Kontaktlinsen – mehr als nur eine Sehhilfe

Unsichtbare „Pflaster“ helfen bei Augenverletzungen

13. Januar 2017

Als Sehhilfe sind Kontaktlinsen seit fast 40 Jahren eine beliebte Alternative zur Brille. Doch die kleinen Haftschalen können mehr: So kann der Augenarzt bei einer  Hornhautverletzung eine spezielle Kontaktlinse anpassen. Diese legt sich wie ein Pflaster übers Auge, um es Tag und Nacht vor weiteren Verletzungen zu bewahren. Gleichzeitig kann sie Schmerzen lindern und die Heilung fördern. Daher heißt sie auch Verbandlinse.

Knallt ein Sektkorken ins Auge, kann das der Iris beziehungsweise Regenbogenhaut schaden. Dadurch kann sich die Augenfarbe verändern. Dann wird eine farbige Kontaktlinse angepasst, damit die Iris wieder natürlich aussieht. Wie Dr. Dorothea Kuhn vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) erklärt, kann die Irisprintlinse jedoch noch viel mehr. Sie bringt eine verzogene Pupille wieder in die richtige Position und schützt vor Blendung. Weiche Kontaktlinsen können auch als Medikamententräger für Augentropfen oder -salben genutzt werden, etwa bei einer chronischen Hornhaut-Erkrankung. Sie speichern die Arznei und geben sie ans Auge ab. Ob und wann diese Anwendung sinnvoll ist, sollten Patienten stets mit ihrem Arzt besprechen.

Die Sehstärke kann stark voneinander abweichen

Die Sehstärke auf beiden Augen kann extrem voneinander abweichen, was Ärzte Anisometropie oder Ungleichsichtigkeit nennen. Besonders stark ist ein Unterschied von zwei Dioptrien. Doch dieser kann nicht immer gut durch eine Brille ausgeglichen werden. Dann sind Linsen die bessere Wahl.

Die Augenmedizin möchte natürlich auch die allerneueste Technologie nutzen, um Patienten besser helfen zu können. So zum Beispiel bei grünem Star, bei dem der erhöhte Augeninnendruck dem Sehnerv schadet. Hier haben Tüftler aus der Schweiz eine Linse mit Mikrosensor entwickelt, die den Innendruck permanent misst. Und das funktioniert so: Der Patient trägt die Linse bis zu 24 Stunden. Über eine Antenne gelangen die Messdaten vom Sensor zum Aufzeichnungsgerät, das am Körper getragen wird. Diese wertet der Arzt später aus. In einer neuen Untersuchung fanden US-Forscher heraus, dass so ermittelt werden kann, bei welchem Patienten die Krankheit rasch fortschreiten wird.