Debatte um Tamponsteuer geht an den Bundestag

Luxusprodukt oder Grundbedarf?

Bereits seit Monaten wird in Deutschland über die Tamponsteuer diskutiert. Dank einer Petition, bei der über 50.000 Menschen unterschrieben haben, muss sich nun auch der Bundestag damit befassen. 

Während Tampons, Binden, Slipeinlagen, Menstruationstassen und Co. mit 19 Prozent besteuert werden, gelten beispielsweise für Schnittblumen, Wachteleir, Krebsfleisch und Trüffel der reduzierte Satz von sieben Prozent. 

„Die Periode ist kein Luxus“

Ganz schön ungerecht finden auch Nanna-Josephine Roloff und Yasemin Kotra, die mit ihrer Online-Petition „Die Periode ist kein Luxus“ auf der Kampagnenplattform change.org bereits über 200.000 Stimmen sammeln konnten. „Es ist für viele mit Scham behaftet, darüber zu reden, dabei sollte es das Normalste der Welt sein“, so Nanna-Josephine Roloff, die als PR-Beraterin in Hamburg arbeitet. „Wie verschämt schieben wir uns teilweise die Tampons über den Tisch.“ Sie will nicht nur mit dem Tabu rund um das Thema aufräumen, sondern sich auch dafür einsetzen, dass diese Produkte ebenfalls zu Gütern des täglichen Bedarfs gezählt werden. 

Tamponsteuer muss im Bundestag diskutiert werden

Darüber muss nun tatsächlich im Deutschen Bundestag diskutiert werden. Denn mit einer aktuellen Petition fordern auch der Kondomhersteller Einhorn und das Online-Magazin Neon den ermäßigten Steuersatz für Monatshygiene-Produkte. „Das ist Diskriminierung von Menstruierenden. Wir fordern den Bundestag deshalb auf, Periodenprodukte mit dem ermäßigten Satz von sieben Prozent zu besteuern“, finden die Petenten. Nachdem sie mit ihrem Aufruf in der vergangenen Woche bereits 50.000 Stimmen erzielen konnten, geht die Debatte nun in den Bundestag.  

In Kanada, Indien, Australien und einigen US-Staaten wurde die sogenannte Tamponsteuer bereits abgeschafft.