Weinwissen: Superstar Riesling

9 Fakten über die wichtigste deutsche Rebsorte

Wein, Sekt & Co. trinken wir alle gerne – mal mehr – mal weniger. Kennen Sie das auch? Sie trinken fröhlich in netter Runde Ihr Glas Wein und plötzlich kommen sie: die selbsternannten Weinexperten in unserem Umfeld oder aus dem Freundeskreis! Doch wenn Begriffe wie “Rebsorte”, “Anbaugebiet” oder “auf der Hefe gereift” fallen, werden einige von uns sicher ganz still. „Woher soll man das denn auch alles wissen?“, fragen sich sicher einige von Ihnen. Eben, genau das haben wir uns auch gedacht! Die Weinexperten von vinoa.de erzählen Ihnen in der Reihe „Weinwissen“ interessante, unterhaltsame Fakten und wissenswerte Dinge rund ums Thema Wein! Somit werden Sie zwar nicht zum wandelnden Weinlexikon, wissen aber in Zukunft das Wichtigste aus der großen Welt des Weins!

Den Riesling muss man einfach lieben! Dieser Wein, der so vielfältig und zugleich hochwertig ist, zieht schon seit fast 600 Jahren alle Blicke auf sich. Frisch, elegant, spritzig, leicht, sogar adelig finden ihn manche. Das macht ihn auch zum meistgetrunkenen deutschen Wein. Wir haben 9 interessante Fakten zum Riesling für Sie zusammengestellt.

Wo der Riesling sein Potential entfaltet

Die Rebsorte Riesling wird vor allem in Deutschland, aber auch anderen kühlen Regionen der Welt angebaut. Hier kann diese hochwertige Sorte nämlich ihr volles Potenzial entfalten: gegen den deutschen Frost ist sie weitestgehend immun und die milden deutschen Sommer verbrennen die Beeren nicht. So lassen sich rassige, elegante und frische Weißweine daraus keltern. 

Deutschland versorgt die Welt

Diese Kombination ist weltweit so beliebt, dass der Riesling die meistangebaute Rebsorte in Deutschland ist und die besten Anbaulagen besetzt. Damit wird übrigens der Weltmarkt zu 45 % gedeckt. An nächster Stelle kommen die USA mit nur 10% – Deutschand produziert also mit Abstand den meisten Riesling.

Wo der Riesling am besten wächst

In Deutschland sind die besten Lagen für den Anbau die Steillagen in südlicher Richtung. Vor allem an den Ufern der großen Flüsse Rhein, Mosel und Nahe werden die wärmespeichernden, mineralischen Böden ausgenutzt. So nimmt der Riesling im Rheingau fast 80% der Anbaufläche ein.

Die Nachfahren des Riesling

Weil der Riesling so beliebt ist, dient er häufig als Vorlage für Neuzüchtungen. Bekannte Sorten sind beispielsweise Müller-Thurgau, Kerner und Scheurebe. Es gibt aber noch viele weitere "Kinder" des Riesling, insgesamt stand die Rebe für mehr als 50 Nachzüchtungen Pate.

Der Riesling und der Klimawandel

Der Klimawandel könnte sich übrigens negativ auf den Rieslinganbau auswirken. Allzu warme Sommer, wie beispielsweise im Jahr 2003, wirken sich auf die Mostqualität der meisten Rebsorten positiv aus. Für den Riesling war der „Jahrhundertjahrgang 2003“ allerdings eher schädich. Zu warme Sommer können ein Faulen der Beeren begünstigen.

Wie ein Riesling schmeckt

Der Wein aus den Rieslingtrauben hat meist eine hell- bis goldgelbe Farbe. Je nach Reifegrad eines Weins kann der Geschmack von fruchtigen und von Säure dominierten Aromen zu mineralischen, erdigen Geschmacksnoten übergehen. Besonders das Terroir, also die Besonderheiten des Bodens, können Rieslinge zum Vorschein bringen und sind dafür bei Kritikern häufig sehr beliebt.

Riesling süß-teuer

So vielfältig ist die Rieslingtraube auch deshalb, weil sich mit ihr so vieles anstellen lässt. Normalerweise wird Weißwein aus ihr hergestellt, aber auch viele Süßweine, wie die Trockenbeerenauslese oder der Eiswein können produziert werden. Sie weisen meist ein honigwürziges Aroma auf und sind als seltene Raritäten auf Auktionen sehr beliebt.

Das Lagerpotential von Riesling

Wegen ihres hohen Säuregehalts haben Rieslinge ein großes Lagerpotential. Auch nach 10 Jahren kann ein solcher Wein immer noch viel zu bieten haben. Die jungen Aromen nach Apfel treten im Laufe der Jahre langsam zurück und machen Raum für besonders delikate Noten.

Wie findet man den richtigen Riesling?

Es lohnt sich, Rieslinge aus verschiedenen Lagen zu probieren. Interessant sind besonders die Steilhänge von Rhein, Mosel und Nahe aber auch in anderen Gegenden beispielsweise in Rheinhessen und der Pfalz gibt es gute Lagen. Prämierte Winzer sind beispielsweise Weingut Emil Bauer und Söhne, das Weingut von Winning und das Weingut Reichsrat von Buhl. Es lohnt sich auf jeden Fall die Augen offen zu halten und immer wieder Weine aus verschiedenen Lagen zu probieren. Gerade beim Riesling schmeckt (man) das! Prosit!


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Titelbild: © A_Peach: https://www.flickr.com/photos/a_peach/10118010186

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