Sicher baden und im Notfall helfen

So genießen Sie unbeschwerten Badespaß

Bundesweit sind im vergangenen Jahr 537 Menschen ertrunken – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Rettungsschwimmer der DLRG bewahrten weitere 529 Menschen vor dem Ertrinken. Was man beachten sollte, um unbeschwerten Badespaß zu genießen, weiß Experte Dr. Harald Rehn, Referent in der Bundesgeschäftsstelle der DLRG.

Jeder zweite Grundschüler kann kaum schwimmen 

„Die Gründe dafür sind vielfältig. In erster Linie tragen die Eltern die Verantwortung dafür, dass ihre Kinder schwimmen lernen. Sie sollten sie schon im Vorschulalter zu einem Schwimmkurs anmelden. In den Grundschulen findet immer weniger Schwimmunterricht statt, obwohl dieser in den Lehrplänen verankert ist. Deshalb fordern wir, dass die Schulen ihrer Pflicht vermehrt nachkommen. Viele Schulen haben allerdings kein Bad mehr in der Nähe, weil kostenbedingt gerade kleinere Bäder schließen.“

Was sind die häufigsten Ursachen für Badeunfälle?

„Meist führen Leichtsinn oder Selbstüberschätzung zum Unglück. Auch fehlt oft das Bewusstsein für Risiken. Baderegeln werden missachtet, oft ist Alkohol mit im Spiel. Viele Menschen baden auch an unbewachten Stellen mit wenig Aussicht auf rettende Hilfe im Notfall.“

Wo ist es besonders unsicher, wo sehr sicher?

„Bewachsene, sumpfige Uferzonen sollten Sie meiden, weil Sie hier schlecht aus dem Wasser kommen. Wasserwege, auf denen Boote fahren, sind ebenfalls keine Badezonen. Sicher sind vor allem bewachte Seen, Frei- oder Naturbäder und Strände. Sind Rettungsschwimmer anwesend, erkennen Sie das durch eine gehisste, rot-gelbe Flagge. An den Wachstationen der DLRG stehen auch Warn-Fahnen. Eine gelbe Flagge bedeutet, dass das Baden gefährlich ist. Kinder, Ungeübte und ältere Menschen sollten dann nicht ins Wasser gehen. Rot signalisiert absolutes Badeverbot.“

Muss ich mich auf das Baden vorbereiten?

„Unbedingt. Kühlen Sie sich vor dem ersten Gang ins Wasser ab, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Wenn Sie das Gewässer nicht kennen, tasten Sie sich langsam hinein. Bedenken sie, dass man in Flüssen schnell von wechselnden Strömungen überrascht werden kann. Machen Sie keinen Kopfsprung ins Unbekannte. Steigern Sie die Belastung für den Körper nur langsam, und schwimmen Sie nicht zu weit raus – viele überschätzen ihre Kondition. Keinen Alkohol trinken.“

Wann sollte ich wieder aus dem Wasser gehen?

„Sobald Sie anfangen, zu frieren. Denn man unterkühlt schnell und bekommt dann Muskelkrämpfe. Auch wenn es gewittert, sofort an Land gehen – Lebensgefahr!“

Was gilt, wenn ich mit Kindern baden gehe?

„Lassen Sie sie nicht unbeaufsichtigt, auch wenn sie das Seepferdchen haben. Als sichere Schwimmer gelten Kinder erst, wenn sie das Bronzeabzeichen haben.“

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