Wenn Corona zu Lasten von Tieren geht: Nothilfe für die Schwächsten

Ein Fonds soll zurückgelassene Streuner und Nutztiere versorgen

07. Mai 2020

Die Coronakrise bringt Tierschutzorganisationen weltweit in große Existenznöte: Ihre Arbeit wird ausgesetzt, wichtige Einnahmen bleiben aus. Die Tierschutzprojekte der Welttierschutzgesellschaft (WTG) sind wegen ihres Fokus auf Schwellen- und Entwicklungsländer aktuell besonderen Risiken ausgesetzt ...

In vielen der Einsatzländer bahnen sich große soziale Nöte an, bei deren Bewältigung kein staatlicher Rettungsschirm helfen wird. Tierschutz könnte angesichts der Coronakrise an Bedeutung verlieren, das Tierleid dadurch weiter wachsen.

Um sowohl den Mitarbeiter*innen der Tierschutzorganisationen als auch den dringend zu versorgenden Tieren in dieser Krise grundlegende Hilfe bieten zu können, hat die Welttierschutzgesellschaft den WTG-Nothilfefonds geschaffen. Der WTG-Nothilfefonds soll den Partnern in 25 Schwellen- und Entwicklungsländern als Stütze dienen, eine Notfallversorgung zurückgelassener Streuner und Nutztiere ermöglichen, laufende Kosten für die Versorgung von Wildtieren in Schutzzentren sicherstellen und Informationsarbeit fördern, die die Tierhalter*innen beim Einsatz für das Wohl ihrer Tiere auch in Krisenzeiten unterstützt.

„Viele der Schwellen- und Entwicklungsländer, in denen die Welttierschutzgesellschaft derzeit aktiv ist, wird die Covid-19-Pandemie schwer treffen“, sagt WTG-Geschäftsführerin Katharina Kohn.

"Schutz der Tiere darf nicht zusammenbrechen"

„Wir wollen Verantwortung übernehmen und unseren Partnerorganisationen, die keine Hoffnung auf staatliche Mittel setzen können, bestmögliche Hilfe leisten. Die Coronakrise darf nicht zur Folge haben, dass die Organisationen, ihre wertvolle Arbeit und der Schutz der Tiere zusammenbrechen. Mit dem Aufbau des WTG-Nothilfefonds wollen wir Stabilität schaffen und individuelle Maßnahmen zum Schutz der Tiere weltweit ermöglichen.“

Den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation folgend, sind viele Einsätze, die zum Standard der Tierschutzarbeit in Schwellen- und Entwicklungsländern gehören, bereits ausgesetzt worden. Dazu zählen zum Beispiel mobile Kliniken zur Versorgung von Streuner- und Nutztieren sowie Trainings von Landwirt*innen und Tierärzt*innen, die jeweils große Menschenansammlungen verursachen. Auch für Wildtierschutzzentren wiegt das Ausbleiben von Besucher*innen schwer: Durch die fehlenden Eintrittsgelder gehen wichtige Einnahmequellen verloren, die für den laufenden Betrieb – wie die Fütterung und Versorgung der geretteten Tiere – existentiell sind.

„Die aktuelle Krise erfordert, dass wir all unsere Aktivitäten anpassen – zum Schutz von Mensch und Tier“, erklärt Katharina Kohn. Der Nothilfefonds soll für solche zusätzlichen Kosten, die während der Coronakrise notwendig werden, aufkommen und die Weichen stellen, um nach dem Ende der Pandemie wieder schnellstmöglich in die Normalität zurückkehren zu können.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://welttierschutz.org/wtg-nothilfefonds/