Typisch Frau, typisch Mann: Was steckt hinter den Klischees?

Wie unterschiedlich ticken wir wirklich?

27. September 2018
Liebe lebt auch von Gegensätzen. Auf die klassischen Rollenbilder verzichten wir aber sehr gerne. Frauen können nicht einparken? Von wegen! Klare Sache: Sie macht sauber... Und er so? Guckt mal wieder ganz gemütlich Fußball.

Schon klar: Frauen können nicht einparken, und Männer hören nie zu. Wenn es doch so einfach wäre. Manchmal hat man ja tatsächlich das Gefühl, dass es gewisse Verhaltensweisen und Marotten gibt, in denen sich Männer und Frauen grundsätzlich voneinander unterscheiden. Und auch wenn sich die Geschlechterrollen in den vergangenen Jahrzehnten vielfach schon angenähert haben, halten sich viele Vorurteile und Verallgemeinerungen hartnäckig. Alles unbegründet. Oder ist vielleicht doch etwas Wahres dran?

Typisch Mann, typisch Frau: Gängie Geschlechterbilder sind Erziehungssache

Natürlich gibt es genetische Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So will es die Biologie. Wie weit sich diese aber auch auf die Entwicklung von typischen Verhaltensmustern auswirken, ist umstritten. Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass Erziehung und Gesellschaft die entscheidenden Rollen spielen. Denn bei vielen Menschen sowie in den Medien sind traditionelle Geschlechterbilder noch tief verankert und werden schon Kleinkindern vorgelebt. Zum Beispiel, dass Mädchen eine rosa Puppenwelt lieben, während Jungs eher Fußball und Autos mögen. Solche frühkindlichen Prägungen setzen sich dann auch im Schulalter und im Erwachsenenleben weiter fort.

Simples Schubladendenken: den typischen Erwartungen gerecht werden

Sind bestimmte Verhaltensmuster erst mal verinnerlicht, fällt es uns oft schwer, sie wieder abzulegen. Stattdessen erfüllen wir die Erwartungen an unsere Rolle und verstärken dadurch die Klischees. So ist etwa wissenschaftlich nicht belegt, dass Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern weniger begabt sind als Jungen. Da sie oft aber selbst daran glauben, in Mathe und Technik untalentiert zu sein, trauen sie sich hier auch weniger zu. Dass Frauen tiefer stapeln als Männer, ist insgesamt typisch.

Typisch Klischee: Woher kommen diese Vorurteile eigentlich?

Das Wort Klischee kommt vom französischen „cliché“ und bedeutet so viel wie „Abklatsch“. Denn hinter Klischees stecken meist nur veraltete Vorstellungen, die aus der Zeit sind, Vorurteile oder Stereotypen. Mittlerweile konnten viele Studien zum Thema „Typisch Frau, typisch Mann“ diese in unserer Gesellschaft eingeprägten Vorurteile aber widerlegen. Das sind die gängigsten Klischees:

Typisch Frau 

  • Frauen können nicht einparken
  • Frauen reden viel
  • Frauen haben keinen Orientierungssinn
  • Frauen lieben Shopping
  • Frauen gehen immer zu zweit aufs Klo
  • Frauen mögen kein Bier
  • Frauen sind zickig
  • Frauen brauchen lange im Badezimmer

Typisch Mann

  • Männer können nicht zuhören
  • Männer weinen nicht
  • Männer sind unromantisch
  • Männer fragen nicht nach dem Weg
  • Männer denken immer an Sex
  • Männer stehen auf große Brüste
  • Männer zeigen ungern Gefühle
  • Männer interessieren sich für Autos

Typisch Mann, typisch Frau? Statt Verallgemeinerungen eigene Persönlichkeit entfalten

