte aus regionalem Anbau bevorzugt werden. Das ist nicht nur gut für das Klima – auch die lokalen Erzeuger profitieren davon. Wichtig dabei: So gut es geht, auf saisonale Waren zurückgreifen und am besten zu Bio-Produkten greifen, weil diese klimaschonender angebaut werden als solche aus konventionellem Anbau. 

Außerdem: In Deutschland werden Jahr für Jahr viel zu viele Lebensmittel verschwendet. Das verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern auch überflüssige Emissionen. Auch das, was auf den Tisch kommt, hängt eng mit dem CO2-Ausstoß Klimawandel zusammen. Wer etwa Butter auf sein Brot streicht, trägt dazu bei, dass sich die CO2-Emissionen weiter erhöhen, denn bei der Produktion von Butter werden rund 24 Kilogramm Kohlendioxid freigesetzt. Bei Margarine sind es lediglich 1,3 Kilogramm. Was den Fleischkonsum angeht: Lieber weniger, dafür aber hochwertigere Ware vor Ort einkaufen, denn Massentierhaltung ist mit erheblichen Emissionen verbunden. Gleichzeitig wird dadurch das Tierwohl durch artgerechte Haltung unterstützt.

Weitere Möglichkeiten, bei der Ernährung das Klima zu schonen:

  • Ware kaufen, die im Freiland angebaut wurde (spart Energiekosten. Gerade klimatisierte Gewächshäuser benötigen sehr viel Energie). Klassiker: Spargel kaufen, der nicht unter Folie gewachsen ist (beim Folienanbau entsteht eine erhebliche Müllmenge)
  • Unverarbeitete Lebensmittel Fertigprodukten vorziehen (spart Energie, Transportkosten und ist gesünder)
  • Auf Palmöl freie Produkte achten: Die Herstellung von Palmöl zerstört die Regenwälder)
  • Wasser sparen
  • Generell mehr Obst und Gemüse essen, dafür weniger Fleisch (Bei der Herstellung von Fleisch wird erheblich mehr CO2 freigesetzt als beim Gemüseanbau)
  • Lebensmittel nicht vorschnell wegwerfen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist