Symptom-Anzeiger Zunge: Krankheiten auf einen Blick erkennen

Zeig' her deine Zunge und ich sag' dir, was dir fehlt!

Das Organ spricht Bände: Anhand von Farbe und Zustand weiß der Arzt sofort, was Ihnen fehlt. Zeigen Sie her, Ihre Zunge! Krankheiten lassen sich hier schnell und auf einen Blick erkennen.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ordnet der Zunge Reflexzonen zu, die mit den inneren Organen in Verbindung stehen (siehe Abb.): Wo sich Veränderungen zeigen, da schwächelt das zugehörige Organ. Spiegel des Körpers wird die Zunge in der ayurvedischen Medizin Indiens genannt. Auch westliche Mediziner entdecken sie zunehmend als Diagnosemittel, denn die Zunge ändert bei vielen Krankheiten ihre Farbe, ist belegt oder schwillt an.

Farbe der Zunge als Anzeichen für Krankheiten

Eine gesunde Zunge ist blassrot, hat eine glatte Oberfläche und riecht nach nichts. Ein weißlicher Belag deutet auf eine Erkältung hin, bei einem gelblichen könnten ein Candida-Pilz die Ursache sein, sieht die Zunge eher gräulich aus, könnte Eisenmangel dahinterstecken. Eine weiße Linie nur in der Zungenmitte ist möglicherweise Zeichen einer Bauchspeicheldüsenstörung. Bei himbeerroter Verfärbung mit kleinen Verdickungen ist meist eine Infektion wie Scharlach Ursache. Eine schwarze Zunge kann viele Gründe haben: bestimmte Medikamente, Stress oder aber eine ernste Schwächung des Immunsystems. Brauner Zungenbelag kann auf eine Nierenschwäche hindeuten. Aber auch durch die lange Anwendung von Mundwasser, in dem Chlorhexidin enthalten ist, kann eine bräunliche Verfärbung der Zunge bewirken. Eine tiefrote, glatte „Lackzunge“ hingegen warnt vor gefährlichen Leberschäden. Sie gilt als Notfall, genau wie eine dunkelrote bis blaue Zunge mit bläulicher Unterseite, die Herz- oder Lungenprobleme anzeigt.

Was ist eine Landkartenzunge?

Weist die Zunge rötliche Stellen mit weißer Umrandung auf, die sich stets verändern, ist das ein Anzeichen für die sogenannte Landkartenzunge (Lingua geographica). Hin und wieder kann es dann auch zu einem Brennen und erhöhter Empfindlichkeit vor allem bei Kontakt mit scharfen, sauren oder heißen Lebensmitteln kommen. Die genaue Ursache für die häufig chronisch auftretenden Symptome sind bisher nicht genau bekannt, sie sind jedoch nicht infektiös und birgt somit auch keine Ansteckungsgefahr.

Form der Zunge kann auf Krankheiten oder Allergien hinweisen

Auch die kann sich verändern. Furchen und Risse deuten auf Darmprobleme hin. Wenn die Zunge anschwillt, kann eine Entzündung Ursache sein und muss behandelt werden. Eine plötzlich anschwellende Zunge kann lebensgefährlich werden, weil der Betroffene nur schlecht Luft bekommt – dahinter steckt meist eine Allergie auf Lebensmittel oder Arzneien.

Gefühl in der Zunge: Indiz für Mängel oder Wechseljahre

Wenn die Zunge brennt und ein bisschen entzündet ist, dann kann das an einem Vitamin-B12-Mangel liegen. Bei kleinen, stark schmerzenden Bläschen mit einem weißen Rand handelt es sich wahrscheinlich um Aphthen – die sind aber harmlos und verschwinden wieder von selbst. Eine brennende Zunge, ein verändertes Geschmacksempfinden und Mundtrockenheit können in seltenen Fällen den Beginn der Wechseljahre ankündigen. Mit speziellen Zungenschabern aus der Drogerie kann man das sensible Organ gut reinigen, Belege und Bakterien entfernen. Vorteil: Alles schmeckt wieder besser. Vitamin-B12-Mangel oder Stoffwechselstörungen hingegen können ein Brennen verursachen – lassen Sie den Blutwert „Holo-TC“ (aktives B12) und die Schilddrüsenhormone testen. Falls sich Ihre Zunge plötzlich geschwollen anfühlt, könnte das ein akuter Allergieschub sein. Schnell zum Arzt gehen

Zungenkrebs erkennen

Das tückische am Zungenkrebs (Zungenkarzinom) ist, dass zunächst nur selten Symptome auftreten. Später kann sich die Krankheit dann durch ein brennendes Gefühl im Mund, Schluckbeschwerden oder Halschmerzen bemerkbar machen. Dann sollte unbedingt der Haus- oder Zahnarzt aufgesucht werden, um eine mögliche Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Als häufigste Ursachen für Zungenkrebs gelten regelmäßiges Konsumieren von Tabak und Alkohol.

So geht der Selbsttest vorm Badezimmerspiegel

Führen Sie den Test morgens vor dem Zähneputzen durch. Vorher am besten nichts essen oder trinken außer Wasser. Auch wenn Sie am Vorabend stark färbende Lebensmittel zu sich genommen haben, z. B. Rotwein, schwarzen Tee, rote Bete, kann das Ergebnis verfälscht werden. Stellen Sie sich bei guter Beleuchtung vor den Spiegel. Ideal ist Tageslicht, ansonsten Neonlicht. Strecken Sie die Zunge locker heraus, merken Sie sich Auffälligkeiten und überprüfen Sie eine halbe Stunde später, ob diese noch zu sehen sind. 

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