10 typische Fehler, die Wohnmobil- und Camperneubesitzer vermeiden sollten

Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil oder einen Camper erstanden hat und sich auf die erste Reise im eigenen Haus auf Rädern macht, erlebt nicht selten nach einigen Stunden Fahrt schon sein blaues Wunder. Das kann ganz verschieden dramatisch sein. Mal lässt sich die "Panne" schnell beheben, mal mindert sie die Qualität der Reise doch ungemein. Welche 10 Fehler Neubesitzer von Wohnmobilen häufig begehen, bzw. an was sie nicht denken, zeigen wir in diesem Beitrag.

1.    Vergessen, den Kühlschrank und andere Schränke zu verriegeln

Euphorisiert packt man den Kühlschrank voll, lädt sein Hab und Gut in die Schränke und braust los Richtung Urlaubsziel Spätestens bei der ersten steilen Kurve knallen Bier und Wasser aber schon von innen an die Türen und öffnen diese, wenn es blöd läuft. Dann verteilt sich schlimmstenfalls die ganze Suppe im neugekauften Wagen. Also: Immer doppelt überprüfen, ob sich jegliche Schränke nur mit Kraft öffnen lassen!

2.    Vergessen, eine Packliste zu erstellen

Wer keine Packliste erstellt, bevor er mit dem Einladen des Wohnmobils beginnt, wird zu 99% etwas vergessen. Checklisten für Hygieneartikel, Lebensmittel, Kleidung, Werkzeug, Küchenutensilien, Erste-Hilfe-Artikel und Zubehör sind Pflicht. Denn spätestens, wenn irgendwann jemand die Toilette benutzt und weder Ersatz-Klopapier, noch Zewa und Tempos vorhanden sind, ist klar: Man hätte erst denken und dann handeln sollen. Wer öfter wegfährt, sollte übrigens auch eine Liste für "Überflüssiges" anlegen. Oft wird bei der ersten Reise nämlich schon klar, welchen Ballast man sich hätte sparen können.

3.    Keine Gadgets benutzen

Es gibt etliche verschiedene Gadgets, von denen jeder, der auf einen Camping-Trip startet, Gebrauch machen sollte. Alles andere wäre einfach nur unpraktisch. Denn die kleinen Helferlein erleichtern den Alltag eines Autoreisenden doch ungemein.
Seien es Gadgets rund um die Campinghygiene, solche für Gourmets oder jene, um Schäden schnell zu beheben – all diese Dinge können einem die freien Tage durchaus angenehmer machen und kosten in den meisten Fällen auch nicht viel Geld. Vor allem auch Apps für das Smartphone bieten einige wirklich praktische Funktionen. So gibt es etwa eine kostenlose Stellplatz-App, die einem ebenfalls kostenlose oder sehr preiswerte bis Stellplätze für 5€ die Nacht in der Nähe anzeigt. Weiterhin finden sich in diversen App-Stores Programme, die beim Packen helfen, die anzeigen, wann das beste Wanderwetter ist oder die beim Finden der nächsten Route zum Gipfel eines Berges dienlich sind. 

4.    Nicht genug Kleingeld einpacken

Wer im Auto verreist, braucht immer Kleingeld. Sei es für Maut auf Autobahnen, Parkplätze, für Toiletten, für Strom oder Waschmaschinen in Waschsalons – Münzgeld wird immer mal wieder gebraucht und zwar häufiger, als man denkt. Eine Rolle mit 2€, 1€ und 50 Cent Münzen dabei zu haben, ist also keine schlechte Idee.

Und auch ein bisschen Scheingeld kann nicht schaden. Schließlich weiß man nie, wo und wann nur Bargeld akzeptiert wird oder wann die Kredit- oder Bankkarte auf einmal nicht mehr funktioniert. 

5.    Die Ressourcen aus den Augen verlieren

Wer noch nicht oft oder gar noch nie mit dem Wohnmobil verreist ist, weiß nicht, wie schnell Wasser, Gas, Strom und der Platz für das Abwasser – also all die begrenzten Ressourcen auf vier Rädern – verbraucht sind. Merke: Das geht deutlich schneller, als man erwarten würde. 

