„Beauty-Cop“ Paula Begoun: Welche Kosmetik Frau überhaupt nicht braucht

Tipps des US-amerikanischen Kosmetik-Profis

Der US-amerikanische Beauty-Profi Paula Begoun stellt in mancher Hinsicht den Kosmetikmarkt infrage. Denn Produkte wie Augenfaltencreme oder Nachtcreme findet sie unnötig. Alles nur Marketing? Frauen, die solche Pflegprodukte schon immer für Quatsch gehalten haben, dürften sich bestätigt sehen. Lesen Sie, was „Beauty-Cop“ Paula Begoun sonst noch rät und wie sie selbst Expertin mit eigenem geworden Shop ist.

Über Paula Begoun

In den Staaten heißt die Amerikanerin nur „the Beauty Cop“ (dt. die Beauty-Polizistin).  Aufgrund eigener, großer Hautprobleme (Akne) hat sie es sich seit Jahren auf die Fahnen geschrieben, sämtliche populäre Marken gründlichst auf ihre Inhaltsstoffe zu untersuchen. In ihrem wohl bekanntesten
Buch, der Beauty-Bibel „Don’t Go to the Cosmetics Counter Without Me“ (dt. „Gehen Sie nicht ohne mich an den Kosmetik-Stand“ (leider nur auf Englisch erschienen), ordnet sie gängige Produkte nach ihrer Effektivität ein. 1995 entschloss sich die Beauty-Expertin aufgrund ihrer jahrelangen Recherche
in Sachen effektive Inhaltsstoffe eine eigene Linie von Kosmetikprodukten zu lancieren. Es werden dabei ausschließlich Substanzen mit erwiesener Effektivität verwenden, die die Haut jünger und strahlender aussehen lassen. Dazu sollen sie Falten, Pickeln und anderen Problemen entgegenwirken. Die Serie umfasst mittlerweile mehr als 125 Produkte und wird in über 40 Ländern online vertrieben auf www.paulaschoice.de. Und das sind Paulas Tipps:

Diesen Wirkstoffen können Sie vertrauen 

Retinol (Vitamin A) stimuliert die natürliche Zellerneuerung, mindert Falten und Hautverfärbungen. Vitamin C ist ein super Antioxidant, es schützt vor durch Umweltbelastungen wie Abgase, Rauch etc. verursachte Hautschäden, indem es freie Radikale neutralisiert. Peptide und Niacinamid sind Kollagenbooster und bekämpfen Volumenverlust. Wichtig ist immer eine gute Mischung aus schützenden und regenerierenden Wirkstoffen. Und beachten Sie: Ihre Hautpflege ist stets nur so gut wie Ihre gesamte Schönheits-Routine (Reinigung, Gesichtswasser, Peeling, Seren, Feuchtigkeitspflege, Sonnenschutz etc.). Ein einzelner Power-Wirkstoff kann sie nicht ersetzen. 

Verwenden Sie keine mechanischen Peelings

Die kleinen Körnchen in vielen exfolierenden Produkten, heute oft natürlichen Ursprungs (etwa gemahlene Aprikosenkerne), reizen die Haut, denn durch sie kommt es zu winzigen Verletzungen auf der Oberfläche. Sehr viel schonender sind Cremes mit Frucht- oder Salicylsäure, die ebenfalls einen abschilfernden und zudem zellerneuernden Effekt haben.

Naturkosmetik 

Sie ist nicht besser als herkömmliche – nur weil etwas auf Bäumen wächst oder aus der Erde kommt, ist es nicht besser geeignet als eine chemische Substanz. Im Gegenteil! Natürliche Inhaltsstoffe sind in ihrer Konzentration oft unberechenbar und bei Sensibelchen überhaupt nicht zu empfehlen, da hochgradig allergieauslösend.

Ihre Haut benötigt wirklich keine Nachtcreme

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass die Haut nachts andere Pflegestoffe benötigt als tagsüber. Der einzige Unterschied zwischen Ihrer Tages- und Nachtcreme sollte der Lichtschutzfaktor (UVA und UVB) sein. Auch wenn man das lange geglaubt hat: Nachweislich regeneriert sich die Haut während des Schlafens auch nicht besser oder schneller als am Tag, die Selbst-Reparatur verläuft zu jeder Tageszeit gleich effektiv. Die Haut benötigt nur entsprechende „Hilfe“ durch die für sie am besten geeigneten Inhaltsstoffe, die daher genau auf Ihren Typ abgestimmt sein sollten. 

Oft sind Tuben und Spender besser

Viele der modernen Inhaltsstoffe – etwa Antioxidantien, Pflanzenextrakte, Vitamine und zellkommunizierende Substanzen wie Retinol – können durch den Sauerstoff aus der Luft in ihrer Wirkung geschwächt werden. Also: im Zweifel Tuben und Spender bevorzugen.

Teuer ist nicht gleich besser 

Es kommt ausschließlich auf die Zusammensetzung an. Hochpreisige Produkte sind nicht automatisch „besser“ für Ihre Haut als günstige, sie enthalten nicht „bessere“ Wirkstoffe. Oft müssen Sie hier nur teure Marketingkonzepte und Werbung mit Star mitbezahlen. Achten Sie auf die Zutaten-Liste.

Verzichten Sie auf irritierende Duftstoffe

Beauty-Produkte sind häufig wegen des „Wohlfühleffekts beim Auftragen“ parfümiert. Besonders sensible Haut verträgt das oft nicht. Meiden Sie speziell ätherische Duftöle wie Lavendel, Limette, Bergamotte oder Rosmarin etc.

„Anti-Aging“ ist kein Hauttyp

Orientieren Sie sich nicht nur daran, ob ein Produkt für „reife Haut“ geeignet ist. Wichtig ist: Haben Sie trockene, ölige oder empfindliche Haut? Kommen Probleme wie Allergien oder gar Krankheiten wie Rosacea hinzu? Wer rechtzeitig anfängt, seine Haut dem Typ entsprechend zu pflegen, braucht auch ab
50 keine „Anti-Falten“-Pflege.

Augencreme? Brauchen Sie nicht!

Wenn es um Faltenreduzierung und Feuchtigkeitszufuhr geht, gibt es nichts, was dagegen spricht, dass Sie nicht auch in der empfindlichen Augenregion ihre normale Gesichtscreme mit guten, wirkungsvollen Inhaltsstoffen verwenden können. Die kleine, meist sehr teure Mini-Tube ist eine reine Erfindung der Beauty-Industrie. Ihre Tagespflege (wenn Sie denn die richtige verwenden) enthält zudem einen Lichtschutzfaktor, der besonders für die zarte Haut rund um die Augenpartie super wichtig ist, denn hier beginnt die Haut zuerst, Fältchen zu bilden. Und Augencremes mit Lichtschutzfaktor werden von der Kosmetik-Industrie seltsamerweise eher selten produziert.