„Innerhalb der Geschlechter gibt es weit größere Unterschiede als zwischen den Geschlechtern“, sagt der Biopsychologe Markus Hausmann, der zu dem Thema zahlreiche Untersuchungen durchgeführt hat. Das heißt: Jeder von uns ist einzigartig mit seinen Schwächen und Stärken, Vorlieben und Talenten – unabhängig davon, ob Frau oder Mann. Umso wichtiger, die verbreitetsten Ansichten über Sie und Ihn mal genauer zu betrachten. Multitasking: reine Frauensache oder auch etwas für Männer? E-Mails schreiben, wichtige Telefonate führen und nebenbei noch die Küche putzen: Mehrere Dinge gleichzeitig anzupacken, gilt als Talent der Frauen. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht. Viele Frauen haben es allerdings gut drauf, eine Sache bewusst zu erledigen und weitere Dinge fast automatisch so nebenbei. Männer hantieren lieber nur an einer Sache zur Zeit. Das aber sehr gründlich.

Fakten, Fakten, Fakten: Wie verschieden wir kommunizieren

Tyisch Mann: Männer machen klare Ansagen. Typisch Frau: Frauen alles hinterfragen. Oder? Richtig ist, dass Männer gerne Zahlen und Daten in Gespräche einfließen lassen. Sie hinterfragen Vorgaben nicht so stark, kommen schneller zum Punkt, machen weniger Worte. Die meisten Frauen haken dagegen öfter nach, erläutern Dinge genauer – weil es ihnen wichtig ist, den Sinn zu verstehen, nicht nur den Inhalt. 

In Sachen Liebe: Wem die Beziehung wirklich wichtiger ist 

Das ist doch mal eine gute Nachricht: Die Liebe steht für Mann und Frau gleichermaßen an erster Stelle, beiden bedeutet die Beziehung gleich viel. Auch wenn der Mann das nicht immer zeigt? Ja, meint die Psychologin Katharina Ohana: Meist sind es die eigenen überzogenen Erwartungen an den Partner, die uns glauben lassen, er würde uns nicht genug lieben: „Der andere soll dann uns in den Mittelpunkt seines Lebens stellen und alles für uns tun.“ Das ewige Spiel mit der Liebe ...

Job und Karriere: Wer ist ehrgeiziger, und wer steckt zurück?

Im Beruf sind Männer in der Regel zielstrebiger als Frauen, das ist wirklich typisch. Sie fragen sich bereits sehr frühzeitig, wo sie später im Leben einmal stehen wollen – und verfolgen diese Ziele dann dementsprechend ausdauernd. Frauen sind meist flexibler, lassen die Dinge auf sich zukommen, probieren mehrere Alternativen aus. Sie erklimmen deshalb vielleicht nicht ganz so schnell die Karriereleiter wie Männer. Oben angekommen, müssen sie dafür aber auch keine Angst haben, etwas verpasst zu haben.

Der Vergleichs-Test: Wer macht sich größer? Wer kleiner?

Auf andere schielen können beide gleich gut – Frauen und Männer. Und beide machen es gleich oft. Der Unterschied liegt darin, mit wem wir uns messen: Typisch für Männer ist es, dass sie sich nach oben vergleichen, also mit vermeintlich Stärkeren. Sie haben kein Problem damit, sich aufzuspielen und größer zu machen, als sie objektiv sind. Frauen machen es umgekehrt, sie vergleichen sich eher nach unten – aus Angst, sonst überheblich zu wirken. Selbst bei Lob, das Frauen von anderen bekommen, fällt es ihnen häufig schwer, dieses einfach dankend anzunehmen. Stattdessen schwächen sie es ab, weil sie glauben, dadurch besonders nett und sympathisch zu wirken. Wie schade, aber leider typisch für Frauen. Hier kommt wieder die Erziehung ins Spiel – Frauen wurden und werden zur Bescheidenheit erzogen.

