Wie gut ist unser Leitungswasser in Deutschland?

Kein anderes Lebensmittel wird so streng kontrolliert

20. Oktober 2016

Hormone, Bakterien, Bleirückstände … Wir können Entwarnung geben: Die Qualität unseres Leitungswassers in Deutschland ist top. Was Sie trotzdem beachten sollten!

121 Liter Wasser verbraucht im Schnitt jeder von uns am Tag: Wenn wir durstig sind oder duschen wollen, müssen wir einfach nur den Hahn aufdrehen. Welch ein Luxus! Wir haben die Leitungswasserqualität in Deutschland mal genauer unter die Lupe genommen.

Note „Sehr gut“ für Leitungswasser aus Deutschland

Kein Lebensmittel wird so streng kontrolliert wie Leitungswasser in Deutschland. Zwar schwankt die Qualität, weil jede Stadt einen anderen Versorger hat – das Bundesumweltamt hat die Wasserqualität in seiner jüngsten Untersuchung aber insgesamt mit der Note „Sehr gut“ bewertet. Die Auflagen für Hahnwasser sind teilweise schärfer als bei Mineralwasser aus der Flasche. Leitungswasser trinken ist in Deutschland also problemlos möglich. Um unser Trinkwasser zu schützen, sollten Sie niemals Medikamente im Abfluss oder Putzwasser in Gullis entsorgen.

Alte Bleirohre? Vermieter müssen Bescheid geben

Viele schleppen Mineralwasserflaschen, weil sie glauben, alte Blei oder Kupferrohre im Gebäude könnten das Trinkwasser verunreinigen. Die Sorge ist oft unbegründet, denn wegen der strengen Auflagen haben die meisten Vermieter ohnehin schon umgerüstet. Andernfalls sind sie dazu verpflichtet, ihre Mieter auf die alten Rohre hinzuweisen. Laut Trinkwasserverordnung zum Leitungswasser in Deutschland darf der Bleigehalt nicht mehr als 0,01 Milligramm und der Kupfergehalt nicht mehr als 2 Milligramm pro Liter betragen. Wer vermutet, dass sein Wasser verunreinigt sein könnte, kann eine Probe vom örtlichen Wasserversorger durchführen lassen (ca. 30 Euro). Übrigens: Wer längere Zeit im Urlaub ist, sollte nach der Heimkehr das Wasser erst länger laufen lassen. Gerade im Sommer können sich Keime in den Rohren ansammeln.

Das Leitungswasser in Deutschland filtern: gesund oder unnötig?

Anbieter von Wasserfiltern werben damit, dass ihre Produkte das Leitungswasser von Schadstoffen befreien. Studien haben allerdings gezeigt: Einige Geräte können die Wasserqualität verschlechtern. Sie geben unerwünschte Stoffe wie Silber ab und bieten Keimen einen guten Nährboden. Gefiltertes Wasser schmeckt jedoch manchen Menschen besser – viele Kaffee- und Teetrinker schwören deshalb darauf. Wer sich für einen Filter entscheidet: Laut Stiftung Warentest haben etwa der „Klin-Tec Pure Water“ und der „Brita Elemaris“ kaum Probleme mit Verkeimung.

Auf die Härte kommt es an – unbedingt prüfen

Wussten Sie, dass die richtige Waschmitteldosierung nicht nur vom Verschmutzungsgrad der Kleidung, sondern auch von der Wasserhärte abhängt? Oder dass Spül- und Waschmaschinen schneller verkalken, wenn sie mit hartem Wasser gespeist werden? Es lohnt sich in jedem Fall, den Härtegrad beim Wasserversorger zu erfragen und gegebenenfalls einen Maschinenschutz zu verwenden.