Wechseljahre: Was hilft bei der Umstellung

Die wichtigsten Fragen beantwortet

Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen können diesen Lebensabschnitt begleiten. Aber das muss nicht unbedingt sein. Wechseljahre – was hilft jetzt?

Wann beginnen die Wechseljahre ganz genau?

Ab etwa dem 45. Lebensjahr drosseln die Eierstöcke die Hormonproduktion. Es kommt nicht mehr in jedem Zyklus zu einem Eisprung, und deshalb setzt die Monatsblutung mal früher, mal später ein, und sie ist mal stärker, mal schwächer. Manchmal haben auch schon Frauen mit Mitte dreißig nur noch einen unregelmäßigen Eisprung – deshalb sollten Frauen nicht allzu lange mit ihrem Kinderwunsch warten.

Wechseljahre: Wie lang ist die Dauer?

Etwa zehn bis 15 Jahre lang lässt die Gebärfähigkeit immer mehr nach, bis eine Frau schließlich keine Kinder mehr bekommen kann – diesen Zeitraum bezeichnet man als Wechseljahre. Ärzte nennen es Klimakterium, das bedeutet kritischer Wendepunkt.

Sind die Wechseljahre denn so einschneidend?

Jede Frau kommt in die Wechseljahre, da kommen wir leider nicht drum herum. Jede vierte Frau hat gar keine Beschwerden, die anderen 75 Prozent kämpfen mehr oder weniger mit den Auswirkungen der hormonellen Umstellung.

Welche Auswirkungen hat diese Umstellung?

Fast jede zweite Frau leidet zum Beispiel unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Viele können nur noch schlecht einschlafen, haben Stimmungsschwankungen, sind schnell reizbar oder aber müde und niedergeschlagen. Andere fühlen sich kraftlos und den Anforderungen nicht mehr so gewachsen wie früher.

Welche Symptome gibt es außerdem noch?

Weil der Östrogenspiegel sinkt, werden die Schleimhäute der Scheide schlechter durchblutet. Deshalb brennt und juckt es manchmal beim Sex, einigen Frauen tut es sogar weh. Darunter leiden drei von zehn Frauen. Auch das Gewebe des Beckenbodens und der Harnblase wird nicht mehr so gut durchblutet, es erschlafft – deshalb kann es schneller zu Blasenentzündungen kommen. Wenn Frauen ein Kind geboren haben, kann sogar eine Belastungs-Inkontinenz die Folge sein.

Weiß man, welche Frau es treffen wird und warum?

Man nimmt an, dass eine genetische Veranlagung dafür besteht. Das ist aber weitgehend noch nicht von den Wissenschaftlern erforscht.

Wie merke ich, ob ich schon mittendrin bin?

Eine unregelmäßige Monatsblutung ist eines der ersten Zeichen. Der Arzt kann dann mit einem so genannten Hormon-Status feststellen, in welcher Phase der Wechseljahre seine Patientin sich befindet.

Kann ich jetzt noch schwanger werden?

Erst mit der Menopause, mit der letzten Regelblutung, endet die fruchtbare Phase. Die ist erreicht, wenn Frauen unter 50 Jahren seit zwei Jahren und Frauen über 50 seit einem Jahr keine Regelblutung mehr hatten. Auch hier kann der Arzt mit einer Messung des Hormonspiegels feststellen, ob eine Schwangerschaft möglich ist.

Gibt es Wechseljahre ohne Beschwerden?

Je entspannter Frauen dieser Zeit entgegensehen, desto weniger Beschwerden haben sie, das ist erwiesen. Wer gesund lebt, sich regelmäßig bewegt, genügend schläft und auf seine Ernährung achtet, der hat oft weniger Probleme. Entspannungs-Techniken wie autogenes Training, Qigong, Heil-Eurythmie und Meditation können helfen, die innere Gelassenheit wiederzufinden.

Die vier großen W-Fragen

Wechseljahre: Was hilft gegen das Zunehmen?

Fett wird wegen des veränderten Hormonhaushalts schlechter verbrannt und lagert sich ein. Der Grundbedarf an Kalorien sinkt sowieso mit zunehmendem Alter – übrigens auch bei Männern, deshalb nimmt man zu, wenn man sich wie gewohnt ernährt.

Wechseljahre: Was hilft bei der Ernährung?

Die Experten empfehlen viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch. Nach 20 Uhr möglichst nichts mehr essen, dann schläft man besser. Bei Hitzewallungen sollte man scharf Gewürztes vermeiden. Als Schutz gegen Osteoporose mindestens 1.000 Milligramm Kalzium täglich aufnehmen (Milchprodukte, Nüsse und Kohl).

Wechseljahre: Was hilft gegen Haarausfall?

Wenn im Verhältnis zu viele männliche Hormone im Körper sind, können vor allem die Haare im Scheitelbereich ausfallen. Das betrifft jede vierte Frau. Dagegen gibt es inzwischen Medikamente. Mit der Menopause geht das aber meist wieder vorbei.

Wechseljahre: Was hilft gegen starke Beschwerden?

Eine Hormontherapie hilft bei besonders stark ausgeprägten Beschwerden. Studien haben allerdings ergeben, dass sich dadurch das Risiko für Brustkrebs und Herzinfarkt erhöht. Pflanzenkraft kann auch helfen: Melisse entspannt, Johanniskraut hebt die Stimmung, und Baldrian hilft bei Schlafstörungen.

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