Wie "Millennial Parents" das traditionelle Familienbild revolutionieren

Der große Umbruch

Globalisierung, eine zunehmend alternde Bevölkerung und soziale Unsicherheiten prägen das westliche Weltbild inzwischen bereits seit Jahrzehnten. Als Folge des sozialen Wandels wächst, laut Aussagen einiger Sozialwissenschaftler, eine neue Generation heran, welches das soziale Miteinander, die Vorstellungen von der Arbeitswelt, der Politik, aber auch des Familienbildes grundlegend zu verändern scheint. 
 

Besonders gravierend scheinen sich die “Millennials” von der vorangegangen “Generation X”, der Jahrgänge 1961 bis 1981 und der sogenannten “Boomer-Generation”, welche die geburtenstarken Jahrgänge 1946 bis 1964 bezeichnet, zu unterscheiden. Seit einigen Jahren macht sich dies unter anderem in jungen Familien bemerkbar, welche häufig eine ganz andere Einstellung zu den Themen Erziehung und Familienbild teilen, als deren Eltern und Großeltern. 

Was unterscheidet die “Millennials” von der “Gen X”?

Die “Millennials” gehören einer Generation an, die ihre Kindheit noch ohne digitale Medien verbrachte, jedoch die Entwicklung des Internets und der damit einhergehenden raschen Globalisierung in ihrer Jugendzeit bewusst miterlebte. Aus diesem Grund stehen sie der digitalen Welt meist offen, jedoch gleichzeitig auch reflektiert gegenüber. Die vorangegangenen Generationen waren zum Beginn der Digitalisierung jedoch bereits erwachsen und stehen dieser größtenteils eher vorsichtig, verhalten und kritisch gegenüber.

Dadurch sind die “Millennials”, im Gegensatz zur “Gen X” oder den “Boomern” der Auffassung, dass ihre Aktivitäten auf sozialen Netzwerken nicht im Widerspruch zu ihrem Familienleben stehen. Ganz im Gegenteil, sie nutzen diese sogar, um mit Freunden und der Familie in Kontakt zu bleiben, während sie gleichzeitig genügend Zeit für ihre eigenen Kinder, ihre Partner und die Karriere zu haben. So bieten sich ihnen Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Menschen über jegliche geografische Grenzen hinweg, an welcher sie auch ihre Kinder teilhaben lassen. 

Welchen Einfluss hat der soziale Wandel auf das Familienbild der “Millennials”?  

Als Folge des sozialen Wandels, der Globalisierung und vor allem auch der Entwicklung von Social Media, wird unter anderem die zunehmende Individualisierung kritisiert. Somit würden sich immer mehr junge Menschen erst ihrer Karriere und ihrer Selbstverwirklichung widmen und deutlich später als frühere Generationen für eine Heirat oder Kinder entscheiden

Doch auch heute gibt es fortan viele Paare, die sich für das traditionelle Familienbild, wie es die christliche Kirche geprägt hat, entscheiden. Sie tun es nur etwas später und wollen sich zuerst in allen Bereichen ihres Lebens absichern, bevor sie einer solchen Bindung zustimmen. Zudem wenden sie sich immer mehr von den alten Traditionen ab, sodass es zur Verlobung nicht immer den vererbten Ring der Großmutter braucht, sondern auch eine hübsche silberne Herzkette ihren Zweck erfüllt

Die Folge davon: Die Scheidungsrate ist innerhalb der letzten Jahre immer weiter gesunken. Ein weiterer Grund dafür könnte jedoch auch die Bereitschaft der Millennials sein, sich eher mit den Problemen in ihrer Beziehung und der eigenen Psyche auseinanderzusetzen und an diesen zu arbeiten. 

Eine besonders interessante Entwicklung ist jedoch die zunehmende Offenheit gegenüber anderen Familienmodellen. So gibt es inzwischen immer mehr glückliche Patchworkfamilien, Single-Haushalte und homosexuelle Paare mit Kindern, aber auch zahlreiche weitere Familienmodelle, denen die Generation offen und freundlich gegenübersteht. Man könnte also sagen: Die Millennials stehen in der Vorstellung von Familien für Toleranz, Offenheit und Vielfalt ein.