Madeira: Urlaub auf der Blumeninsel im Atlantik

Auf Madeira wandern heißt traumhafte Ausblicke genießen

29. Juli 2016
Atemberaubend schön ist der Ausblick über Madeiras Hauptstadt Funchal. 70 Stufen geht es hoch zur Kirche Nossa Senhora do Monte Blütenpracht: Im botanischen Garten blühen Azaleen, Amaryllis, Strelitzien und weitere unzählige Blüten. Eine Fahrt mit einem der typischen Korbschlitten ist auf Madeira ein Muss.

Verschwenderische Blütenvielfalt, würzig duftende Lorbeerwälder und dramatische Felslandschaften: So lockt die Insel des ewigen Frühlings, so schön ist der Madeira-Urlaub.

Wow, was für ein Panorama! Tief unter uns breitet sich Funchal aus. Ein Meer von Häusern und üppigen Gärten, das steil absteigende Hügel hinabfließt, um im großen Hafen mit schneeweißen Kreuzfahrtschiffen zu münden. Wir stehen atemlos auf der Terrasse der Wallfahrtskirche „Nossa Senhora do Monte“, und das liegt nicht an den rund 70 Stufen, die wir hierher hochgekraxelt sind. Dieser Blick bis zur dramatischen, 600 Meter hohen Klippe Cabo Girão am Rand von Madeiras Hauptstadt war jede Stufe und den Weg durch die steilen Gassen von Monte wert. Ein Madeira-Urlaub hat eben fantastische Ausblicke zu bieten – daneben aber auch viel mehr!

Hier suchte schon Sisi Heilung

Bis heute zeigen hübsche Gründerzeitvillen in üppigen Gärten, dass das Bergdorf oberhalb von Funchal bis zum Zweiten Weltkrieg ein beliebter Luftkurort war, wo schon Kaiserin Sisi Heilung suchte. Und Österreichs letzter Kaiser Karl I. fand gar seine letzte Ruhe in einem schlichten Holzsarkophag in der Wallfahrtskirche über dem Ort. Von hier aus starten auch die weltberühmten Korbschlitten zu ihrer abenteuerlichen Fahrt durch die kurvigen Gassen hinunter nach Funchal. Eine solche Schlittenfahrt ist ein Muss im Madeira-Urlaub! 

Wir entscheiden uns lieber für den Abstieg zum ebenfalls weltberühmten Jardim Botanico, ein weiteres Highlight im Madeira-Urlaub. Auf großen Terrassen hübsch angelegt breitet sich hier die Blumenvielfalt der Insel aus. Azaleen, Amaryllis, Strelitzien und weitere unzählige Blüten wetteifern mit den auch von hier traumhaften Ausblicken. Von diesem Panorama können wir auch in der abschließenden Seilbahnfahrt in die Stadt hinab nicht genug kriegen, obwohl die Augen auch immer mal neugierig in Wohnzimmerfenster gleiten, die rechts und links ziemlich nah vorbeiziehen.

Madeira-Urlaub in traumhaften Blumenrabatten 

Unten angekommen, schlendern wir auf der breiten Seepromenade Avenida do Mar entlang. Auch hier säumen Blumenrabatten und blühende Bäume unseren Weg. Angesichts dieser Pracht ist es fast unglaublich, dass Madeiras Entdecker João Gonçalves Zarco sich vor der Insel fürchtete, als er sie 1418 zufällig entdeckte. Der portugiesische Seefahrer glaubte, angesichts der Vulkaninsel in den Höllenschlund zu blicken. Und auch der Name Madeira (portugiesisch: Holz) lässt nicht unbedingt gleich auf ein Paradies schließen. 

Tatsächlich war das bergige Eiland ursprünglich fast komplett mit Wald überwuchert. Es war harte Arbeit, es in die heutige klimaverwöhnte „Paradiesinsel“ im Atlantik mit überbordender Blütenpracht sowie Wein-, Obst- und Gemüsefeldern zu verwandeln. Einen Eindruck davon bekommen wir am Miradouro (Aussichtspunkt) über dem Cabo Girão. Durch einen Glasboden bestaunen wir die fächerartig im steilen Fels angelegten Gemüsebeete. Es war einst ein beschwerlicher Fußweg zu den bis fast 600 Meter tiefer liegenden Feldern, heute bringt zum Glück eine Seilbahn die Bauern dorthin.

Die längste Wasserleitung der Welt

Von der mühevollen Urbarmachung zeugen auch die Levadas, schmale Steinrinnen, die das Wasser aus dem Norden in den trockeneren Süden transportieren. Mit rund 2.150 Kilometer bilden sie die längste Wasserleitung der Welt. An vielen kann man entlang Wandern, etwa an der Levada da Serra bei Santo da Serra. Wir folgen ihr ein Stück abwechselnd durch wilden Lorbeerwald und leuchtende Azaleen bis zum Portela-Pass, von dem aus sich terrassenförmige Felder bis zur Nordküste ausbreiten. 

Im Norden sind auch die meisten der Bademöglichkeiten zu finden, Madeira hat wenige Strände. Hier finden sich etwa die Meerbecken von Seixal, Porto Moniz oder Ponta Delgada oder die Badebucht von Prainha. Wie heftig der Atlantik anbranden kann, erleben wir auf der mondänen Promenade des Fischerorts Jardim do Mar, wo die Wellen mit Macht an die Ufermauer klatschen. In den gemütlichen Restaurants des Ortes kann man vom leckeren Degenfisch kosten, der direkt vor der Küste gefangen wird. Und die Terrassen an der Promenade sind ein perfekter Platz, um den Sonnenuntergang überm Meer zu erleben. Einzigartiger Madeira-Urlaub – wir versüßen ihn uns noch mit einem Gläschen Madeira-Wein.

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