Mehr Nachhaltigkeit im Urlaub

Bahn statt Flugzeug – so geht nachhaltiges Reisen

14. März 2020

Nachhaltig zu reisen bedeutet, mit den Transportmitteln möglichst wenig CO2-Emissionen zu verursachen, auch unterwegs nicht verschwenderisch mit wertvollen Ressourcen umzugehen, im Urlaub so wenig Müll wie möglich zu produzieren und generell keinen Schaden an Kultur und Umwelt des Reiseziels zu hinterlassen. Das umzusetzen ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Umweltfreundlich reisen

Nachhaltigkeit im Urlaub beginnt bereits mit der Frage, wo die Reise hingehen soll. Logischerweise steigt mit der Distanz zwischen Zuhause und Reiseziel auch die Kilometerzahl, die es mit Hilfe von Transportmitteln zu überbrücken gibt. Aus diesem Grund sollten es keine weit entfernten Reiseziele sein, die auf einem anderen Kontinent liegen, sondern eher solche, die in der eigenen Heimat liegen oder zumindest in den Nachbarländern.
Am umweltfreundlichsten sind die Reiseziele, die mit vergleichsweise emissionsarmen Verkehrsmitteln erreichbar sind – also (Fern-)Bus, Zug und Auto statt Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff. Dementsprechend entscheidet auch die Wahl des Transportmittels darüber, wie umweltfreundlich die Reise ist. Oder aber man befolgt zumindest die Devise „Je weiter weg, desto länger der Aufenthalt“, um Emissionen einzusparen. Das bedeutet: Die Entfernung sollte in einem sinnvollen Verhältnis zur gesamten Reisedauer stehen. Mithilfe der Brückentage lässt sich das Urlaubskonto ganz einfach um einige Tage erhöhen.

Auf eine umweltverträgliche Unterkunft achten

Wer nachhaltig reisen möchte, sollte sich bei der Reiseplanung genauer mit den Unterkünften beschäftigen, die zur Auswahl stehen. Kommunizieren die Verantwortlichen eine klare Haltung zu nachhaltigem Tourismus? Das können Statements in Bezug auf das Müllmanagement, den Einsatz verschiedener Ressourcen oder die die Verwendung von Lebensmitteln sein.
Einen eindeutigen Hinweis darauf, ob es eine Unterkunft ernst meint mit dem nachhaltigen Tourismus, liefert eine Auszeichnung mit einem Umwelt-Gütesiegel. Hierzu einige Beispiele:
    •    TourCert
    •    Viabono
    •    Travelife
    •    GreenSign
    •    EU Ecolabel
    •    Green Key
Manche der aufgeführten Siegel basieren auf den Kriterien der Organisation Global Sustainable Tourism Council (GSTC). Übrigens: Über die Webseiten der verschiedenen Siegel können Sie nach umweltfreundlichen Unterkünften suchen.
Verzichten Sie außerdem auf all inclusive, denn oft steckt dahinter ein großer Tourismuskonzern und nicht die einheimische Bevölkerung – dementsprechend landet das Geld dann schlussendlich beim Massentourismus. Mit ein wenig Recherchearbeit können Sie schnell herausfinden, wer der eigentliche Betreiber der Unterkunft ist.
Bei Bio-Hotels können Sie sich sicher sein, dass weniger Plastikmüll produziert und ressourcenschonend gewirtschaftet wird. Hotels, die sich Bio-Hotel nennen dürfen, müssen sich an nachhaltige Grundsätze halten, die regelmäßig kontrolliert werden. Auch auf Bio-Bauernhöfen können Sie einen nachhaltigen Urlaub verbringen.
Noch dazu ist eine Unterkunft ökologischer, wenn sie der landestypischen Architektur entspricht und aus lokalen Materialien errichtet wurde. Besonders umweltfreundlich ist eine Unterkunft, in der Sie sich selbst versorgen. Hier bestimmen Sie, was es zu essen gibt und können die Mengen an Ihren Bedarf anpassen – anders als in Hotels, in denen das übriggebliebene Essen einfach weggeworfen wird. So können Sie einen wertvollen Beitrag für weniger Lebensmittelverschwendung leisten.

Ein nachhaltiges Urlaubsprogramm wählen

Natürlich möchten man im Urlaub das Reiseland, seine Kultur und Natur näher kennen lernen. Doch auch hier gibt es in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz große Unterschiede. Versuchen Sie darauf zu achten, dass Ihre Aktivitäten im Urlaub umwelt- und tierfreundlich sind.
Besuchen Sie keine Zoos oder Shows mit Tieren, bei denen die Tiere nicht gut behandelt werden. Jeder Besucher solcher Attraktionen unterstützt und fördert, wenn auch unfreiwillig, die Tierquälerei. Ein kritischer Blick auf das, was dort geboten wird, ist wichtig für nachhaltigen Tourismus. Auch eine Motorboot-Tour durch ein Naturschutzgebiet hat nichts mit ökologischem Reisen zu tun.
Die bessere Variante sind nachhaltig gestaltete Natur- und Erlebnisreisen. Sie bieten vielfältige Reiserouten und ein abwechslungsreiches Programm und haben auch sonst einige Vorteile: Es gibt sowohl Gruppen- als auch Individualreisen, bei denen die Reisenden die spektakulärsten Höhepunkte des Reiselandes erleben. Die Guides bringen den Reisenden die jeweiligen Besonderheiten der Flora und Faune mit viel Fachwissen näher. So können Sie selbst die entlegensten Winkel und die seltensten Tiere erkunden, ohne die Natur dabei aus ihrem Gleichgewicht zu bringen – ob nun bei der Beobachtung von Walen und Delfinen in Spanien oder bei einer Bootstour durch die Buchten Vietnams.
Selbst beim Spaziergang am Strand können Sie auf nachhaltigen Tourismus achten. Strände, die mit dem Umweltsiegel Blaue Flagge ausgezeichnet sind, werden regelmäßig Kontrollen unterzogen in Bezug auf die Wasserqualität und das Umweltmanagement.

