Eigenblutbehandlung: Warum uns die heilende Therapie so gut tut

Eigenblutbehandlung: Warum uns die heilende Therapie so gut tut

Die Eigenblutbehandlung ist eine so genannte Reiz- und Regulationstherapie. Sie regt die Selbstheilungskräfte an und stimuliert das Abwehrsystem. Erste Experimente in der Eigenbluttherapie wurden 1874 von dem englischen Arzt William Highmore vorgenommen. 1905 verwendete der Mediziner August Bier Eigenblut bei einem Knochenbruch, um die Heilung zu beschleunigen.

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Das Blut wird in manchen Verfahren angereichert und dann im Reagenzglas gelagert. 

Verschiedene Verfahren der Eigenblutbehandlung

Dem Patienten werden bei der Eigenblutbehandlung 0,2 bis 2 Milliliter Blut aus der Vene entnommen und anschließend sofort oder nach einiger Zeit der Aufbereitung wieder in das Muskelgewebe – meist ins Gesäß – gespritzt. Für die so genannte Aufbereitung des roten Lebenssaftes gibt es inzwischen verschiedene Verfahren. Kritiker bemängeln, dass sich die Einstichstelle entzünden könnte und dass es zu schweren allergischen Reaktionen kommen kann, wenn das Blut zum Beispiel mit Substanzen oder Ozon angereichert wird. Diese Verfahren gibt es inzwischen:

Wachstumsfaktoren

Aktuell wird unser Nationaltorwart Manuel Neuer mit Eigenblutbehandlung therapiert, damit sein gebrochener Mittelfußknochen schneller und stabil zusammenwächst. Dabei werden Wachstumsfaktoren aus dem Blut gefiltert und anschließend direkt in die erkrankte Körperstelle gespritzt. Wachstumsfaktoren sind Stoffe, die Knochen und Knorpel nachwachsen lassen. Bei Verletzungen der Gelenke, des Knorpels, der Knochen, Beingeschwüren. 

Gegensensibilisierung

Antikörper werden aus dem Blut isoliert, mit Kieselsäure behandelt und dann stark verdünnt zu Tropfen verarbeitet. Die nimmt der Patient dann täglich ein. Sie sollen auf das Immunsystem wirken und neue Antikörper bilden. Bei Allergien, Neurodermitis, Rheuma und Asthma. 

Klassische Injektion

Dem Patienten wird Blut entnommen und anschließend direkt wieder in das Gewebe gespritzt. Das soll die Heilung in Gang bringen. Dieser Vorgang muss drei Mal pro Woche gemacht werden, die Behandlung dauert bis zu drei Monate. So hilft die Eigenbluttherapie bei Allergien, Neurodermitis, Rheuma, Asthma. Sie wird auch gemacht, wenn jemand oft krank ist und das Immunsystem auf Trab gebracht werden soll. 

Stammzell-Therapie 

Diese Therapie gilt unter Experten als die Zukunft der Medizin. Diese Zellen sind unsere Urzellen und erneuern sich durch ständiges Teilen. Sie werden aus den Fettzellen im Oberschenkel oder dem Bauch gewonnen und anschließend mit Wachstumsfaktoren aus dem Blut angereichert. Diese behandelten Stammzellen werden dann nach einigen Stunden direkt in das erkrankte Gewebe gespritzt, so wird die Heilung beschleunigt. Stammzellen werden übrigens schon länger bei Leukämie oder anderen Krebsarten eingesetzt. Sie helfen auch bei Erkrankungen und Beschwerden des Bewegungsapparates wie Arthrose, Gelenkerkrankungen, Knochenbrüchen und Muskel- und Sehnenverletzungen. Eigenblutbehandlungen kosten je Sitzung um 120 Euro, Stammzell-Behandlungen 200 bis 400 Euro, manchmal zahlt die Kasse nach Rücksprache.

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