„Betrachte die Bewegung als Geschenk an Dich selbst“

Unsere Kolumnistin Barbara Becker verrät Tricks gegen den inneren Schweinehund

01. Juli 2016

Geht es Dir auch so: An manchen Tagen fällt es mir ungeheuer schwer, Sport zu machen. Dann rolle ich mich aus dem Bett und denke, ich brauche eine Pause. Manchmal gönne ich mir dann tatsächlich Momente der Ruhe, ganz ohne schlechtes Gewissen.
Oft hilft mir aber auch ein Ritual gegen den inneren Schweinehund: Dabei mache ich erst Mal nur zehn Minuten Sport, ein paar Übungen, auf die ich gerade Lust habe. so spüre ich ganz schnell meinen Körper und die Dankbarkeit dafür, dass ich gesund bin. Dieses gute Gefühl nach dem Training, am Leben zu sein und angekommen auf der Erde, kennt wirklich jeder. Es gibt einem ein ganz besonderes Körperbewusstsein. Daran erinnere ich mich, wenn ich wenig Lust auf das Workout habe. Manchmal renne und schwimme ich anschließend noch oder ich meditiere, mache Atemübungen oder Qi Gong. 

Was tut mir gut? Das fordere ich ein.

Ich horche in mich hinein und frage mich: Was möchte ich von mir? Darin liegt für mich das Geheimnis von Disziplin und Motivation: sich selbst wichtig zu nehmen. Sich zu fragen, was einem gut tut. Viele Frauen stellen andere Menschen und Verpflichtungen vor sich selbst: die Kinder, den Mann oder den Job ... Dadurch geben sie ihren eigenen Wünschen nur wenig Raum. 
Dabei habe ich mein Leben in der Hand, bin der Kapitän auf meinem Schiff! Ich kenne mich am besten und darf auch etwas von mir einfordern. Das motiviert!
Am Anfang steht immer der Entschluss: Ich will etwas anders machen, mich bewegen. Auf den ersten Sporttag folgt der zweite und bald schon die nächste Woche. Und aus „Ist doch eh egal“ wird: „Daran kann ich anknüpfen, da will ich weitermachen!“ Nur durch Regelmäßigkeit ändert man tatsächlich seinen Lebensstil. Wird aktiv. Eigenverantwortlich.
Das Ziel dabei sollte immer weiter gesteckt sein als „die Kilos müssen runter“ oder „die Hose muss wieder passen“. Sondern es sollte sein, sich mit seinem eigenen Körper anzufreunden, indem man ihn spürt. Ihn anzunehmen mit all seinen Rundungen und seiner Einzigartigkeit. Nur das schafft Zufriedenheit. Und nur so kannst Du die Motivation über eine längere Zeit aufrecht erhalten.
Und: Indem Du Dich mit Dir selbst verabredest. Natürlich kann es auch helfen, mit jemand anderem etwas auszumachen. Aber wenn man sich zum Beispiel morgens um acht Uhr auf der Yogamatte nur mit sich selbst trifft, zählt das doppelt. So wird die Bewegung für Dich bald schon zu einem wunderbaren Geschenk.
Herzlichst, Barbara Becker

Die Barbara Becker-Kolumne wird präsentiert von der Zeitschrift