Diagnose Multiple Sklerose: Symptome und Verlauf der Krankheit

Die Erkrankung der 1.000 Gesichter

Die Multiple Sklerose (MS) wird umgangssprachlich auch Krankheit der 1.000 Gesichter genannt, weil sie von Patient zu Patient individuell unterschiedlich verläuft. Es können alle möglichen Symptome auftreten. In Deutschland sind mehr als 200.000 Menschen an MS erkrankt. Frauen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer. Unser Experte, Dr. med. Michael Lang, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie, Umwelt- und Verkehrsmedizin beantwortet wichtige Fragen rund um die Erkrankung.

Was ist Multiple Sklerose, kurz MS?
Die Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Ein wesentliches Merkmal der MS sind Entzündungsherde im Gehirn und zum Teil auch im Rückenmark. Körpereigene Immunzellen greifen die Hüllschicht (eine Art Schutzschicht) der Nervenzellen an. Wird diese Schutzschicht beschädigt, wird die Erregungsleitung der Nerven gestört. Das heißt, die Signale können nicht mehr korrekt übertragen werden. Je nachdem, wo und wie stark die Schädigungen sind, treten unterschiedliche Symptome auf.

Was sind die Ursachen der MS?
Der Erkrankungsauslöser ist letztlich unbekannt. Es scheint aber eine genetische Prädisposition zu geben, also eine Bereitschaft dafür, diese Krankheit zu kriegen.

Welche Symptome zeigen sich bei MS? 
Charakteristische MS-Symptome sind unter anderem Seh-, Sensibilitäts- und Bewegungsstörungen sowie eine rasche Ermüdbarkeit, die sogenannte Fatigue.

Wie wird Multiple Sklerose festgestellt?
In der Regel hat der Patient einen Schub mit plötzlich auftretenden Sehstörungen, Lähmung eines Armes oder ist wackelig auf den Beinen und geht daraufhin zum Neurologen. Der ordnet dann eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns an, bei der entzündliche Herde festgestellt werden. Darauf folgen eine Untersuchung des Nervenwassers und ein sehr genauer klinischer Check-up. In vielen Fällen führt nicht der erste, sondern der zweite tatsächliche MS-Schub zur Diagnose.

Wie kann MS behandelt werden? 
Die Behandlung der Multiplen Sklerose setzt sich aus drei Säulen zusammen: Säule eins umfasst die Therapie eines akuten Schubs – also wenn Entzündungsherde und neurologische Symptome, wie Seh- oder Empfindungsstörungen, auftreten. Die zweite Säule ist die langfristig verlaufsmodifizierende Therapie. Mithilfe von Medikamenten wird hierbei versucht, den Verlauf der Multiplen Sklerose langfristig möglichst günstig zu beeinflussen. Säule drei beschreibt die symptomatische Therapie, also die Behandlung von Symptomen, wie Spastik oder Lähmungen.

Wo gibt es weiterführende Informationen zur Multiplen Sklerose?
Es gibt diverse Selbsthilfegruppen, die Betroffenen und Angehörigen Rat und Hilfestellung bieten (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft – DMSG e.V.). Daneben gibt es auch Patientenwebsites wie www.ms-persoenlich.de, die Infos für Betroffene aber auch deren Angehörige und Interessierte zu verschiedenen Themen rund um die MS bieten.

Diese Symptome können bei Multipler Sklerose auftreten:

 

Weitere Infos erhalten Sie in der kostenfreien Zeitschrift „MS persönlich“ oder online unter www.ms-persoenlich.de.