Schlaganfall erkennen: Der Schnelltest gibt Aufschluss

Bei einem Schlaganfall gilt: Zeit ist Hirn!

Schwindel, Sprachverlust oder eine Lähmung – ein Schlaganfall kann sich auf unterschiedliche Arten bemerkbar machen. Wichtig ist, ihn frühzeitig zu erkennen. Durch eine plötzlich einsetzende Mangeldurchblutung des Gehirns kommt es zu einem Ausfall bestimmter Gehirnfunktionen. Ursache für diese Durchblutungsstörung ist häufig ein Blutgerinnsel (Thrombus). Das Blutgerinnsel verschließt ein Blutgefäß im Gehirn und unterbricht die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Folge: es kommt zum Schlaganfall, auch Apoplex oder Hirninsult genannt. PD Dr. Friedhelm Späh, Internist und Kardiologe, gibt Antworten auf wichtige Fragen rund um die Erkrankung.

Was ist unmittelbar zu tun, wenn ich bei einer anderen Person einen Schlaganfall erkenne?

Bei einem Schlaganfall ist die Zeit entscheidend – ganz wichtig: Sofort die 112 wählen. Ist der Betroffene bewusstlos, kann Mageninhalt hochgewürgt werden und in die Lunge gelangen. Um das zu vermeiden, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wichtig ist auch die Versorgung mit ausreichend Sauerstoff – das bedeutet: Fenster auf!

Wie schnell sollte eine medizinische Versorgung nach dem Schlaganfall erfolgen?

Betroffene sollten schnellstmöglich medizinisch versorgt werden – daher sollte bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall sofort die 112 gewählt und der Notarzt gerufen werden. Je mehr Zeit bis zur Behandlung vergeht, desto mehr Gehirnzellen sterben ab. Ist die Ursache des Schlaganfalls zum Beispiel ein Blutgerinnsel, das ein hirnversorgendes Blutgefäß verstopft, sind die ersten vier bis fünf Stunden nach Auftreten der Symptome entscheidend. Denn in diesem Zeitraum kann das Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst werden (Lysetherapie). Dadurch werden die betroffenen Bereiche des Gehirns wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Man könnte also auch sagen, dass in der Akutbehandlung des Schlaganfalls Zeit gleich Hirn bzw. Lebensqualität ist. Denn je schneller eine effektive Behandlung erfolgt, desto mehr Gehirnzellen werden erhalten und desto geringer fallen wahrscheinlich die bleibenden Schäden aus.

Für welche Patientengruppen besteht ein erhöhtes Schlaganfallrisiko? 

Das Schlaganfallrisiko hängt generell von individuellen Risikofaktoren ab. Wichtig ist es, regelmäßig Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck bestimmen zu lassen. Denn zu den Erkrankungen, die einen Schlaganfall begünstigen, gehören Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechsel- und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Außerdem sollte auf eine vitaminreiche, fettreduzierte und möglichst zuckerfreie Ernährung geachtet und auf Rauchen verzichtet werden.

Ein einfacher Test hilft, einen Schlaganfall zu erkennen:

Risikofaktor Vorhofflimmern

Jeder dritte Schlaganfall geht auf das Vorhofflimmern zurück. Vorhofflimmern ist deutschlandweit mit rund 1,8 Millionen Betroffenen die häufigste Herzrhythmusstörung. Unser Experte PD Dr. Späh erklärt die Erkrankung wie folgt: 
Beim sogenannten Vorhofflimmern wird das Blut in den Vorkammern nicht richtig durchmischt. Durch den gestörten Blutfluss können schnell Blutgerinnsel entstehen. Löst sich so eines, kann es eine Ader im Gehirn verschließen. Jeder dritte Schlaganfall wird so verursacht. Anzeichen für die Herzrhythmusstörung können ein unregelmäßiger Puls (z.B. lang – kurz – kurz – lang – kurz. . .), Atemnot, Schwindel oder ein Gefühl innerer Unruhe sein.

Mehr Infos zum Thema unter www.rote-karte-dem-schlaganfall.de