Kreislaufprobleme: Woher sie kommen und was gegen sie hilft

Was Sie tun können, wenn sich alles dreht

Kreislaufprobleme sind in Deutschland zu einer Volkskrankheit geworden und äußerst unangenehm. Dennoch können Sie Ihren Kreislauf meist leicht wieder in Schwung bringen. Wir erklären Ihnen, woher die Kreislaufschwankungen kommen, wann Sie zum Arzt sollten und was Sie selbst dagegen tun können.

Die Ursachen von Kreislaufproblemen

Kreislaufprobleme treten in den meisten Fällen im Zusammenhang mit zu niedrigem Blutdruck, der auch als Hypotonie bezeichnet wird, auf, da hier das Gehirn kurzzeitig nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Hierbei unterscheiden Mediziner zwischen einer primären und einer sekundären Hypotonie. Bei der primären Hypotonie ist Ihr Blutdruck dauerhaft niedrig, was allerdings nicht zwangsläufig zu dauerhaften Kreislaufproblemen führt, sondern eher bei zu langem Liegen oder stark schwankenden Temperaturen sowie einer Überhitzung. Bei der sekundären Hypotonie sind es häufig Krankheiten, die die Herzleistung vermindern oder die Einnahme bestimmter Medikamente, welche Ihre Kreislaufprobleme auslösen.

Neben diesen Ursachen kann es auch durch ruckartige Bewegungen zu Kreislaufproblemen kommen. Bestimmt kennen Sie dieses Gefühl auch, wenn Sie zu schnell aufgestanden sind und Ihnen plötzlich kurz schwarz vor Augen wird und ein Schwindelgefühl einsetzt. Durch das schnelle Aufstehen sackt Ihr Blut durch die Schwerkraft in der unteren Körperhälfte ab, wodurch auch der Rückstrom des Blutes von den Venen zum Herzen abnimmt und der Blutdruck so zu rasch absinkt. Um diesem Absacken entgegenzuwirken, steigt die Herzfrequenz an und Ihr Herz beginnt schneller zu pumpen, um die Durchblutung wieder zu regulieren und alle Organe mit dem notwendigen Sauerstoff versorgen zu können. Funktioniert diese Gegenreaktion des Körpers allerdings nicht oder nur bedingt, kann das Gehirn nicht richtig mit Sauerstoff versorgt werden, weshalb es zu Kreislaufproblemen bis hin zur Ohnmacht kommen kann.

Aufgrund des Hormons Progesteron sind besonders Schwangere sehr häufig von Kreislaufproblemen betroffen, da sich hierbei das Herz-Kreislauf-System verändert. Verletzungen mit starkem Blutverlust, Entzündungen im Körper, Vergiftungen, eine starke Unterkühlung sowie Drogenmissbrauch, aber auch banale Dinge, wie zum Beispiel wenig Schlaf oder Flüssigkeitsmangel können ebenfalls zu Kreislaufprobleme führen.

Symptome, die bei Kreislaufproblemen auftreten

Das häufigste Symptom, welches wohl die meisten Menschen mit Kreislaufproblemen verbinden, ist das Schwindelgefühl verbunden mit einer eingeschränkten Sicht, da vielen häufig schwarz vor Augen wird. Hierbei tritt häufig das Gefühl auf, dass Sie sich nicht richtig auf den Beinen halten und auch nicht wirklich geradeaus schauen können. Begleitet wird dieses Schwindelgefühl oft zusätzlich durch folgende Symptome:

•    Übelkeit
•    Erbrechen
•    Schweißausbrüche
•    Kopfschmerzen
•    Frösteln

Neben diesen typischen Symptomen gibt es noch weitere, die vor allem bei einer chronischen Hypotonie auftreten. Diese sind vor allem Antriebslosigkeit, schnelle Ermüdung, ein hohes Schlafbedürfnis, Augenflimmern, erhöhte Reizbarkeit, Appetitlosigkeit, depressive Verstimmung Wetterfühligkeit oder Stiche in der Herzgegend.

Was Sie tun können, wenn es zu Kreislaufproblemen kommt?

Sollte es zu akuten Kreislaufproblemen kommen, sollten Sie zunächst die Beine hochlagern, um das Blut nicht in die untere Körperhälfte versacken zu lassen. Außerdem sollten Sie ausreichend trinken und auch Kaffee kann die Kreislauffunktion ankurbeln. Sollten Sie allerdings zu Ohnmacht oder zu Krämpfen neigen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da dieser gezielt die Ursache ermitteln und entsprechende Maßnahmen zur Stabilisierung Ihres Kreislaufs vornehmen kann. Falls nötig, kann auch eine kurzfristige Einnahme blutdrucksteigernder Medikamente bei anhaltenden Kreislaufproblemen Abhilfe schaffen, wobei diese bei Schwangeren nicht eingesetzt werden sollten.

Konnte der Arzt die Ursache Ihrer Kreislaufprobleme ermitteln, kann er diese gezielt behandeln. Bei der Diagnose durch den Arzt wird im Idealfall noch während der Kreislaufprobleme der Blutdruck und die Herzfrequenz kontrolliert, um die Ursache bestmöglich ermitteln zu können. Im Anschluss wird dann auch häufig eine umfassende Krankengeschichte erhoben, da durch das Vorhandensein anderer Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente die Bestimmung der Ursachen der Kreislaufprobleme eingeschränkt werden können. Um Grunderkrankungen, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt waren, ausfindig zu machen, werden häufig noch weitere Diagnostikmaßnahmen wie eine Langzeitblutdruckmessung, ein Belastungs-EKG oder eine Blutuntersuchung durchgeführt.

Was Sie tun können, um Kreislaufproblemen vorzubeugen

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Kreislaufsystem zu stärken und somit der Entstehung von Kreislaufproblemen vorzubeugen. Viel Bewegung und vor allem auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, am besten durch Wasser, sind die Grundlage dieser Vorbeugungsmaßnahmen. Das Verzichten auf Nikotin, Alkohol und besonders üppiges Essen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, der die Entstehung von Kreislaufproblemen mindert. Ein zu heißes und langes Baden sollten Sie ebenfalls vermeiden, da Ihr Kreislauf hier absinkt. Besser geeignet sind heiß-kalte Wechselduschen und Massagen mithilfe einer Bürste, die Ihren Kreislauf zusätzlich anregen und dadurch die Entstehung von Kreislaufproblemen verhindern können.