Diagnose Lipödem: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema

Besonders häufig sind Frauen betroffen

Die Diagnose Lipödem ist sicherlich erst mal ein Schock. Doch was steckt eigentlich hinter der Krankheit? Wir klären auf über Ursachen, Symptome und Behandlung und erklären, worauf Sie darüber hinaus achten sollten.

Was ist ein Lipödem?

Der Begriff Lipödem setzt sich aus den altgriechischen Worten Lip für „Fett“ und Ödem für „Schwellung“ zusammen. In der Umgangssprache wird es aufgrund der typischen Deformierung an Po und Hüften häufig auch als „Reiterhosensyndrom“ bezeichnet. Von der Diagnose Lipödem betroffen sind fast ausschließlich Frauen. Wahrscheinlich als Folge von genetischen Voraussetzungen, Gewichtszunahmen oder hormonellen Veränderungen kommt es zu einem gehäuften Auftreten von Fettgewebe an den Oberschenkeln und den Hüften. Im späteren Verlauf der voranschreitenden Erkrankung können zudem Unterarme, Nacken und auch die Unterschenkel betroffen sein. Ursache ist das vermehrte Vorkommen von krankhaft veränderten Fettzellen, nicht aber die Folgen von Übergewicht. Betroffene leiden häufig unter:

•    Druck- und Berührungsschmerzen
•    Typische Dellen und weiche, knotige Haut
•    Symmetrische Schwellungen
•    Neigung zu Besenreisern und Blutergüssen
•    Verstärkte Schwellungen in der zweiten Tageshälfte

Besonders häufig betroffen sind Frauen nach der Schwangerschaft, im Klimakterium oder nach der Pubertät. Ein erster Hinweis auf ein Lipödem ist bereits die Diätresistenz. Sollten etwa Ihre Beine von symmetrischen Verformungen betroffen sein, die auch durch Sport und Diät nicht verschwinden, kann die Diagnose Lipödem auf Sie zutreffen. 

Die Behandlung eines Lipödems

Je nach Fortschritt der Erkrankung werden unterschiedliche Herangehensweisen gewählt. Zunächst wird nach der Diagnose Lipödem das Stadium der Erkrankung bestimmt, um eine angemessene Behandlungsform zu wählen. Unterteilt wird hierbei in Stadium I, II und III, wobei Stadium I den Beginn der Krankheit markiert. Die Haut ist noch glatt und das Fett feinknotig. In Stadium II ist die Fettstruktur hingegen schön gröber und die Haut uneben. Im letzten Stadium ist die Haut schließlich sehr uneben und hart und ausladende Fettlappen haben sich gebildet. Die wesentlichste Therapie ist die Kompressionstherapie. Durch sie kann die Entwicklung des Ödems gestoppt werden. Auch eine Reduktion Ihres Lipödems liegt dadurch im Bereich des Möglichen. In Stadium I und II wird die Kompression dabei vornehmlich über spezielle Strümpfe erreicht. Diese sollten Sie mindestens an drei Tagen die Woche – besser noch täglich und auch beim Sport – tragen. 

Sollten Sie sich bereits in Stadium III der Erkrankung befinden, kann die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) zum Einsatz kommen. Diese setzt sich aus manueller Lymphdrainage und einem anschließenden Kompressionsverband zusammen. Die Drainage dient dabei der Förderung des Ablaufs der Flüssigkeit aus dem Gewebe. Im Anschluss an diese Behandlung tragen Sie wiederum Kompressionsstrümpfe, um das Ergebnis der Behandlung zu erhalten. Eine dritte Behandlungsmethode ist die Liposuktion, umgangssprachlich auch als Fettabsaugung bekannt. Vor diesem Schritt sollten Sie sich aber unbedingt mit Ihrem Arzt beraten. Hierbei kann es nämlich zu Folgeschäden kommen. Möglich sind dabei die Bildung von „Dellen“ oder eine Schädigung der Lymphgefäße, was sogar zu einem Lymphödem führen kann. 

Worauf Sie noch achten sollten

Die Diagnose Lipödem ist seitens der Krankenkassen anerkannt, jedoch werden operative Heilmethoden nicht unterstützt. In einem sehr frühen Stadium der Krankheit kann auch noch Sport und eine Diät helfen. Sollten Sie den Verdacht haben, betroffen zu sein, sollten Ihren Arzt oder geschultes Fachpersonal aufsuchen und klären lassen, ob die Diagnose Lipödem gestellt werden muss. Ein aufmerksamer Arzt wird Sie für gewöhnlich sorgfältig untersuchen und andere Erkrankungen als mögliche Ursache gezielt ausschließen können. Sport und gesunde Ernährung können einem Lipödem nicht nur vorbeugen, sie können Ihnen auch helfen, mit den Folgen der Erkrankung umzugehen und Ihre Lebensqualität zu schützen.