Wann sollte man die Pille absetzen?

Wichtige Fakten, die Sie kennen sollten

Sie ist das bequemste Verhütungsmittel – und bei richtiger Einnahme auch das sicherste: die Anti-Baby-Pille. Kein Wunder, dass rund ein Drittel aller Frauen auf sie zurückgreift. Doch sie steigert das Thrombose-Risiko bei Anwenderinnen über 40. Und auch vorher kann sie viele Beschwerden verursachen. Wann sollte man also besser die Pille absetzen?

Beschwerden werden oft falsch eingeordnet

Wer sich für die Pille als Verhütungsmethode entscheidet, wird nicht immer über mögliche Folgen der Hormoneinnahme aufgeklärt. Manche stehen nicht einmal im Beipackzettel. So wurde erst vor Kurzem gesetzlich festgelegt, dass dort auf das stark erhöhte Risiko hingewiesen werden muss, an Depressionen zu erkranken. Die Östrogene der Pille steigern zudem die Thrombose-Gefahr. Frauen über 40 und Raucherinnen sollten deshalb keine östrogenhaltigen Präparate einnehmen. Bei der Mini-Pille, die nur Gestagene enthält, ist das Risiko für Blutgerinnsel geringer, dafür stoppen diese synthetischen Gelbkörperhormone die körpereigene Produktion des Hormons Progesteron. Wie man heute weiß, kann ein Progesteronmangel Auswirkungen haben, die oft irrtümlich mit Regel- oder Wechseljahrbeschwerden in Verbindung gebracht werden, etwa Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, fehlende Lust auf Sex. Der empfindliche Hormonhaushalt gerät aus der Bahn, Schilddrüsenerkrankungen werden gefördert. Aus diesen Gründen sind hormonfreie Verhütungsmethoden wie die Kupferspirale (s. u.) meist die bessere Wahl.

Hormonpräparate verändern den Zyklus

Aber wie lange ist Verhütung eigentlich nötig? Ohne Hormoneinnahme möglichst rund zwei Jahre über die letzte Regelblutung hinaus, denn die Menstruation kann für mehrere Monate ausbleiben und wieder einsetzen. Unter Pilleneinnahme oder bei einer Hormontherapie hingegen besteht kein natürlicher Zyklus. Die Hormone bewirken, dass die Gebärmutterschleimhaut weiter auf- und abgebaut wird. Anhand einer Untersuchung der Gebärmutter und Eierstöcke erkennt der Gynäkologe jedoch, ob ein weiterer Eisprung und damit eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann. Spätestens dann sollte Schluss mit der Pille sein.

Kupferspirale: Hormonfrei – aber auch wirklich sicher?

Die Kupferspirale kommt ganz ohne Hormone aus. Sie wird individuell an die Gebärmutter angepasst, gibt dort winzige Mengen Kupfer an die Schleimhaut ab – Spermien können sich nicht einnisten. Noch kleiner ist die Kupferkette, die mit einem Piks an der Gebärmutterwand befestigt wird. Beide bieten einen sehr sicheren Schutz, während der Kupferperlenball in seltenen Fällen verrutschen kann. Alle Kupferverhütungsmittel können drei bis zehn Jahre lang getragen werden. Die Kosten beginnen bei rund 120 Euro.

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