Tipps vom Profi: Der perfekte Fahrrad-Diebstahlschutz

So haben Langfinger keine Chance

Das Wetter ist schön, und wir sind wieder viel mit unserem Drahtesel unterwegs. Doch Vorsicht: Zwar ist die Zahl der Diebststähle im Jahr 2017 von rund 332.500 (Quelle: ADFC) auf rund 300.000 (Quelle: Versicherungsbote.de) zurückgegangen. Die Aufklärungsquote ist aber nach wie vor erschreckend gering. Spitzenreiter beim Fahrradklau ist Leipzig mit 1.756 Diebstählen je 100.000 Einwohner, gefolgt von Halle mit 1.659 Diebstählen je 100.000 Einwohner und Müster mit 1.432 Diebstählen je 100.000 Einwohner. Ausgerechnet Münster, die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands! Stephanie Krone vom ADFC gibt Tipps, wie Sie es mit dem Fahrrad-Diebstahlschutz klappt.

Wie schließe ich mein Fahrrad am besten ab?
„Mit einem hochwertigen Bügel-, Ketten- oder Faltschloss, und zwar an einem fest verankerten Gegenstand an einem belebten Ort. Ideal ist ein Fahrrad-Abstellplatz, sonst geht aber auch ein Laternenmast. Ketten Sie nicht nur die Reifen, sondern auch den Rahmen mit an.“

Wie kann ich mich vorab für den Ernstfall rüsten?
„Heben Sie alle Rechnungen und den Fahrradpass mit Hersteller, Marke und Rahmennummer auf. Machen Sie Fotos von Ihrem Rad und notieren Sie sich unveränderliche Merkmale. Lassen Sie Ihr Rad bei einer Codierungsaktion vom ADFC oder von der Polizei registrieren. Dabei wird eine Nummer in den Rahmen gestanzt. Wird das geklaute Fahrrad gefunden, kann man Sie sofort verständigen.“

Warum werden die Diebe so selten geschnappt?
„Fahrrad-Diebstahl ist hierzulande leider ein Massenphänomen, das vom Staat nicht sehr ernst genommen wird. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bundesweit bei gerade einmal 8,8 Prozent, in den Großstädten sogar noch darunter. Dringend gebraucht werden sichere Fahrradparkhäuser und Abstellplätze an Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden. Hilfreich wäre es außerdem, wenn die Polizei mehr Ermittler einsetzen und mit Zivilbeamten die Plätze überwachen würde, an denen bekanntermaßen sehr viele Räder geklaut werden.“

Eine Versicherung gegen Diebstahl – sinnvoll?
„Hausratversicherungen bieten oft eine Zusatzversicherung für Fahrräder an, hier sollten Sie aber die Bedingungen beachten: Für die Entschädigung gilt eine Obergrenze von 1 bis 3 Prozent der Hausrats Versicherungssumme. Bei einem kleinen Haushalt mit sehr teurem Fahrrad reicht dies oft nicht aus, um den Verlust zu ersetzen. Bei einem Diebstahl zwischen 22 und 6 Uhr zahlen manche Versicherungen nur, wenn das Rad in einem geschlossenen Raum stand. Der beste Fahrrad-Diebstahlschutz bleibt auf jeden Fall ein sehr gutes Schloss.“

Was kann ich tun, wenn mein Rad geklaut wurde?
„Melden Sie den Diebstahl sofort mit genauen Angaben aus dem Fahrradpass und am besten auch mit einem Foto bei der Polizei. Die Anzeige sowie eine Bescheinigung von der Polizei, dass das Rad nicht
wiedergefunden wurde, muss dann bei der Versicherung vorgelegt werden, damit diese Geld zahlt. Weitere hilfreiche Infos finden Sie auch auf der Website des ADFC unter www.adfc.de/technik/diebstahl