Zum Gegenteiltag: Wollen wir wirklich alles anders machen?

Wir machen uns Gedanken zum Gegenteiltag

26. Januar 2017

Zum 145. Mal feierten wir am 25. Januar den Gegenteiltag. Doch was hat sich der US-amerikanische Kongressabgeordnete Alexander Kerr Craig damals dabei gedacht, als er den skurrilen Feiertag ins Leben rief? Und was bringt uns der Gegenteiltag heutzutage?

Der Gegenteiltag ist das Gegenteil eines normalen Tages. Er wird oft als sinnlos bezeichnet, deshalb ist er sehr sinnvoll, weil das Gegenteil von sinnlos sinnvoll ist. Diese Behauptung wird meist nur am Gegenteiltag gemacht. Das Gegenteil einer richtigen Aussage ist gegenteilig dem Gegenteil gegenüber. Setzt man diesen Satz ins Gegenteil, wird man gegenteilige Erkenntnisse haben.

So erklärt die Satire-Enzyklopädie „Stupidedia“ den Gegenteiltag. Doch was haben wir nun davon, dass heute der internationale Gegenteiltag ist? Was können wir heute so ganz anders machen, als wir es gewohnt sind?

Morgens einfach mal liegen bleiben

Der Wecker — dieses miese, fiese, kleine, vorlaute Ding. Jeden Morgen bringt er uns davon ab, was wir nur allzu gerne tun: schlafen! Lange schlafen. Ausschlafen. Am heutigen Gegenteiltag wollen wir einfach mal liegen bleiben. Lange liegen bleiben. Den Tag komplett verschlafen. Wollen wir das wirklich? Überlegen Sie einmal, was Sie alles verpassen würden, wenn Sie denn nicht morgens aufstehen würden. Sie würden die ersten Sonnenstrahlen des Tages verpassen. Sie würden Ihre Lieben morgens nicht mit einem „Tschüss“ in den Tag schicken können. Sie würden womöglich das Lob vom Chef, das er Ihnen genau heute hätte machen wollen, verpassen.

Heute mache ich mal keinen Sport

Sport ist gesund, Sport muss sein — ja, das predigen wir uns selbst gebetsmühlenartig tagein tagaus vor. Und meistens halten wir uns auch daran. Aber heute nicht! Nicht am Gegenteiltag. Heute machen wir einfach mal genau das Gegenteil von Sport — so der Plan. Aber haben wir dann wirklich Spaß daran? Was ist das Gegenteil von Sport? Rumhängen, nichts tun, bloß nicht zu aktiv sein. Macht uns das wirklich Spaß? Für den Moment vielleicht, langfristig gesehen aber nicht.

Aus Routinen ausbrechen

Routinen helfen uns, den Alltag strukturiert und planmäßig zu leben, Dinge zu erledigen und nichts zu vergessen. Heute am Gegenteiltag brechen wir mit Routinen. Einfach mal das machen, worauf wir Lust haben, wann wir Lust dazu haben. Frei und spontan sein — das leben wir heute einmal so richtig aus. Einen Tag lang ist das sicherlich spannend, aufregend und neu, aber wie sieht es morgen und übermorgen aus? Was tun, wenn alle Routinen plötzlich nicht mehr da sind? Wir würden in ein tiefes Loch fallen.

Wir könnten wohl ewig so weiter machen. Letztlich kommen wir doch zu einem Schluss: Eigentlich wollen wir, dass unser Leben genau so bleibt, wie es ist. Dennoch feiern wir den Gegenteiltag, denn einen Tag mal alles anders machen, das kann durchaus spannend sein…