Ist Honig besser als Zucker? Wir klären auf

Das sollten Sie über das flüssige Gold wissen

Viele schwören auf das gelbe Gold der Bienen. Denn Honig gilt als sehr gesund und soll uns außerdem vor vielen Krankheiten schützen. Zum Nationaltag der Honigbiene wollen wir aber wissen: Ist Honig besser als Zucker? Wie gesund ist er wirklich? Und: Bienen sind ernsthaft in Gefahr – warum die nützlichen Tiere für unsere Erde so wichtig sind!

Zucker ist eine Droge, ein süßes Gift und macht süchtig. Mit Honig dagegen kann man unbedenklich süßen. Außerdem ist er supergesund, hilft bei Halsweh und schützt durch seine Inhaltsstoffe vor Krankheiten. Diese Botschaft wird nicht nur im Internet immer wieder gepredigt. Aber Fakt ist: Das gelbe Gold besteht zu 80 Prozent aus Trauben- und Fruchtzucker. Die restlichen 20 Prozent sind einfach nur Wasser. Zwar enthält der süße Stoff tatsächlich Minerale wie Kalium und Magnesium, entzündungshemmende Enzyme und die Vitamine C, B1 und B2 – aber der Anteil ist so gering, dass er keine wirklich große Rolle spielt. „Ernährungsphysiologisch ist Honig genauso zu bewerten wie Zucker“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Denn: 100 Gramm normaler Haushaltszucker enthalten 380 Kalorien, 100 Gramm Honig etwa 300.

Auf die Herkunft und auf die Verarbeitung kommt es an 

Man sollte aber trotzdem unterscheiden zwischen industriell produziertem und naturbelassenem Honig. Bei Ersterem mischt die Industrie verschiedene Sorten – auch aus Nicht-EU-Ländern – und erwärmt die Masse, damit der Honig schön cremig wird. Aber: Dadurch werden die Inhaltsstoffe zerstört – übrigens genauso wie bei der berühmten heißen Milch mit Honig. Und: Der süße Stoff könnte auch aus China oder Amerika stammen oder aus dem Nektar gentechnisch veränderter Pflanzen. Deutscher Imkerhonig dagegen ist naturbelassen, stammt aus Deutschland und wird ohne Zwischenschritte abgefüllt.

Honig oder Zucker – das ist eine Frage des Geschmacks

Fazit: Honig ist nicht unbedingt besser als Zucker. Er hat nur ein anderes Aroma – es kommt ganz darauf an, wo genau die Bienen Nektar genascht haben. Man kann ihn durchaus als Zuckerersatz nehmen – aber Kalorien spart man nicht wirklich. Alles eine Frage des Geschmacks …

Bienen in dramatischer Gefahr 

Es summt und brummt bald nicht mehr. Diese Zahl ist alarmierend: Seit 1989 hat sich die Masse der Insekten laut einer Studie bei uns in Deutschland extrem verringert, in 63 Naturschutzgebieten stellten die Forscher sogar einen Rückgang um 76 Prozent fest. Schwinden weiterhin so viele Flugtiere wie Käfer, Wespen und Bienen, hat das dramatische Konsequenzen für die Natur, die Tiere und letztlich für uns Menschen: Pflanzen werden nicht mehr bestäubt und können sich nicht vermehren, es gäbe dann keine ausreichenden Ernten. Vögel finden nicht mehr genug Nahrung, denn etwa 60 Prozent aller Vogelarten ernähren sich von Insekten. Höchste Zeit, etwas zu tun. Schon kleine Maßnahmen helfen.

Was wir alle gegen das Insektensterben tun können

Wer einen Garten hat, sollte keine Pestizide verwenden, auf Vielfalt setzen und im Herbst nicht alle Pflanzen herunterschneiden. We- nigstens Teile des Rasens sollten nur selten gemäht werden, damit sich Wiesen mit Wildblumen entwickeln können. Auch Balkonbesitzer greifen, statt zu Zierblumen wie Geranien oder Primeln, besser zu Wildblumen wie Akelei, Glockenblume oder Storchschnabel, wenn sie Balkonien bepflanzen. Die liefern Insekten mehr Nahrung. Eine Schale, gefüllt mit Steinen und etwas Wasser, bietet ihnen in sehr trockenen Regionen Flüssigkeit. So kann jeder etwas tun, um unsere fliegenden Freunde zurückzuholen.

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