Nachhaltige Verpflegung vor Ort

Nachhaltiges Reisen hat immer auch eine soziale Komponente. Meiden Sie Restaurants von Großkonzernen, die immer mehr Grundstücke aufkaufen und Lebensräume von anderen Menschen und Tieren zerstören.
Gehen Sie stattdessen lieber in lokalen Restaurants essen und kaufen Sie Produkte aus der Region ein. Damit unterstützen Sie die ansässige Wirtschaft und die Einheimischen. Das ist nicht nur authentischer, sondern schmeckt auch viel besser und ist oft gesünder als das Essen von internationalen Restaurantketten und Tiefkühlware.
Was Sie in den lokalen Restaurants nicht vernachlässigen sollten, ist Trinkgeld zu geben. In den meisten touristisch geprägten Regionen ist das Trinkgeld für die Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotellerie eine bessere Einnahmequelle als das eigentliche Gehalt. Um die 10 Prozent Trinkgeld sollten es daher schon sein. Allerdings wird das Thema Trinkgeld in anderen Ländern ganz unterschiedlich bewertet.

Sparsamer Umgang mit Strom und Wasser

Auch im Urlaub sollten Sie darauf achten, sparsam mit wertvollen Ressourcen wie Energie und Wasser umzugehen. Viele Länder generieren ihren Strom noch immer komplett über fossile Energieträger – deswegen sollten Sie so wenig wie möglich Strom verbrauchen.
Schalten Sie immer das Licht aus, wenn Sie das Zimmer verlassen – ob nun im Hotel, im Hostel oder in der Ferienwohnung. Bei längerer Abwesenheit sollten Sie gegebenenfalls auch die Klimaanlage ausschalten. So sparen Sie eine Menge Strom.
Wasser ist in vielen Ländern oft knapp und sollte daher nur in Maßen verbraucht werden. Wie zuhause, sollten Sie auch im Urlaub möglichst kurz duschen und den Wasserhahn immer fest zudrehen, wenn Sie beim Einseifen oder Zähneputzen gerade kein Wasser benötigen. Nutzen Sie Ihre Handtücher mehrere Tage – so fallen weniger Waschgänge an, was ebenfalls eine Menge Wasser spart. Vermeiden Sie Hotelanlagen mit Pools oder anderen Extras, für die viel Wasser aufgewendet werden muss – gerade in Regionen, die ohnehin mit Wasserknappheit zu kämpfen haben.

Lokale Transportmittel wählen

Vor Ort ist es um einiges umweltfreundlicher, mit den lokalen Transportmitteln umherzufahren als mit einem Mietwagen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn, Rikscha oder Kutsche können Sie problemlos die Stadt oder gleich die ganze Region erkunden.
Das bringt Ihnen das Land auf viel authentischere Weise näher und Sie können später von vielen tollen Erlebnissen berichten, die ihnen kein Mietwagen oder Taxi der Welt bieten kann. Gute Alternativen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln sind das Car-Sharing und das Fahrrad. So können Sie nachhaltig und umweltschonend reisen.

Auch im Urlaub gilt: Müll vermeiden

Zum nachhaltigen Reisen gehört es auch, vor Ort so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Ein besonders großes und noch dazu weltweites Problem ist Plastik. Vermeiden Sie daher Trinkflaschen aus Plastik. Nur in wenigen Ländern gibt es ein Pfandsystem, sodass Plastikflaschen häufig einfach auf dem Müll landen. Besser ist eine Flasche aus Glas oder Edelstahl, die Sie für Ihre Touren immer wieder mit Trinkwasser befüllen können. Obst und Gemüse frisch vom Markt ist im Gegensatz zu der Ware in den Supermärkten nicht in Plastik verpackt und damit wesentlich ökologischer.
Reiseführer werden nach dem Urlaub nur noch in den seltensten Fällen wieder aus dem Regal geholt und erneut angeschaut. Das Geld und vor allem das Papier dafür können Sie sich also im Grunde gleich sparen. Informieren Sie sich stattdessen in Reiseblogs oder bei den Einheimischen über das Reiseland. Außerdem können Sie sich bei Google Maps die Karte des Reiseziels einfach herunterladen und haben damit eine digitale Stadt- beziehungsweise Landkarte, um sich zurechtzufinden, statt der Variante aus Papier.