Wie genau funktionieren Liposomen und liposomale Nahrungsergänzungsmittel?

Wir klären auf!

19. Oktober 2020

Liposomale Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich in der Fitnesswelt einer stetig wachsenden Beliebtheit. Die neumodischen Supplemente setzen auf das Prinzip der Liposomen, nano-großer Sphären aus aneinandergereihten Phospholipiden. Ziel ist die optimierte Versorgung des Körpers mit essentiellen Mikronährstoffen und Spurenelementen. Doch welches Wirkungsprinzip steckt dahinter und lohnen sich liposomale Lebensmittel?

Liposomen einfach erklärt

Als Liposom bezeichnet man in der Chemie winzige Bläschen mit einem wässrigen Kern. Die Membranhülle besteht aus aneinandergereihten, doppelschichtigen Molekülen, die sowohl einen lipophilen als auch einen hydrophilen Teil besitzen und somit ambiphil sind. In der Regel besteht die Membran aus diversen Lipiden, etwa Fettsäuren und Phospholipiden. Die kleinen Vesikeln können nicht nur in ihrer Doppelmembran, sondern auch in ihrem wässrigen Kern diverse Substanzen transportieren. Dank der Eigenschaften bleiben Liposomen und ihre Ladungen von der Magensäure oder den Enzymen im Verdauungstrakt unangetastet. 

Die Lipide, aus denen Liposomen zusammengesetzt sind, entstammen zumeist aus pflanzlichen Quellen, etwa aus Sonnenblumenöl. 

Im Grunde haben Liposomen mehrere Fähigkeiten, die sich positiv von uns nutzen lassen. Einerseits bleiben empfindliche Wirkstoffe geschützt vor den negativen Einflüssen diverser Körperenzyme und der Magensäure. Andererseits können Liposomen die Ausscheidung der Wirkstoffe durch selektive Funktionen des Dünndarms verhindern, was die Wirksamkeit hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel steigert. Auch die Resorption im Darm erfolgt optimiert, da die Aufnahme in die Zellen der Darmwände bevorzugt erfolgt. Über den Fettstoffwechsel gelangen die aktivierten Wirkstoffe übers lymphatische System in den Blutkreislauf. Durch die Umgehung der Leber wird der Verstoffwechselung und Inaktivierung der Wirkstoffe vorgebeugt. 

Was verstehen wir unter dem Begriff Liposomal?

Die Funktion von liposomalen Nahrungsergänzungsmitteln basiert auf einem natürlich vorkommenden Phänomen. Unter spezifischen Bedingungen schließen Phospholipide Flüssigkeiten, etwa Lösungen mit Mikronährstoffen, Vitaminen oder Spurenelementen, in sich ein und erzeugen ein kleines Vesikel. Welche Ladung das Vesikel trägt, spielt für es keine Rolle. Ein ''liposomales Lebensmittel'' beschreibt demnach ein Supplement, welches in Liposomen eingeschlossene Wirkstoffe enthält, wodurch ein verbesserter Transport in den Blutkreislauf zu den spezifischen Körperzellen erfolgt. Durch die sogenannte ambiphile Struktur können Liposomen das Ziel des Transports problemlos bewerkstelligen, ohne einen Verlust des Wirkstoffs durch diverse Stoffwechselvorgänge einbüßen zu müssen. Durch die nahtlose und nahezu vollständige Übergabe des Wirkstoffs bleibt die Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs gesteigert. 

Sinn macht dies vor allem dann, wenn hochdosierte oder nur schwer resorbierbare Wirkstoffe eingenommen werden. Hierzu zählen beispielsweise Vitamin C, Magnesium oder Curcumin. Über die normale orale Einnahme der Wirkstoffe ist ein Verlust von bis zu 75 Prozent zu erwarten. Teilweise erreichen letztlich nur wenige Prozent den Blutkreislauf. 

Einige Vorteile liposomaler Nahrungsergänzungsmittel 

Neben der erhöhten Bioverfügbarkeit sorgen Liposomen für einen Schutz der sensiblen Wirkstoffe. Nicht nur die aggressive Magensäure, auch Enzyme im Darmmilieu können diversen Wirkstoffen zu schaffen machen, bevor die Resorption durch die Darm-Epithelzellen erfolgt. Das macht die Einnahme liposomaler Nahrungsergänzungsmittel nicht nur deutlich effizienter, auch ist die Gewissheit gegeben, dass aufgenommene Wirkstoffe auch in entsprechender Dosierung im Blutkreislauf ankommen.

Da die Doppelmembran der Liposomen dem Aufbau der körpereigenen Zellstrukturen gleichen, können die Vesikel den Körper optimal passieren. Auf diese Weise lassen sich auch schwer bekömmliche oder hochdosierte Wirkstoffe einsetzen, ohne Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen wie Durchfall oder Blähungen zu verursachen.