Hobby und Identifikation: Er denkt ans Kicken, sie ans Einkaufen 

Ja, viele Männer sind Fußballfans. Warum? Weil es bei diesem Sport nur wenige, leicht verständliche Regeln gibt. Weil sie beim Spiel leidenschaftlich alle Emotionen zeigen dürfen. Und sich mit einzelnen Spielern identifizieren. Wenn Frauen als liebstes Hobby „shoppen gehen“ angeben, hat das ebenfalls ein Stück weit mit Identitätssuche zu tun: Sie definieren ihre Weiblichkeit häufig anhand von Äußerlichkeiten wie Kleidung, Schuhen, Handtaschen.

Harmonie und Respekt: andere Bedürfnisse, das gleiche Ziel

Für Frauen ist Nähe, Verbundenheit und Wertschätzung wesentlich. Sie wollen sich wohl fühlen in der Beziehung mit anderen, geborgen und geschützt. Um diese Harmonie nicht zu gefährden, gehen sie sogar Konflikten aus dem Weg. Männern ist Anerkennung und Respekt hingegen wichtiger als Harmonie, erreichen wollen sie das durch Statussymbole wie mit einem schicken Auto oder einem höheren Einkommen. Grundsätzlich verfolgen Frauen und Männer aber das gleiche Ziel: Liebe. Beide wollen geliebt werden – sie versuchen nur, dies auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen.

Die 70-30-Formel: Weshalb Unterschiede nützlich sind

Heute schon wieder über den Partner und seine Macken geärgert? Darüber, dass er in einigen Dingen anders tickt als Sie? Freuen Sie sich lieber über diesen Umstand: Viele Paar-Psychologen sagen, dass etwa 70 Prozent Ähnlichkeit und dementsprechend immerhin 30 Prozent Unterschiedlichkeit zwischen zwei Personen in einer Beziehung optimal sind. Die grundsätzlichen Werte sollten natürlich übereinstimmen. Doch sind wir uns zu ähnlich, drohen Langeweile oder sogar ein Nebeneinanderherleben – und auch Untreue. Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, und sexuell attraktiv finden wir vor allem Partner, die über ein anderes biochemisches Profil verfügen als wir selbst. Gegen ein paar „typische“ Verhaltensweisen ist also überhaupt nichts einzuwenden. Sie müssen ja auch nicht den gängigen Frau-und-Mann-Klischees entsprechen …

5 Vorurteile, die totaler Quatsch sind

  1. Frauen haben keinen Orientierungssinn: Stimmt nicht. Sie orientieren sich nur anders als Männer, brauchen konkrete Bezugspunkte. Und: Wenn sie mal nicht weiterwissen, fragen sie nach dem Weg.
  2. Männer wollen keine Kinder: Laut einer Umfrage wünschen sich sogar 9 von 10 Männern Kinder. Sie zögern den Zeitpunkt allerdings oft hinaus, weil sie sich als Haupt-Ernährer der Familie sehen.
  3. Frauen können nicht einparken: Schlicht falsch. Leider werden viele Frauen von diesem Klischee verunsichert.
  4. Männer sind unromantisch: Studien zeigen, dass sie ihre Ziele eher für eine Beziehung aufgeben würden als Frauen.
  5. Frauen reden mehr als Männer: Beide sprechen rund 16.000 Wörter am Tag. Allerdings über unterschiedliche Themen.

Typisch Mann: Wie wir sein Verhalten für uns nutzen

Ein Buch mit sieben Siegeln? Nein, Männer haben es in der Regel prima drauf, Pleiten, Pech und Pannen nicht persönlich zu nehmen. Schneiden wir uns davon eine Scheibe ab und suchen Fehler ab sofort mal nicht bei uns. Worin Kerle ebenfalls sehr gut sind: Sachen einfach auszuprobieren. Nicht erst lange grübeln, ob sie Talent zu etwas haben sondern: machen. Ein weiterer Punkt zum Abgucken: Raum erobern. Nicht kleinmachen, sondern Präzenz zeigen. Wenn Sie unsicher sind: Machen Sie sich doch mal eine Tabelle und notieren Sie Positives und Negatives von ihm – aus diesen Erkenntnissen schwarz auf weiß kann man auch viel für sich herausziehen. Typisch Frau eben!

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