„Das Hohe Lied auf die TEP"

von Dr. med. Klaus-Peter Schlingmann

15. März 2017

Was Dr. Eckart von Hirschhausen kann, kann Dr. med. Klaus-Peter Schlingmann schon lange. Der 76-Jährige war lange Zeit niedergelassener Facharzt für Innere Medizin in Detmold und versüßt sich nun den Ruhestand mit dem Dichten. Ob witzig und unterhaltsam oder romantisch und zum Schmunzeln — seine Gedichte sorgen für kurzweilige Unterhaltung. So auch das „Das Hohe Lied auf die TEP“!

Ein Mensch, vom Hüftschmerz lang geplagt,
hat schließlich jenen Schritt gewagt,
zu dem sein Orthopäde riet,
dem auch nichts and’res übrig blieb,
als einen Plan zu praeferieren,
in dem er sagte: Operieren!

Vorangegangen, muß man wissen,
war’n Pillen, Salben, weiche Kissen,
Gymnastik, Streicheln, Wärmepack
mit aufgeheiztem Körnersack;
Bewegung, Ruhe, phasenweise
auch Therapie mit kaltem Eise,
Befolgung eines jeden Rats, -
was es auch war, der Mensch, er tat’s.

Mal war es besser, meistens schlimmer,
doch immer blieb der Hoffnungsschimmer,
dass irgendetwas wirksam bleibt
und ihm die Schmerzen ganz vertreibt.

Weil gar nichts half, - wir hörten’s schon,
blieb dann nur noch die Operation.

Und so war flugs von Knall auf Fall
die neue Hüfte aus Metall
die Zierde in dem morschen Becken
und konnte Freude wieder wecken
bei dem, der jetzt den Haxen schwingt
und nicht mehr lahmt und nicht mehr hinkt.

Der Mensch, von Dankbarkeit gerührt,
nur noch die andre Hüfte spürt.