Wer sich vorab Gedanken darüber macht, wie man das Wohnmobil clever belädt und welche Tricks man dabei anwenden kann, spart zu Reisebeginn übrigens schon einiges an Gewicht und damit letztlich auch Benzin. So finden sich in der Regel schon auf dem erstbesten Campingplatz Wasserstationen zum Befüllen des Wassertanks. Es reicht also locker aus, diesen erst einmal mit 30 Litern zu befüllen und dann zu schauen, wie man zurechtkommt.

6.    Vergessen, Dinge einzuklappen

An jedem Wohnmobil und Camper finden sich so einige Dinge, die vor der ersten Fahrt immer wieder gerne einmal vergessen werden, einzuklappen. Gehen sie direkt beim Anfahren oder spätestens nach einiger Fahrtzeit kaputt oder verloren, kann es mitunter sogar richtig teuer werden. Folgende Dinge sollten daher zwei Mal überprüft werden:
•    Ist die Antenne oder Sat-Schüssel eingeklappt?
•    Sind die Stützen noch drin?
•    Ist der Stöpsel in den Waschbecken?
•    Ist das Gas abgedreht?
•    Ist der Strom abgeklemmt?
•    Sind die Treppe(n)/ Stufe(n) eingefahren?
•    Ist der Kühlschrank umgestellt und verriegelt?

7.    Zu lange fahren

Der Durchschnittsreisende denkt sich – vor allem bei seiner ersten Reise – häufig "Ach, das Fahren macht ja eigentlich mehr Spaß, als erwartet, da können wir ja einfach durchfahren. Dann sind wir auch schneller am Ziel." Das mag zutreffen; außer aber, das Ziel wird gar nicht erreicht, weil man vor Übermüdung irgendwann im Straßengraben oder an der Leitplanke endet. Das will man in der Regel vermeiden, vor allem wenn es sich um ein neues Gefährt und eine gemeinsame Reise mit den Liebsten handelt. Daher gilt: Niemals zu lange am Stück fahren und immer wieder Pausen einlegen!

8.    Abwasser zu spät entsorgen

Niemand leert gerne die Toilette und das Grauwasser seines Fahrzeugs. Entsprechend lange wird diese Aufgabe vor sich hingeschoben, bis sie schlimmstenfalls dann einmal "mehr" als voll ist. Und das ist doch deutlich weniger schön, als sich einmal am Riemen zu reißen und die Sache zu erledigen. Lieber zu früh, als zu spät.

9.    Sich nicht über Übernachtungsmöglichkeiten informieren

Wer sich vor seiner Reise nicht über Übernachtungsmöglichkeiten informiert, sucht mitunter irgendwann im Dunkeln verzweifelt nach einem passenden Plätzchen. Hätte er sich zu den Regeln bezüglich des öffentlichen Straßenverkehrs informiert, wüsste er mehr. Gerne übernehmen wir die Rolle des Aufklärers: Mit einem Wohnmobil ist es, genau wie mit einem PKW, erlaubt, zumindest in Deutschland überall im öffentlichen Straßenverkehr zu parken und dort für eine Nacht zu bleiben, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Jedenfalls dort, wo es nicht durch Zeichen oder andere Regeln ausdrücklich verboten ist. Markise ausfahren und Campingmöbel rausstellen ist ein anderes Thema. Das geht nur auf speziell dafür ausgezeichneten Flächen.

10.    Schilder ignorieren

Und der letzte typische Fehler lautet: Schilder ignorieren, die man sonst auch ignoriert. Als PKW-Fahrer fallen einem Schilder zu Höhen- und Breitenangaben sowie Gewichtsangaben oder Umweltzonen einfach nicht auf. Man kann sie ja auch einfach ignorieren. Wer mit einem größeren Wohngefährt auf Tour geht, sollte diesen Filter allerdings schleunigst deaktivieren. Denn nur so ist garantiert, dass man sein Dach nicht an der ersten niedrigen Brücke verliert oder in einer Umweltzone eine Strafe zahlen muss, weil man etwa ohne grüne Palette unterwegs ist.