Ordnung ist das halbe Leben – doch ein wenig Chaos tut auch gut!

Ordnung ist das halbe Leben – doch ein wenig Chaos tut auch gut!

Wir alle kennen den Spruch: Ordnung ist das halbe Leben. In der Realität sieht es aber meist eher so aus, dass der Kleiderschrank überquillt und auf dem Schreibtisch sich die Papiere stapeln. Keine Panik, solch ein Durcheinander hat auch Vorteile. Denn ein wenig Unordnung regt unser Gehirn an, inspiriert uns und macht uns kreativ. 

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66% der Deutschen schämen sich dafür, dass sie unordentlich sind. Wer gut organisiert ist, wird positiver bewertet. 

Chaos löst uns von gewohnten Mustern

Schön, wenn alles an seinem Platz ist, Dokumente wegsortiert wurden und nichts mehr herumliegt. Denn Ordnung ist das halbe Leben und in einer unordentlichen Umgebung fühlen wir uns schließlich oft nicht wohl, verbinden sie mit Stress und schlechterer Lebensqualität. Dabei zeigen aktuelle Forschungen, dass etwas Chaos auch positive Seiten hat. Wer beispielsweise bei der Arbeit oder auch zu Hause nach einer kreativen Lösung für ein Problem sucht, kommt in einer unordentlichen Umgebung oft schneller zum Ziel: Chaos inspiriert uns und regt unser Gehirn an, sich von gewohnten Mustern zu lösen, ganz neu zu kombinieren und zu denken.

Im Alltag spart Ordnung Zeit

Ein blitzblank aufgeräumter Schreibtisch ist dagegen sinnvoll für das Abarbeiten von Routineaufgaben. Ordnung spart Zeit und macht das Leben leichter, heißt es oft. Dabei wird gerne vergessen, dass es auch viel Zeit und Mühe kostet, diese Ordnung herzustellen und aufrechtzuerhalten. US-Psychologen fanden bei Studien heraus, dass viele ihrer Teilnehmer sogar effizienter arbeiteten, wenn sie Dinge einfach stapelten und das Neueste dabei obenauf legten, als wenn sie Sachen nach strikten Kategorien wegsortierten. Ihnen gelang es auch schneller, auf wichtige, gerade benötigte Dokumente zuzugreifen – oder auf E-Mails, die sie ebenfalls nicht sortierten, sondern stattdessen über die Suchfunktion beim Computer anzeigen ließen.

Manchmal muss man auch improvisieren

Ein wenig Unordnung in unserem Leben hat noch einen weiteren Vorteil: Sie zwingt uns, aufmerksamer und achtsamer zu sein. Wenn nicht immer alles in geordneten Bahnen und nach festen Regeln verläuft, sondern auch mal Stolperfallen und Hindernisse unseren Weg säumen, müssen wir wachsam sein und manchmal auch improvisieren – eine Fähigkeit, die uns im Alltag oft sehr nützlich ist. Experten raten deshalb übrigens auch dazu, lieber eine große Unordnung auf einmal zu beseitigen, als schon von vornherein zu versuchen, sie zu vermeiden. Oder wie Kurt Tucholsky es einmal formulierte:

„Die Basis jeder gesunden Ordnung ist der Papierkorb.“

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