Altersbedingte Makuladegeneration: Therapie hilft bei einer der häufigsten Ursachen von Erblindung

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sind wichtig

Altersbedingte Makuladegeneration ist behandelbar. Mit dem Amsler-Gitter-Test können Sie Ihre Augen testen Sehen Sie das Gitter verzerrt, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen. Sehen Sie das Gitter verschwommen, suchen Sie bitte ebenfalls einen Arzt auf

Die schleichende Verschlechterung der Sehfähigkeit wird von vielen Betroffenen mitunter selbst gar nicht wahrgenommen. In vielen Fällen kommt die erschreckende Diagnose erst beim Gang zum Augenarzt – altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Die Erkrankung bewirkt, dass Konturen von Gegenständen nicht mehr richtig wahrgenommen werden und Linien nicht mehr gerade gesehen werden. Die feuchte Form der AMD kann zur Erblindung führen, ist jedoch mit modernen Therapien gut behandelbar. Dr. Joshua Torrent Despouy, Facharzt für Augenheilkunde, gibt Antworten auf wichtige Fragen rund um die Erkrankung.

Was ist die altersabhängige Makuladegeneration und wie entsteht sie?

Die altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD, ist eine Erkrankung der Netzhaut im Bereich der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens im Auge. Ursache für eine AMD sind Eiweiß- und Fettablagerungen (Drusen) in der Makula, die ein Zellsterben bewirken. Als Folge bilden sich krankhafte Blutgefäße in der Netzhaut. Bei der feuchten AMD kommt es durch das Gefäßwachstum zu einem Anschwellen der Netzhaut und Einblutungen in die Netzhaut. Es droht die vollständige Erblindung. 4,5 Millionen Menschen in Deutschland haben eine AMD, Tendenz steigend.

Welche unterschiedlichen Formen gibt es?

Unterschieden werden zwei Formen – die trockene und die feuchte AMD. Die trockene Form kann sich zu einer feuchten entwickeln, der häufigsten Ursache für eine Erblindung in Deutschland.

Wie unterscheidet sich die feuchte von der trockenen Form der AMD?

Bei der trockenen Form geht der Sehverlust schleichend voran. Diese Form der AMD ist bisher nicht behandelbar. Die feuchte AMD ist deutlich aggressiver! Die Sehkraft kann sich rasch verschlechtern und zur Erblindung führen. Allerdings ist die feuchte AMD mittlerweile gut behandelbar.

Was sind die Symptome einer feuchten AMD?

Symptome sind Einschränkungen in der Mitte des Blickfeldes. Der Patient sieht auf einem oder beiden Augen unscharf und verschwommen. Linien, die eigentlich gerade sein sollten, weisen plötzlich Wellen auf. Eine Überprüfung ist zu Hause leicht durchführbar: Man hält sich ein Auge zu und schaut mit dem anderen Auge auf ein kariertes Blatt Papier oder auch die Badezimmerfliesen. Sind die Linien bzw. Fugen wellig, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Betroffene bemerken die Erkrankung oft erst im fortgeschrittenen Stadium, da ein Auge die Schwäche des anderen Auges ausgleichen kann.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die feuchte AMD lässt sich sehr gut behandeln. Dabei werden die Botenstoffe (Vascular Endothelial Growth Factor, VEGF) abgefangen, die das schädliche Wachstum krankhafter Gefäße fördern. Das Medikament (VEGF-Hemmer) wird unter örtlicher Betäubung in den Augapfel (IVOM-Injektion) gespritzt – ein Routineeingriff, der regelmäßig wiederholt werden muss. Je früher der Behandlungsbeginn, desto besser ist der Erhalt der Sehkraft. Besonders wichtig ist der regelmäßige Gang zur Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt.

Ist die feuchte AMD heilbar?

Nein, die feuchte AMD ist eine chronische Erkrankung.

Wo können Betroffene weitere Informationen finden?

Der Patientenservice VisusVital www.visusvital.de klärt Betroffene und Angehörige über Netzhauterkrankungen auf und gibt weitere Tipps für den Alltag.

Quelle: Bayer Vital GmbH