Schnelle Hilfe: Was tun bei Schwindelgefühl?

Wenn die Welt sich dreht

27. Oktober 2017

Jeder Zehnte leidet darunter. Es gibt viele Arten und daher entsprechend viele Therapien. Wichtig ist, dass die Krankheit überhaupt behandelt wird. Was bei Schwindelgefühl zu tun ist, lesen Sie hier.

Es passiert von einer Sekunde auf die andere: Betroffene fühlen sich taumelig, unter ihnen schwankt der Boden, es dreht sich alles, die Welt kippt in eine andere Richtung. Die Patienten beschreiben ihr Leiden ganz unterschiedlich, und der Schwindel kann auch ganz verschiedene Ursachen haben. Das ist ganz wichtig für eine genaue Diagnose. Die gute Nachricht: Gegen den Schwindel kann man mit Medikamenten und Übungen eine Menge tun.

Das sind die Auslöser

Das Gleichgewicht ist für gesunde Menschen die natürlichste Sache der Welt. In Wahrheit verbergen sich dahinter jedoch hochpräzise und komplizierte Mechanismen, an denen der ganze Körper beteiligt ist: Der Gleichgewichtssinn erkennt Beschleunigung und analysiert die Lage des Körpers im Raum. Ein sehr wichtiger Teil dieses Sinns befindet sich in den Gleichgewichtsorganen im Innenohr, welche die Informationen an das Gehirn weiterleiten. Auch die Augen, der Bewegungsapparat und die Haut vermitteln Infos zur räumlichen Lage an das Gehirn. Widersprechen sich diese Daten oder können Reize im Gehirn nicht richtig verarbeitet werden, entsteht dieses unangenehme Gefühl von Taumel.

Zum richtigen Arzt

Wer darunter leidet, sollte als Erstes zum Hausarzt gehen. Der schließt zunächst organische Leiden wie Herz-Kreislaufprobleme oder neurologische Erkrankungen aus. Ist die Ursache nicht eindeutig, überweist der Hausarzt meist zu einem auf Schwindel spezialisierten HNO-Arzt oder Neurologen. In größeren Städten gibt es auch so genannte Schwindelzentren.

Welche Form ist es?

Der Arzt will wissen: Fühlt es sich für den Patienten an, als würde sich die Umgebung drehen? Oder empfindet er eher ein Gefühl der Benommenheit? Schwankt der Boden? Wichtig ist es auch, seit wann die Beschwerden bestehen und wie lange der Schwindel anhält. Besonders die Dauer gibt Aufschluss über die Art der Schwindelerkrankung. Wichtig ist auch, in welchen Situationen Schwindel auftritt. Bei der Drehung von Kopf oder Körper? Beim Gehen im Dunkeln oder auf unebenem Boden? Beim Autofahren oder auf Schiffsreisen?

Tests für die Diagnose

Außerdem gibt es Tests, um der Ursache auf die Spur zu kommen. Mit einer Lagerungsprüfung stellt der Arzt fest, ob sich Kalziumkristalle aus dem Innenohr in die Bogengänge verirrt haben und dort Schwindel auslösen. Eine Standprüfung, der so genannte Romberg-Test, lässt Rückschlüsse auf die Funktion des Kleinhirns zu. Zentrale Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans wie Morbus Menière lassen sich mit Hörprüfung und Tonaudiogramm nachweisen. Auch die Bogengänge im Ohr können schnell getestet werden.

Übungen können helfen

Physiotherapeutische Maßnahmen sowie Übungen, die den Gleichgewichtssinn stärken und das Gehirn schulen (s. re.), sind gut geeignet, um Schwindel schnell loszuwerden. Auch Medikamente können helfen.

Diese fünf Formen gibt es

Drehschwindel: Er tritt oft beim Aufstehen auf. Begleiterscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen und Ohrensausen.

Schwankschwindel: Die Betroffenen haben einen unsicheren Gang und schwanken auch beim ruhigen Stehen.

Liftschwindel: Der Magen macht einen Sprung wie in einem schnellen Fahrstuhl. Man hat kurz das Gefühl, zu fallen.

Phobischer Schwindel: Man fühlt sich benommen. Das Gefühl steigt meist in Angst auslösenden Situationen auf, zum Beispiel in großer Höhe.

Lagerungsschwindel: Die wohl häufigste Form. Kleinste Kalziumkristalle verirren sich in die Ohr-Bogengänge und lösen(z. B. Vertigoheel, Apotheke).