Trotz Psoriasis: Schuppenfreie und haarlose Haut

Diese Haarentfernungsmethoden eignen sich für empfindliche Haut

Glatte Beine, makellose Achseln, eine gepflegte Bikinizone! Haare sind heutzutage an den meisten Stellen unerwünscht. Eine strahlend-schöne, haarlose Haut muss her – für Menschen mit Hautkrankheiten wie Schuppenflechte eine besondere Herausforderung. Ein Hautarzt erklärt, welche Methoden der Haarentfernung sich für die empfindliche Haut eignen.

Schuppenflechte: Wenn die Haut verrücktspielt

Für Menschen mit Psoriasis, wie Schuppenflechte auch genannt wird, ist die Haut oft eine einzige Problemzone: Durch eine fehlerhafte Immunreaktion bildet sie sich an einigen Stellen um ein Vielfaches schneller neu als gewöhnlich. Die Folge: rötlich-entzündete Haut, die schuppt und stark jucken kann. 

Der Dermatologe Professor Alexander Kreuter von der Helios St. Elisabeth Klinik in Oberhausen weiß: „Betroffene Frauen wie Männer leiden sehr unter ihrem Hautbild.“ Andere Menschen glauben, dass Betroffene ansteckend seien. Viele Patienten ziehen sich deshalb zurück und trauen sich selbst bei hohen Temperaturen nicht ohne lange Kleidung aus dem Haus. 

„Glücklicherweise können wir heute nahezu allen Psoriatikern medikamentös helfen“, so Professor Kreuter. Neben Salben, Cremes und klassischen Medikamenten hat sich vor allem die Biologika-Therapie mit Wirkstoffen wie Secukinumab als besonders wirksam und arm an Nebenwirkungen etabliert. „Die Patienten freuen sich, wenn sie sich mal wieder kurzärmelig aus dem Haus trauen und ins Schwimmbad gehen können, ohne angestarrt zu werden.“

Verschiedene Möglichkeiten, Haare zu entfernen 

Ein Problem bleibt dennoch bestehen: lästige Haare. Für deren Entfernung stehen bei gesunder Haut verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:
 
•    Nass- oder Trockenrasur
•    Enthaarungscremes
•    Epilieren
•    Waxing
•    Sugaring
•    dauerhafte Haarentfernung durch Laser 

Bei gut gepflegter Haut und in einigermaßen symptomfreien Zeiten können Patienten in der Regel alle Methoden anwenden, die auch hautgesunde Menschen nutzen. „Da heißt es dann ausprobieren“, rät Experte Alexander Kreuter, weil die Haut ganz unterschiedlich auf die einzelnen Methoden reagieren könne. 

Nicht jede Methode eignet sich für jeden Patienten

Professor Kreuter warnt jedoch: „Viele Methoden der Haarentfernung reizen die Haut.“ Das Problem bei Schuppenflechte: „Jede Hautreizung kann einen neuen Schub verursachen.“ Bei Waxing, Epilation und Enthaarungscremes ist die Haut erheblichen Reizen ausgesetzt. In akuten Phasen seien diese Methoden nicht zu empfehlen. 

Wer an der sogenannten inversen Schuppenflechte leidet, bei der Intimbereich, Achselhöhlen oder Leiste betroffen sind, sollte in diesen Bereichen besser auf die Haarentfernung verzichten.

Patienten mit akuter Schuppenflechte greifen auf gut verträgliche Enthaarungsmethoden zurück. „Eine besonders schonende Alternative der Haarentfernung ist das Sugaring“, so der Dermatologe. „Dabei handelt es sich um eine spezielle Zuckerpaste, die sehr sanft zur Haut ist.“