Stiko: Corona-Impfung für Kinder ab 12 – das müssen Eltern jetzt wissen

Antworten auf wichtige Fragen

Die Stiko hat mit ihrer Entscheidung auf sich warten lassen – aber nun ist sie gefallen: Die Kommission empfiehlt die Impfung für Kinder ab 12 Jahren. Aber was heißt das jetzt für die Eltern?
 

Für die lange Dauer der Entscheidungsfindung hat die Stiko viel Kritik hinnehmen müssen – so sind die Gesundheitsminister bereits Anfang des Monats mit der Forderung vorangeprescht, dass auch Kinder ab 12 Jahren geimpft werden sollen. Die Impfkommission betonte ihrerseits, dass die Fakten geprüft gehören, dazu zähle auch der Nutzen einer Corona-Impfung. Die Entscheidung ist gefallen und "die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen" würden überwiegen, teilte die Stiko am 16. August 2021 mit. Folgendes müssen Eltern nun wissen:

9 Anzeichen, dass Sie bereits Corona hatten

Altersgrenze: Welche Kinder können jetzt gegen Corona geimpft werden?

Die Empfehlung der Stiko gilt jetzt für alle Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren. Dieser Altersgruppe wurde bisher nur eine Impfung empfohlen, wenn sie unter bestimmten Vorerkrankungen oder starkem Übergewicht leiden sowie mit gefährdeten Personen zusammenleben würde.

 

 

Welchen Impfstoff erhalten die Jugendlichen?

Die EU hat den Impfstoff von Biontech/Pfizer als ersten Ende Mai für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Insofern wird ein mRNA-Impfstoff verabreicht. Die USA und Kanada verwenden das Vakzin schon länger, seit Juli wird auch der mRNA-Impfstoff von Moderna verimpft.

Wie steht es um die Wirksamkeit?

Laut Biontech/Pfizer soll auf Basis einer Phase-III-Studie mit über 2.000 Jugendlichen ab 12 Jahren der Impfstoff zu 100 Prozent vor einer symptomatischen Covid-Erkrankung schützen. Unter den geimpften Jugendlichen wurde keine Corona-Infektion nachgewiesen, in der Placebo-Gruppe gab es 16 Corona-Fälle. Laut Studien mit Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren soll auch der Moderna-Impfstoff eine Wirksamkeit von 100 Prozent bieten.

Delta: Wie ansteckend ist die Corona-Mutation im Freien?

Gibt es Impfreaktionen auf die Vakzine?

Laut einer Studie im "New England Journal of Medicine" wird die Impfung für Kinder und Jugendliche als gut verträglich eingeschätzt. Wie auch in anderen Altersgruppen wurden die Nebenwirkungen als moderat eingestuft. Am häufigsten wurde über Schmerzen an der Einstichstelle geklagt (79 bis 86 Prozent der Kinder nach der ersten, beziehungsweise zweiten Dosis) gefolgt von Müdigkeit (60 bis 66 Prozent) und Kopfschmerzen (55 bis 65 Prozent). Ungefähr 20 Prozent bekamen nach der zweiten Impfung Fieber. Die Beschwerden waren in der Regel nach ein paar Tagen weg.

Gibt es Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung?

Laut Stiko gab es in den USA Fälle von Herzmuskelentzündungen, von denen Jungs und junge Männer hauptsächlich betroffen waren. Sie müssten laut Stiko als Nebenwirkung der Impfung betrachtet werden – es soll sich aber um unkomplizierte Verläufe gehandelt haben. In dem Zusammenhang verweist die Stiko darauf, dass laut neueren Studien Herzerkrankungen auch bei Covid-19-Erkrankung auftreten könnten. Weitere Anzeichen für schwere Nebenwirkungen nach der Impfung mit einem mRNA-Vakzin bei Kindern und Jugendlichen soll es nicht geben.

Impfentscheidung: Welche Rolle spielt die Delta-Variante?

Wenn die vierte Welle mit der Delta-Variante mit voller Wucht kommt, dann ist mit einem erhöhten Infektionsrisiko zu rechnen, das sollen Modellrechnungen ergeben haben. In den USA besteht das Problem bereits, denn die Krankenhäuser behandeln derzeit so viele Kinder mit Covid-19 wie nie zuvor. Lesen Sie hierzu mehr>>

Vierte Corona-Welle: Mit diesen Auflagen muss man jetzt rechnen