Glamping: Luxus-Camping mit allen Schikanen

All-Inclusive-Luxus mit Mobilität und Naturnähe

Glamping: Übernachtung im Luxus-Zelt Glamping in komfortablen, großen Wohnmobilen Pauschal-Glamping in Luxuszelten eignet sich auch für Familien. Die Wohnmobil-Variante ist hingegen eher etwas für Pärchen.

Camping? Steht man da nicht mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt dicht an dicht auf einem Campingplatz mit Gemeinschaftsbad und kocht auf dem Gasbrenner? Ja, das ist CAMping. Beim GLAMping hingegen steht Luxus an allervorderster Stelle. Wer also keine Lust auf Camping-Romantik im traditionellen Stil hat, der erfährt bei uns alles wichtige rund um den angesagten Urlaubs-Trend.

Woher kommt Glamping?

Glamping, ein Kofferwort aus den englischen Begriffen Glamour und Camping, ist eigentlich etwas, das schon im ausgehenden Mittelalter betrieben wurde – eine besonders luxuriöse Form des mobilen Wohnens. Ein weiteres Mal flammte der Trend um den Wechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert auf, als es unter den Reichen Europas en Vogue wurde, sich auf Afrikasafari zu begeben. Doch was damals nur (Finanz)Adligen vorbehalten war, hat sich Anfang der 2000er in Großbritannien zu einem gänzlich anderen Trend gemausert – diesmal einem, der für Normalsterbliche gedacht ist.  

Dort passierten zwei Dinge zeitgleich. Zum einen sahen viele Camper mit Wehmut auf den sich durchsetzenden Trend des All-Inclusive-Urlaubs und wünschten sich, etwas von dem ganzen Service und anderen Annehmlichkeiten auch für ihre Urlaubsform zu bekommen. Und zum anderen wuchs auf der anderen Seite des „Urlaubszauns“ die Zahl derer, die mit dem statischen Reisen, den umzäunten Hotellandschaften nicht mehr zufrieden waren und viel lieber dorthin gehen wollten, wo noch ein Hauch von Natur und Ursprünglichkeit übrig waren.

Was braucht es dazu?

Um den Trend Glamping einmal auszuprobieren, gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der ersten wendet man sich an einen speziellen Reiseveranstalter. Wie bei herkömmlichen Reisen auch, kann man sich via Katalog sein Wunschziel heraussuchen und dort beispielsweise riesige Luxuszelte oder rustikale, aber luxuriös ausgestattete Holzhütten buchen. Manche dieser Orte liegen an richtiggehenden Traumstränden, andere versteckt im Wald. Immer bedeutet jedoch diese Variante des Glampings, dass man seinen Urlaub relativ ortsfest verbringt – bloß eben nicht im Hotelzimmer.

Bei der zweiten Möglichkeit hingegen braucht es mehr Eigeninitiative. Dabei mietet man sich ein Wohnmobil – und zwar das opulenteste, das der Vermieter auf dem Hof stehen hat. Zusätzlich besorgt man sich Dinge, die man sonst eher nicht im Wohnmobil vorfinden würde. Also beispielsweise Liegestühle, Champagner, vielleicht ein großzügiges Stoffzelt für die Sternennacht. Und damit macht man sich dann auf. Ziele für einen solchen Trip finden sich in Europa zuhauf. Die einzige Regel dabei lautet: Finger weg von normalen, sommerlich überfüllten Campingplätzen. Entweder steuert man nur diejenigen an, die ganz bewusst mit dem Glamping-Begriff werben (und dazu auch manchmal einen Zimmerservice betreiben) oder aber man hält einfach dort an, wo es besonders schön ist. Wildcampen ist zwar nicht überall in Europa legal, aber eine Nacht mit dem Wohnmobil irgendwo anzuhalten, es sich dort schön zu machen und am nächsten Tag weiterzuziehen, ist praktisch nirgendwo untersagt.

Was sind die Vorteile des Glampings?

Natürlich gibt es auch Glamping-Pauschalanbieter, die Fernziele wie Thailand oder die USA im Programm führen. Aber Glamping in Europa hat einen signifikanten Umwelt-Vorteil. Es macht gewaltigen Unterschied, ob man sein Urlaubsziel via Wohnmobil ansteuert oder sich per Flieger dorthin kutschieren lässt – denn letzteres hat eine lange Schleppe an Umweltnachteilen, die nicht nur den CO2-Ausstoß betreffen.

Zudem bringt das Glamping einem die nähere und fernere Heimat wesentlich näher, als jede Hotellandschaft. Was in den typischen Pauschalurlaubsorten zu sehen ist, hat in den wenigsten Fällen noch viel mit ursprünglicher Regional- und Landeskultur zu tun, sondern ist „touristisch aufbereitet“. Beim Glamping hingegen bekommt man genau das – ohne auch nur auf einen Funken seines gewohnten Luxus verzichten zu müssen.

Und dann steht ja auch noch die klassische Camping-Tatsache im Raum, dass man hierbei viel, viel mehr sehen und erleben kann, einfach weil man sein Hotel immer dabei hat.

Ist das auch etwas für Familien?

Jein. Das Pauschal-Glamping im XXL-Tipi ist definitiv auch für größere Familien zu empfehlen. Packt man jedoch zwei oder mehr Kids samt ihren Eltern in Wohnwagen oder Wohnmobil, geht schnell wieder der Komfort verloren, weil selbst die luxuriösesten Fahrzeuge eben nicht den Platz bieten können, den es braucht, um sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten – oder zumindest nicht mehr, als man es auch in einem normalen Hotelzimmer täte.

Wo Glamping auf eigene Faust jedoch richtig brillant funktioniert, ist es, wenn man die Sache als mehr oder weniger ausgedehnten Kurztrip mit seinem Partner angeht. Dann kann Glamping all seine Vorteile ausspielen und man es sich zu zweit so richtig gut gehen lassen. Eine sehr passende Gelegenheit wäre es beispielsweise, sich eine solche Reise für einen Hochzeitstag zu gönnen, nachdem die Kinder aus dem Haus sind (oder bei Verwandten untergebracht werden können).

Fazit

Glamping ist für alle da. Denn es bietet die große Campingfreiheit und -naturverbundenheit für alle, die diese Punkte beim bisherigen Pauschalurlaub schmerzlich vermisst haben. Umgekehrt bietet es aber auch (mehr als genügend) Luxus, um selbst eingefleischte Fans von Büffets, Kellnern und großzügigen Betten nicht zu vergraulen. Kein Wunder also, dass Branchenkenner dieser Urlaubsart im Gegensatz zu ihren früheren Versuchen heute eine sehr große Zukunft vorhersagen.