Ist selber kochen wirklich out? Was der Ernährungsreport 2017 verrät

TK-Ware auf dem Vormarsch

Tag für Tag in der Küche stehen und sich seine Mahlzeiten selber kochen. Machen das eigentlich noch viele Bundesbürger? Oder haben sich unsere Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahren doch verändert? Der Ernährungsreport 2017 gibt Aufschluss.

 

Immer mehr Frauen arbeiten ganztags, haben deswegen weniger Zeit fürs Kochen — wirkt sich das auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus? Und kann man hier von einem allgemeinen Trend sprechen? Der Ernährungsreport 2017 Deutschland, wie es isst, der von Bundesernährungsminister Christian Schmidt in Auftrag gegeben wurde, spricht hier eine eindeutige Sprache.

Befragt wurden rund eintausend Bundesbürger ab 14 Jahren. Der Report offenbart einiges. So zum Beispiel, dass sich mehr als jeder Zweite vor allem eins wünscht: eine einfache und schnelle Zubereitung der Kost. Das gilt vor allem für die unter 30-Jährigen. Ist selber kochen also wirklich out?

Mit Fertiggerichten wird mehr Zucker aufgenommen

Und noch etwas anderes fällt auf: Immer weniger schwingen täglich den Kochlöffel. Das trifft nur noch auf 39 Prozent zu. Zum Vergleich: 2015 waren es immerhin noch 41 Prozent. Zwölf Prozent kochen gar nicht mehr selber. Wen wundert es da, dass der Verzehr von Fertigpizza und Fertiggerichten ansteigt? Doch das begünstigt einen erhöhten Zucker- und Fettkonsum. Zu diesem Ergebnis kommen US-Wissenschaftler nach einer Studie. Wer alles frisch zubereitet, nimmt hingegen weniger davon auf – und spart folglich mehr Kalorien ein. Und noch etwas anderes bringt die Umfrage zutage: Fleischgerichte stehen auf der Wunschliste der Deutschen ganz oben. Das stimmt auch mit den Beobachtungen vom Max Rubner-Institut (MRI) überein. Dieses erforscht Fragen rund um Lebensmittel und Ernährung.

Lust auf Schweinefleisch ist ungebrochen

Das Institut fand Folgendes heraus: 74 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen essen mehr Fleisch als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Das sind maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Wobei weißes Geflügelfleisch ratsamer als rotes Fleisch von Rind und Schwein ist. Doch gerade Schwein wird gern verzehrt. Rotes Fleisch steht im Verdacht, das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen zu erhöhen, etwa für Darmkrebs.

Interessanterweise ist aber auch die fleischlose Ernährung immer mehr im Trend. Veganer verzichten sogar komplett auf tierische Produkte. Doch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt: Das begünstigt einen Nährstoffmangel. So kommt zum Beispiel Vitamin B12 fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Daher ist eine Extra-Einnahme dieses Vitalstoffs sinnvoll. Die Experten raten: Wer sich Vegan ernährt, sollte am besten Rücksprache mit einem Ernährungsberater nehmen. Das wiederum brauchen Flexitarier nicht. Sie essen wenig Fleisch, verzichten aber nicht ganz darauf. Daher werden sie auch gern als Teilzeit- oder Gelegenheits-Vegetarier bezeichnet. Wenn Sie ein Suppen-Fan sind, dann dürfen Sie sich freuen! Kräftigende Suppen sind der allerneueste Ernährungs-Trend. Er kommt aus den USA. Kurz und gut: Sie sollen nicht nur den Gaumen verwöhnen, sondern den Organismus auch mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen versorgen. Also: Omas stärkende Rinderbrühe ist ein echter Geheimtipp!