Die Kraft der Intuition: Warum wir öfter auf unser Bauchgefühl hören sollten

Entscheidungen leichter treffen

Mark Forster singt in seinem Hit „Bauch und Kopf“ über ein Problem, das wir alle kennen: Unser Bauchgefühl sagt Ja, aber der Kopf meint: Nein, auf keinen Fall. Aber wer hat nun recht? 

Während wir oft dazu neigen, auf unseren Verstand zu hören, zeigen neue Studien, wie wichtig es ist, häufiger seiner Intuition zu vertrauen. 

Was passiert, wenn wir Entscheidungen treffen 

Wissenschaftlich erwiesen ist: Unser Bauch fällt seine Entscheidungen unbewusst und aufgrund der vielen Erfahrungen, die wir im Leben bereits gemacht haben. Auch unsere Stimmung, in der wir uns aktuell befinden, spielt dabei eine Rolle. Denn sind wir gerade gestresst oder haben vor etwas Angst, handeln wir aus diesem Gefühl heraus. Die Stimme in unserem Kopf appelliert dagegen an. Unsere Vernunft ist rational und bleibt bei den klaren Fakten und Tatsachen. Wir verfügen also über zwei verschiedene Bewertungssysteme – wobei die Kraft der Intuition oftmals unterschätzt wird.

Warum Pro- und Kontra-Listen nicht alles sind

Ein gut gemeinter Ratschlag, der aber mittlerweile etwas aus der Mode geraten ist, lautet: Wenn du eine Wahl treffen musst, erstelle eine Pro- und Kontra-Liste. Doch was nützt es, wenn am Ende alle Fakten für Nein sprechen und sich ein Ja trotzdem richtig anfühlt? Dann lohnt es sich, auf dieses Gefühl zu hören. Denn das, was wir in unserem Bauch spüren, ist ein großer Wissensschatz aus persönlichen Erfahrungen, die für unsere Zukunft ganz wichtig sind.

Wie stark Bauch und Hirn zusammenspielen

Dieses Kribbeln im Bauch, wenn wir aufgeregt oder verliebt sind. Dieses unangenehme Kneifen, wenn uns etwas sprichwörtlich auf den Magen schlägt: Unser Bauch spiegelt all die großen Gefühle wider, positive und negative. Und er leistet noch viel mehr. Denn unser Darm arbeitet rund um die Uhr, sodass hier eine enorme Menge an sensorischen Daten entsteht. Den größten Teil dieser Daten nehmen wir gar nicht wirklich wahr, sodass sie direkt ins Unterbewusstsein gelangen. Da Darm und Gehirn ganz eng miteinander verbunden sind, entsteht in unserem Gehirn auf diesem Weg automatisch eine Art Riesen-Bibliothek an Bauchgefühlen mit wichtigen Informationen über uns selbst.

Was die Riesen-Bibliothek in uns bewirken kann

Kommen wir in eine bestimmte Situation, kann unser Hirn wie eine Suchmaschine blitzschnell auf diese Bibliothek zugreifen und lässt uns ganz intuitiv erkennen, ob wir in einer ähnlichen Situation mit unserer Entscheidung schon mal goldrichtig lagen – oder fies auf die Nase gefallen sind. Wir brauchen also nicht mehr lange abzuwägen, sondern müssen einfach nur in uns hineinhorchen: Die Antwort finden wir in uns. 

Wieso wir manchmal trotzdem nichts spüren

Einfach auf seinen Bauch zu hören, klingt erst mal gut. Doch was ist, wenn wir da gar kein Signal empfangen? Dass zurzeit Kurse in Achtsamkeit, Meditation und auch Hypnose boomen, ist kein Zufall: Viele von uns haben im hektischen Alltag zwischen Beruf, Familie und dem Glauben, alles müsse immer höher, schneller, weiter gehen, ihr Gespür für den eigenen Körper verloren – und durch reine Logik und rationales Denken verdrängt. Umso mehr sehnen wir uns jetzt danach, uns selbst und unsere Bedürfnisse wieder bewusster wahrzunehmen und Körper und Seele etwas Gutes zu tun – mit Gefühl. 

Wie wir unser Bauchgefühl selbst trainieren können 

Intuition hat jeder. Doch meist unterdrücken wir sie. Wieder aktivieren können wir sie, wenn wir spontan handeln, Entscheidungen treffen und umsetzen. Machen wir das über einen längeren Zeitraum drei- bis viermal am Tag, geben wir unserem Unterbewusstsein das Okay, aktiv zu werden, ohne zu viel nachzufragen. Vertrauen wir uns!