Demenz vorbeugen: Neue Hoffnung bei Alzheimer

Wege aus der Vergesslichkeit

Eine Krankheit, die bisher kaum zu besiegen ist. Neue Versuche, das Hirnleiden und die Alzheimer Symptome mit Medikamenten zu stoppen, dürften aber bald zum Erfolg führen. Hier einige Medikamente, die vielleicht schon bald den Durchbruch bringen und Demenz vorbeugen könnten. 

Der Weg zur Entwicklung wirksamer Alzheimer-Medikamente ist gepflastert von Enttäuschungen. Noch immer steht kein Mittel zur Verfügung, das wirklich einen Durchbruch bedeutet in der Therapie dieser Volkskrankheit und welches Demenz vorbeugen könnte. Und nur ganz wenige Wirkstoffe zeigen überhaupt einen Effekt – der aber auch nicht ewig anhält und Alzheimer Symtome dauerhauft bekämpft.

„Bislang gibt es kein Medikament, das die Alzheimer-Krankheit heilen kann. Irgendwann wird aber eine wirksame Therapie zur Verfügung stehen“,

so Professorin Isabella Heuser, vom Vorstand der Hirnliga e. V. „Die Forschung geht intensiv voran, und es gibt vielversprechende Ergebnisse, aber auch Ernüchterungen. So ist etwa die Euphorie über eine schon bald verfügbare ursachenbezogene Behandlung verflogen. Als Forscher können wir nur immer wieder dringend empfehlen, alle heute schon vorhandenen Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung zu nutzen.“ So sei bekannt, dass die Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck das Risiko senke, an einer Demenz zu erkranken – meint die Expertin.

Gesunde Lebensweise vermindert Risiko

Neue Untersuchungen zeigen zudem, dass die Zunahme der Erkrankungen in manchen Ländern nicht mehr so groß ist wie erwartet. Grund dafür scheint eine gesündere Lebensweise mit besserer Ernährung und mehr Bewegung zu sein. Ein paar Lichtstreifen zeigen sich in Sachen Alzheimer-Therapie aber doch am Horizont. Wissenschaftler aus München haben einen Wirkstoff erfolgreich getestet, der die Bildung von Amyloiden hemmt. Diese Eiweiße sind wahrscheinlich ein Hauptauslöser von Demenz.

Im Tierexperiment erste Erfolge

Die Forscher untersuchten den Wirkstoff bisher nur an Mäusen. Sie gaben ihn erkrankten Tieren schon im Frühstadium, in dem aber bereits Gedächtnisprobleme aufgetreten waren. Die Substanz stoppte nun die Entstehung der klumpigen Eiweiße im Gehirn, das Gedächtnis der Mäuse verbesserte sich wieder. Immerhin ein erster Schritt.

Antidepressiva haben mildernde Wirkung

Schon bald sollen klinische Studien am Menschen folgen. Dann erst wird sich zeigen, ob die Resultate auch auf zweibeinige Alzheimer-Kranke übertragbar sind. Auch Antidepressiva scheinen einen mildernden Effekt auf Alzheimer zu haben. Diese sogenannten SSRI zeigen ihre Wirkung vor allem im Anfangsstadium der Demenz. Dann halten sie die Gedächtnisleistung länger aufrecht als ohne eine solche Behandlung. Allerdings müssen die Mittel über längere Zeit eingenommen werden, um diesen Effekt zu erzielen – so das Ergebnis einer Studie. Normalerweise bekommen nur Patienten mit einer Depression solche Arzneien. Daher war es für die Forscher schwierig, den Effekt der Mittel auf die Demenz klar herauszufiltern. Denn gerade bei Depressionen ist die Hirnleistung ohnehin oft eingeschränkt. Am Schluss konnte aber klar belegt werden, dass die Mittel helfen. Ob sie nun auch Alzheimer-Patienten ohne Depression verschrieben werden, bleibt offen.