„Wahrer Reichtum ist, sich sicher und frei zu fühlen“

Unsere Kolumnistin Barbara Becker über inneren und äußeren Reichtum

01. August 2016

Vor einiger Zeit bin ich aus Indien zurückgekehrt, mit einem Rucksack voller einzigartiger Erfahrungen und Erlebnisse. Nach jeder meiner Reisen komme ich ins Nachdenken. Nach jeder Begegnung mit einer fremden Kultur oder mit einem interessanten Menschen habe ich wieder etwas gelernt. Wie ein Schwamm sauge ich die Eindrücke in mich auf. Ich empfinde es als großes Glück, mit dieser Neugier auf die ganze Welt geboren worden zu sein. In Indien habe ich ganz besonders gemerkt, wie weit die Frauen dort noch von einer Gleichstellung mit den  Männern entfernt sind. Und wie reich wir Frauen uns in der westlichen Welt fühlen dürfen, weil wir eine stimme und Rechte haben. Weil wir frei sind. Noch unseren Großmüttern ging es da ganz anders. Auf ihren Schultern stehen wir heute. Für mich bedeutet wahrer Reichtum daher, die Dinge tun zu können, die man leidenschaftlich liebt. 

„Jede Begegnung hat mich innerlich reicher werden lassen“

Ich selbst fühle mich innerlich unglaublich reich, weil ich einfach so gerne lebe. Und jeder, dem ich bisher begegnet bin, hat mir etwas zu meinem inneren Reichtum dazu geschenkt. Zuerst natürlich meine Mutter. Um Vertrauen in diese Welt zu haben, sich aufgehoben zu fühlen, müssen die Eltern ein Kind in Ruhe aufwachsen lassen. Ich selbst möchte meinen Kindern jeden Tag vermitteln, dass sie geliebt werden. Dass sie großartig sind, wie sie sind, und nichts an sich korrigieren müssen. Sie sollen ein gesundes Selbstwertgefühl aufbauen, das ihnen dauerhaft innere Sicherheit und Stärke verleiht.
Dieses Glück, sicher und frei zu sein – das macht uns wirklich reich. Dabei spielt es keine Rolle, wie wohlhabend man ist. Natürlich ist es schön, sich etwas zu gönnen, wenn man für etwas gekämpft oder gearbeitet hat. Und keiner sollte sich für das schämen, was er besitzt. Im besten Fall können wir unseren Reichtum (den inneren und den äußeren) aber teilen und auch anderen Glücksmomente verschaffen: eine wichtige Erfahrung. Ich gebe und schenke unglaublich gerne.
Doch vor allem sollten wir öfter mal darauf achten, was in unserem Leben alles stimmt, statt immer nur das zu sehen, was nicht stimmt. Wir denken viel zu häufig darüber nach, was noch kommen sollte, damit alles perfekt ist. Die Schnelllebigkeit in der Welt hindert uns daran, die Dinge um uns herum wirklich anzusehen. Ihre Schönheit zu erkennen. Den Moment zu beachten, der so einzigartig ist – und doch so schnell wieder fort. Wir dürfen ihn nicht verpassen. Wer mehr im Hier und Jetzt lebt, statt immer im Gestern oder Morgen, kann auch seinen inneren Reichtum vergrößern.
Herzlichst, Ihre Barbara Becker

Die Barbara Becker-Kolumne wird präsentiert von der Zeitschrift „Happy Way“