Interstitielle Cystitis: Urachen und Behandlung des chronischen Blasenschmerz-Syndroms IC

Wenn ständiger Harndrang zur Qual wird

Oh je, schon wieder eine Blasenentzüdung!? Wenn Antibiotika nicht helfen und auch alles andere zu versagen scheint, könnte es an interstitieller Cystitis (auch Zystitis), dem chronischen Blasenschmerz-Syndrom liegen. Über Symptome und Behandlung.

Für Betroffene ist es jedes mal eine Tortour: Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, Blasenkrämpfe. Dazu dieser unerträgliche Drang, ständig auf Toilette zu müssen. Aber trotz Medikamenten gegen Harnwegsinfektbehandlungen oder Antibiotika geht die vermeintliche Blasenentzündung nicht weg? 

Ursache interstitielle Cystitis

In diesem Fall könnte es sich um eine interstitielle Cystitis handeln. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Blasenentzündung, aber es handelt sich nicht um eine bakterielle Infektion. Deshalb helfen auch keine Antibiotika bei dieser Blasenentzündung. Ursache bei dieser Erkrankung ist eine geschädigte Blase, genauer gesagt die innere Auskleidung, auch GAG-Schicht genannt. Durch den Urin wird diese immer wieder gereizt, was zu den Symptomen führt. Eine Blasenspiegelung kann Gewissheit bringen, denn die Erkrankung kann von weiteren Beschwerden wie Rückenschmerzen, Darmbeschwerden oder Depressionen begleitet werden. Wegen der verschiedenen Begleitsymptome ist die Diagnose oft schwer und IC-Patienten haben oft einen jahrelangen Leidensweg hinter sich.

Behandlung interstitielle Cystitis

Bei einer Blasenspiegelung suchen Mediziner vor allem nach histaminhaltigen Mastzellen, die sich vermehren. Diese sind typisch für interstitielle Cystitis. Gleichzeit werden bei der Behandlung Gewebeproben entnommen, um Krebs auszuschließen.

Das Schwierige ist, die beschädigte Blasenwand, die GAG-Schicht, wieder aufzubauen. Für die Behandlung einer interstitiellen Cystitis, oder auch einfach IC genannt, gibt es daher unterschiedliche Therapien. Im frühen Stadium kann ein oral einzunehmendes Medikamt mit Natrium-Pentosanpolysulfat helfen, dass seit vergangenem Jahr zugelassen ist. Das Medikament wird von der Krankenkasse übernommen. Helfen sollen auch Antidepressiva, weil sie den Harndrang und die Schmerzen unterdrücken sollen.

Einspülungen gelten ebenfalls als wirksam. Aber: Sie werden derzeit von der Kasse nicht übernommen und die Behandlung soll sich über Jahre hinziehen können. Eine Behandlung soll zwischen 50 und 80 Euro kosten. Anfangs findet diese einmal wöchentlich statt, dann in immer größeren Abständen.

Bei der sogenannten EMDA-Therapie wird zusätzlich eine Elektrode in der Blase eingesetzt: Mithilfe von elektrischem Strom soll die Wirkung der in die Blase eingebrachten Substanzen verstärkt werden. Die Kosten von rund 200 Euro pro Behandlung müssen die Patienten ebenfalls selbst zahlen. Zur Blasenberuhigung kann diese auch mit Botox behandelt werden. Botox baut sich aber ab, weshalb die Einspritzung in die Blase in regelmäßigen Abständen wiederholt werden müsste.

In schlimmeren Fällen kann man über einen Blasenschrittmacher nachdenken. Dazu werden im unteren Rückenbereiche Elektroden implantiert, die die Schmerzweiterleitung verändern sollen. Die Entfernung der Blase wäre die letzte Option.

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