Hausmittel gegen Verstopfung: Wie Sie sich natürlich helfen können

Warum es zur Verstopfung kommt und was dann hilft

Verstopfungen sind unangenehm und können Ihren Alltag negativ beeinflussen. Bei leichten Verstopfungen können Sie sich aber mit Hausmitteln leicht selbst helfen und schonen gleichzeitig Ihren Körper. Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei dieser sanften Methode achten müssen.

Was ist eine Verstopfung?

Eine Verstopfung (Obstipation) ist eine der häufigsten Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich. Etwa 10 Prozent der Deutschen leiden regelmäßig bis häufig an einer Verstopfung. Dabei ist sie erst einmal sehr subjektiv. Wie häufig ein Mensch Stuhlgang hat, hängt von den Ernährungsgewohnheiten aber auch von der Veranlagung der eigenen Verdauung ab. Zwischen dreimal am Tag und dreimal in der Woche Stuhlgang gilt medizinisch gesehen als „normal“. Aber auch Menschen, die nur unter Schmerzen und mit starkem Pressen regelmäßigen Stuhlgang haben können, sprechen davon, dass sie unter Verstopfungen leiden. Wenn der Stuhlgang plötzlich deutlich seltener wird, muss das aber noch kein Grund sein, um nervös zu werden. Beruhigend ist in diesem Zusammenhang außerdem, dass keine Vergiftungserscheinungen auftreten, wenn der Stuhl länger im Körper verbleibt. Es kann aber zu Schmerzen und einem Völlegefühl kommen und die Lebensqualität so stark einschränken.

Was führt zu einer Verstopfung?

Eine Verstopfung kann durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden, die den Darm angreifen. Dies ist aber eher die Ausnahme. Bei den meisten Verstopfungen gibt es andere Ursachen, die gut selbst behandelt werden können. In der Regel ist entweder die Bewegung des Dickdarms verlangsamt, sodass der Stuhl dort länger verweilt. Dadurch wird dem Stuhl mehr Flüssigkeit entzogen, er wird hart und kann nur noch schwer ausgeschieden werden. Oder es ist der Enddarm blockiert, sodass Ihre Notdurft aufgrund dessen nur mit großer Mühe erfolgen kann. Eine Verstopfung aus diesen Gründen ist auch eine Frage der Veranlagung. Dabei können eine falsche Ernährung, wenig Bewegung und eine verminderte Flüssigkeitsaufnahme die Verstopfung noch begünstigen. Außerdem können auch Erkrankungen wie harmlose Geschwüre, Darmkrebs oder Fissuren zu Verstopfungen führen. Daher sollten Sie bei einer Veränderung Ihres Stuhlgangs über längere Zeit zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen. Das gilt besonders dann, wenn Hausmittel nicht die erwünschte Wirkung des Abführens zeigen.

Hausmittel bei akuter Verstopfung

Bei einer Verstopfung müssen Sie nicht immer sofort zu Abführmitteln aus der Apotheke greifen, da diese Nebenwirkungen haben können und den Körper mehr belasten, als dies Hausmittel tun. Zu den besten Hausmitteln gegen Verstopfung gehören: 

•    Warmes Wasser mit Honig: Ihr Körper wird mit Flüssigkeit versorgt und der Honig regt zudem Ihre Verdauung an. 
•    Viel Wasser trinken hilft immer. Aber die Wasserzufuhr sollte langsam gesteigert werden.
•    Dörrpflaumensaft: Wichtig ist, dass Sie nicht zu viel auf einmal trinken, ansonsten kann der Darm überreagieren und Durchfall wäre die Folge. Besser ist es, wenn Sie regelmäßig eine kleine Portion trinken und zwischendurch auch Wasser zu sich nehmen.
•    Weintrauben: Sie haben eine reinigende Wirkung auf den Darm und wirken besonders bei einer leichten Verstopfung.
•    Es klingt banal, ist aber hilfreich: Essen Sie Obst und Gemüse!
•    Essen Sie Naturjoghurt mit Flohsamenschalen. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht zu viel davon essen: 150 Gramm Joghurt mit einem Teelöffel Flohsamenschalen sind optimal.
•    Ballaststoffe: Flohsamen, Chiasamen, Leinensamen oder Weizenkleie erhalten viele Ballaststoffe. Beachten Sie, dass Sie hierbei genügend Wasser trinken. Ansonsten wirken Ballaststoffe gegenteilig.

Gesunder Lebensstil gegen Verstopfungen

Bei einer leichten Verstopfung hilft Flüssigkeit, denn oftmals ist eine Verstopfung durch Flüssigkeitsmangel bedingt. Der Dickdarm versucht diesen Flüssigkeitsmangel auszugleichen, indem er dem Nahrungsbrei mehr Flüssigkeit entzieht. Der feste Stuhl lässt sich dann nur noch schwer ausscheiden. Am besten eignet sich hier Wasser oder Kräuter- oder Früchtetees. Koffein sollte wegen seiner entwässernden Wirkung dagegen gemieden werden. Auch Obst und Gemüse sind sehr gesund und gegen eine Verstopfung geeignet. Zum einen, weil Obst- und Gemüsesorten viel Wasser enthalten, zum anderen, da sie der Verdauung allgemein guttun. Auch regelmäßige Bewegung hilft Ihnen, Ihre Verdauung anzuregen und damit eine Verstopfung zu mildern. Hierfür muss kein Leistungssport betrieben werden, Spaziergänge reichen aus und sind zudem auch gut für das Herz-Kreislauf-System. Nicht zuletzt sollten Sie eine ballaststoffreiche Ernährung anstreben, da diese für eine relativ gleichmäßige Verdauung sorgt und den Magen-Darmtrakt nicht belastet. Achten Sie auf eine regelmäßige Ernährung mit nicht zu großen Portionen. Vermeiden Sie Stress, denn auch dieser kann auf die Verdauung schlagen und Verstopfungen begünstigen. Ganz wichtig: überstürzen Sie nichts! Nehmen Sie sich genügend Zeit auf der Toilette und unterdrücken Sie Ihren Stuhlgang nicht, denn das verleitet den Darm dazu, träge zu werden.

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